Herzogenrath - Ziel: Energieverbrauch weiter reduzieren

Ziel: Energieverbrauch weiter reduzieren

Von: Katrin Fuhrmann
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Der Wasserverbrauch ist immer wieder Schwankungen unterworfen: Ursachen sind Rohrbrüche oder defekte Armaturen. Foto: Colourbox
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Ist mit dem Energiebericht insgesamt zufrieden: Der Technische Beigeordnete der Stadt Herzogenrath: Ragnar Migenda.

Herzogenrath. Auf der Weltklimakonferenz in Bonn kommen zurzeit Menschen aus aller Welt zusammen, die sich für die Umwelt und gegen den Klimawandel stark machen. Führende Industrieländer diskutieren darüber, wie die Erderwärmung gestoppt – und die Treibhausgase reduziert werden können. Am Sonntag wurde im Rahmen der Konferenz beim Gipfel der Städte und Regionen deutlich, dass Klimawandel gerade auf lokaler und regionaler Ebene vollzogen werden muss.

Mehr als 1000 Teilnehmer aus 80 Nationen, darunter rund 330 Bürgermeister und andere Spitzenvertreter, waren der Einladung der Stadt Bonn, des Landes Nordrhein-Westfalen und des internationalen Städtenetzwerkes für Nachhaltigkeit, ICLEI, gefolgt, um über den Klimawandel zu diskutieren.

In Herzogenrath ist man sich längst bewusst, dass die Senkung des Energieverbrauchs ein wichtiger Bestandteil des Klimaschutzes ist. Im jüngsten Bau- und Verkehrsausschuss wurde der Energiebericht für 2017 vorgestellt, der den Verbrauch der kommunalen Gebäude für die Jahre 1997 bis 2016 darstellt.

Seit 1997 hat sich in Sachen Energieverbrauch in Herzogenrath einiges getan. In diesem Jahr wurde von der Stadt Herzogenrath ein Energiemanagement eingeführt, das zum Ziel hatte und immer noch hat, einen sinnvollen Beitrag zur Einsparung von Energie zu leisten. Dadurch, so hoffte man, schone man die fossilen Energieträger und reduziere gleichzeitig die Treibhausgase.

Dämmung und Bauart

Die größten Verbrauchssteigerungen sind bei den Asylunterkünften (und baulich ähnlichen Gebäuden) zu verzeichnen. Hier sind vor allem die Einrichtungen Essenszelt sowie die Leichtbauhalle „An der Waidmühl“ zu nennen. Bei den sonstigen Einrichtungen sind es die Leichenhallen, die gegenüber 2015 einen wesentlichen höheren Verbrauch hatten. Gründe sind laut dem Technischen Beigeordneten Ragnar Migenda die schlechte Dämmung und die Bauart.

Die meisten Gebäude, die für die Unterbringungen von Flüchtlingen genutzt werden, stammen aus den 60er Jahren. Sie sind sanierungsbedürftig. Generell erreichten die Gesamtkosten im Jahr 2016 für Heizenergie fast das niedrige Niveau des Jahres 2005. Die Stromverbräuche sind insgesamt relativ konstant, aber gegenüber dem Vorjahr wieder leicht angestiegen. Auch hier fällt auf: Asylunterkünfte und Bäder sind für die Verbrauchssteigerung verantwortlich. Das hat zur Folge, dass die Gesamtkosten für Strom gegenüber dem Vorjahr um 45 348 Euro gestiegen sind.

Der Wasserverbrauch ist immer wieder Schwankungen unterworfen. Ursache sind Rohrbrüche oder defekte Armaturen – laut Migenda arbeitet man daran.

Durch bauliche und technische Maßnahmen, aber auch durch verändertes Nutzungsverhalten (Menschen heizen beispielsweise bewusster), konnten die Energieverbräuche in den Jahren 1998 bis 2016 im Vergleich zu 1997 deutlich reduziert werden. Dennoch: In den vergangenen Jahren konnten größere Verbrauchsreduzierungen nicht mehr erreicht werden. Das Problem: Herzogenrath hat einen Nothaushalt. Heißt: Es bedarf eigentlich größerer Anstrengungen durch weitere Investitionen im Gebäudebestand und die Sensibilisierung der Nutzer. Das kostet die Zeit der Mitarbeiter und vor allem Geld, das die Stadt zurzeit nicht hat. Mit dem Energiebericht sei man aber trotzdem zufrieden.

Zum Vergleich: Im Jahr 2016 lag der Heizenergieverbrauch um 23,1 Prozent niedriger als im Jahr 1997 und das bei einer 11,3 Prozent größeren beheizten Fläche. Daher lag die Energiezahl, also das Verhältnis von Heizenergieverbrauch (witterungsbereinigt) zu bewirtschaftender Fläche im Jahr 2016 um 30,9 Prozent unter der Energiekennzahl des Jahres 1997. Die Verbrauchsreduzierungen fielen bei Strom (-24, 8 Prozent) und Wasser (- 57,9 Prozent) ebenso deutlich aus. Die Gesamtheizkosten erreichten im Jahr 2016 fast das Niveau des Jahres 2006. Das ist unter anderem auf den milden Winter, den Verfall des Heizenergiepreises und die Schließung des Hallenbades Zellerstraße zurückzuführen.

Laut Migenda weiß man, dass man sich auf den Zahlen nicht ausruhen darf. Trotz Einsparungen in den vergangen Jahren, muss man weiterhin den Energieverbrauch senken. Auch, weil man sich vor Jahren das Thema Nachhaltigkeit groß auf die Fahne geschrieben hat. Nicht ohne Grund will die Verwaltung seit vielen Jahren einen Klimaschutzmanager einstellen. Messpunkte, also eine ständige Überwachung der Verbräuche, seien unumgänglich, damit der Energieverbrauch wieder stetig sinkt. „Wenn wir Gebäude genau überwachen, fällt viel schneller auf, dass zum Beispiel zu viel Wasser verbraucht wird“, sagt Migenda. Man könne dann viel schneller reagieren.

Die Anbringung von sogenannten Messpunkten wurde im jüngsten Ausschuss begrüßt. Auch wenn sich die Fraktionen in der Ausführung nicht in allen Punkten einig sind, will auch die Politik, dass die Energiekosten gesenkt werden und der Klimaschutz vorangetrieben wird.

„Das mittelfristige Ziel der Stadt ist es, durch die Messpunkte, Schwachstellen in den Gebäuden ausfindig zu machen und dann mit Optimierungen darauf zu reagieren“, sagt Migenda. Man wolle mehrere Messpunkte schnellstmöglich installieren. Wie viele und an welchen Orten diese eingesetzt werden, ist noch nicht klar.

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