Zeitreise der besonderen Art mit Toni André

Von: nt
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Der 86 Jahre alte Mundartdichter Toni André beantwortete die Fragen der Klasse 4a. Foto: Nadine Tocay

Alsdorf. Der 86-jährige Mundartdichter Toni André aus Alsdorf hat nach dem Zweiten Weltkrieg viele Jahre als Briefträger gearbeitet. Beim Geplauder mit den Mariadorfern erfuhr er dabei viel über seine Heimat. Sein Wissen gab er nun an die Viertklässler der Mariadorfer Grundschule weiter.

Der Heimatkundeunterricht begann mit einer zweieinhalbstündigen Führung. Von der Poststraße aus ging es einmal quer durch den Ort. „Wir haben uns besondere Plätze und Gebäude angesehen. Die Kinder haben viele Fragen gestellt“, berichtete André. Um das Gelernte zu vertiefen, gestaltete er nach der Exkursion noch eine Stunde Unterricht im Klassenraum. „Ich bereite mich auf den Vortrag vor, aber manchmal kommt es anders als man erwartet. Die Kinder stellen Fragen und auf die gehe ich dann auch ein“, erklärte er.

Wie viel hat ein Bergmann verdient? Musste man damals auch schon für die Euregiobahn bezahlen? Und: Wie war es zu der Zeit, als der Zweite Weltkrieg herrschte? Anschaulich und kindgerecht beantwortete André eine Frage nach der anderen. Dann zeigte er ein Foto von der Stelle, an der heute die Grundschule steht. „Na, erkennt ihr, wo das ist?“, fragte er in die Gruppe. Dank kleiner Hilfestellung sahen es alle und ein erstauntes Raunen ging durch die Klasse. „Das sieht ja ganz anders aus als heute“, bemerkten die Kinder beeindruckt.

Auch vom Thema Plattdeutsch waren alle fasziniert. Ob er das als Kind auch selbst gesprochen habe, wollten sie wissen. „Ja, früher war das ganz normal.“ Er müsste allerdings eingestehen, dass man in der heutigen Zeit mit Plattdeutsch nicht mehr viel anfangen könne. „Aber warum soll ein Kind, dass gut Deutsch spricht, nicht auch zusätzlich Platt lernen“, meinte André. Mittlerweile hat der Mundartdichter über 600 Gedichte geschrieben. Viele wurden in unserer Zeitung veröffentlich. „Als ich merkte, dass das Platt verloren ging, schrieb ich es auf, denn was geschrieben steht, bleibt erhalten.“ Und damit wolle er auch weitermachen: „Solange, wie es noch geht.“ Zum Abschluss seines Besuchs überreichte ihm die 4a als Dankeschön eine kleine Aufmerksamkeit: Ein Foto der ganzen Klasse. „Das ist ein tolles Geschenk“, freute sich André.

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