Zeitreise nach „Woodstock“ beeindruckt

Von: mas
Letzte Aktualisierung:
13884481.jpg
48 Jahre liegt das Super-Festival „Woodstock“ zurück. In der Alsdorfer Stadthalle lebten die drei Tage in drei Stunden nochmals auf. Foto: Sigi Malinowski

Alsdorf. Nur wenige Minuten vor Konzertbeginn sind die Türen zur Bühne noch geschlossen. Da wandeln aus dem Keller der Stadthalle neun Hippies singend in den Vorraum. Einige fragen: „Sind das Besucher“? Nein, es ist die Band. Sie bahnt sich eine Schneise durch ein paar hundert wartende Fans und singen „Woodstock“ (Version Mathew Southern Comfort) und stimmen auch kurz „Going up the Country“ von Canned Heat an.

Ein origineller, ein mitreißender Einstieg in das Musical „Woodstock, the Story“, das insgesamt gut 600 Zuschauer in die Stadthalle lockte. 500.000 Menschen zog das Festival im August 1969 ins Dorf Woodstock. Viele der Musical-Besucher waren damals wohl noch im Kleinkindesalter. Oder Teenager. Wie war das damals? In drei Stunden packten die überwiegend aus den Niederlanden und Belgien stammenden Bandmusiker den Zeitgeist und die Musik – unterlegt von Original-Filmaufnahmen per Video – zusammen.

Dabei verzichteten die Musiker um Moderator Jim Monk auf einen chronologisch aufgebauten Ablauf. Monk fächerte zwischen den Songs immer wieder Geschichtliches auf und berichtete, dass er und seine Crew erst vor Wochen noch das Gelände des Farmers Max Yasgur – er stellte damals sein Land für 50.000 Dollar zur Verfügung – besichtigt hatten.

Man spürte, dass die Musiker davon zusätzlich inspiriert sein mussten. Stimmlich und instrumental und auch in der Gestik waren die sechs Männer und zwei Frauen ganz nah bei den Songs. So unter anderem bei Santanas „Soul Sacrifies“, dass fast acht Minuten dauernde Stück wurde immer wieder mit reißendem Zwischenapplaus bedacht. Auch Joe Cockers „Little Help fromm my Friends“ wurde begeistert gefeiert.

Zwischendurch erzählte der Moderator beispielsweise, dass Arlo Guthrie noch unmittelbar vor dem Konzert mal eben nach London flog, um dort zu „shoppen“. Ein bisschen Nervennahrung in Form von Drugs. The Who mit „My Generation“ und Auszügen aus ihrer Rockoper „Tommy“, Joan Baez, Creedence Clearwater Revival („I put it spell on you“) oder auch Jimmy Hendrix sowie Janis Joplin erstanden wieder auf.

Lagerfeueratmosphäre und eine erstaunliche Stimmnähe erzeugte das Oktett beim Medley von Songs der damaligen Supergruppe Crosby, Stills & Nash. Gerade der Part von Graham Nash („Black Bird“) war kaum vom Original zu unterscheiden.

Nach der drei Stunden dauernden und sehr emotionalen Reise ins Jahr 1969 war vielen Besuchern aus den Gesichtern zu lesen: „Ist das wirklich schon fast 50 Jahre her?“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert