Herzogenrath - Zentrum der kurzen Wege ordentlich aufpolieren

Zentrum der kurzen Wege ordentlich aufpolieren

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
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In großen Teilen vakant: Auch für das Bockreiter-Zentrum im Herzen Herzogenraths soll eine Lösung gefunden werden. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Herzogenraths City soll attraktiver werden, darüber sind sich alle einig. Ein so genanntes integriertes Handlungskonzept soll die Lösung bringen. Es soll die städtebaulichen Ziele und Pläne skizzieren für eine „nachhaltige Belebung“ der Innenstadt.

Gemeinsam mit den Anwohnern und den Einzelhändlern, so die Theorie, sollen Maßnahmen entwickelt werden, um Rodas City als Standort zum Wohnen, Arbeiten und Shoppen zu stärken. Und um möglichst auch in den Genuss von Städtebaufördermitteln zu kommen.

Termin bei der Bezirksregierung

Bei einem Gesprächstermin Mitte April hat die Verwaltung Vertretern der Bezirksregierung den Planungsstand zur Aufstellung des integrierten Handlungskonzepts vorgetragen. Vorausgegangen war eine Analyse des Ist-Zustands unter Beachtung der Aspekte Verkehr, Parken, Fußwegeverbindungen, Grünflächen, Gebäudenutzungen, Leerstände, Denkmäler und stadtbildprägende Gebäude und Fassaden, Bausubstanz sowie Sanierungs- und Gestaltungsbedarf.

Herzogenrath-Mitte sei ein Zentrum der kurzen Wege, war ein Fazit aus dieser Bestandsaufnahme. Das „fußläufig gut zu bewältigende Geschäftszentrum“ sei von Bahnhof und Busbahnhof aus gut zu erreichen. Gewerbe- und Industrieflächen im Norden, die Wohngebiete und vor allem auch die Naherholungsgebiete Broichbachtal und Wurm grenzen unmittelbar ans Zentrum. Überdies gebe es ausreichend Parkraum. Erkenntnisse, die die Verwaltung zum Vorschlag des Leitbilds „Herzogenrath-Mitte: Einkaufen – Wohnen – Erholen im Zentrum der kurzen Wege“ inspirierten.

Fünf „Hauptmaßnahmenfelder“ sind nunmehr abgeleitet worden: 1. die Stärkung des Einzelhandels unter anderem unter Betrachtung des Post-Areals, der ehemaligen Rewe-Fläche und des Bockreiterzentrums; 2. die Nutzung der innerstädtischen Wohnpotenziale, unter anderem mit Blick auf die Entwicklung der Parkplätze Glaswerke und Marbaise; 3. die Vernetzung zentrumsnaher Naherholungsgebiete und die Gestaltung respektive Ergänzung von Fußwegeverbindungen; 4. die Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der City; 5. gestalterische Maßnahmen, etwa durch ein Lichtkonzept, eine einheitliche „Straßenmöblierung“ (Laternen, Poller, Bänke etc.), eine Gestaltungssatzung und ein Fassadenprogramm sowie die Aufwertung und „Inwertsetzung“ historischer und stadtbildprägender Gebäude.

Auf Seiten der Bezirksregierung seien diese Punkte als „logisch und nachvollziehbar“ erachtet und befürwortet worden: Sie bilden nun als „abzuarbeitender Bestandteil der Planung“ die Grundlage für die zu entwickelnden Maßnahmenvorschläge des Handlungskonzepts. Auf Empfehlung der Bezirksregierung sollen unter anderem die Gewebebetriebe nördlich der Innenstadt weiter im Planungsprozess eingebunden bleiben. Zudem sei es sinnvoll, „Schlüsselakteure“ wie die Städteregion bezüglich Wohnbauförderung oder die RWTH bezüglich Studentenwohnungen mit einzubeziehen.

Das Handlungskonzept müsse darstellen, welche städtebaulichen Ziele, Prioritäten und Maßnahmen für die kommenden 15 bis 20 Jahre bei den „relevanten Themen Verkehr, Wohnen, Einzelhandel, Gewerbe etc.“ verfolgt werden. Alle Maßnahmen, unabhängig von der Förderfähigkeit, seien dabei aufzunehmen, „da das Handlungskonzept als Leitfaden für die zukünftige Entwicklung der Innenstadt zu betrachten ist“.

Eigenanteil im Nothaushalt?

Grundsätzlich sei auch die Erstellung des Konzeptes selbst förderfähig, sofern ein externes Büro beauftragt werde. Wegen des bereits erfolgten hohen Arbeitsaufwands jedoch werde eine Fertigstellung durch die Stadtverwaltung empfohlen. Fachgutachten in diesem Rahmen seien jedoch auch grundsätzlich zuschussfähig.

Zwingende Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln überhaupt sei jedoch der Nachweis über die Erbringung des Eigenanteils bei der Umsetzung. Der Fördersatz für Herzogenrath liege in 2015 bei 70 Prozent, Rodas Eigenanteil somit bei 30 Prozent.

Hier bleibe abzuklären, welche Möglichkeiten zur Finanzierung dieser Summe innerhalb eines Nothaushalts bestünden. Förderanträge seien bis Ende 2015 abzugeben, um in 2016 Mittel zu erhalten. Nach den Sommerferien soll es ein weiteres Gespräch in Köln geben, um das Konzept vorzustellen und Anträge abzustimmen.

Die Arbeitsgruppe „Entwicklungsziele Herzogenrath-Mitte“ hat derweil eine Ortsbegehung vorgenommen zwecks Ausarbeitung einer Liste mit kurzfristig „ohne Förderung umsetzbaren Verschönerungsmaßnahmen zur Attraktivierung des Stadtzentrums“. Ein Großteil der Vorschläge umfasste Maßnahmen wie das Bepflanzen von Beeten und Anbringen von Blumenschmuck, die Reinigung der Straßen und Plätze von Müll sowie die Instandsetzung verschmutzter oder beschädigter Anlagen wie Bushaltestellen, Stromkästen etc.

Auch Hausfassaden im Visier

Unattraktive Hausfassaden sind ebenso ins Visier geraten wie der „desolate“ Zustand des Parkhauses Albert-Steiner-Straße. Auch die negative Wirkung verschiedenartiger „Straßenmöblierung“ und Fahrbahnbeläge in unmittelbarer Nähe zueinander fiel auf.

Der Fachbereich 4 prüfe derzeit Umsetzbarkeit und Zuständigkeit dieser Vorschläge und inwieweit auch die Bürger bei diesen Verschönerungsmaßnahmen mit einbezogen werden können. Die politischen Gremien würden alsbald über die Ergebnisse informiert.

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