Würselen - Zehn Millionen mehr fürs Würselener Gymnasium

Zehn Millionen mehr fürs Würselener Gymnasium

Von: Karl Stüber
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Die Mittel zum Ausbau des Gymnasiums Würselen sollen um zehn Millionen Euro aufgestockt werden – in der Hoffnung auf Zuschüsse. Foto: Karl Stüber
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Modernisiert werden soll zudem das Alte Rathaus. Foto: Karl Stüber
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Die Stadtbücherei könnte umziehen. Foto: Karl Stüber

Würselen. Wenn schon, denn schon. Das Förderprogramm „Integriertes Handlungskonzept Innenstadt“ (IHK) bietet die Chance, das Gymnasium mitsamt Hauptschule in Würselen-Mitte zu sanieren und umzubauen – und zwar weitaus umfangreicher als es bisher im Antrag auf Bezuschussung stand, der noch in diesem Jahr an die Bezirksregierung Köln und das Bauministerium des Landes gestellt werden muss.

Im Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss informierte Manfred Schmitz-Gehrmann, der in der Verwaltung verantwortlich für den Bereich Stadtplanung ist, dass sich das Architekturbüro Hahn-Helten auftragsgemäß das größte Teilprojekt des Pakets Innenstadterneuerung nochmals genauer vorgenommen hat. Das Ergebnis: Die Kosten für das IHK-Paket steigen um rund zehn Millionen auf gut 34 Millionen Euro, in der Hoffnung, dass die Maßnahmenvorschläge mit 70 Prozent gefördert werden.

„Wir haben vor der Alternative gestanden, Gymnasium und Hauptschule mit einem Aufwand von gut zwölf Millionen Euro herzurichten. Dann hätten wir am Ende fast die gleichen Funktionen gehabt und eine Schule, die für den heutigen Energiestandard ausreicht“, sagte Erster und Technischer Beigeordneter Till von Hoegen auf Nachfrage unserer Zeitung. „Angesichts der Förderfähigkeit des Vorhabens ist es doch sinnvoll, es nicht nur bei einer Sanierung zu belassen, sondern die Gebäude zu einer sehr hochmodernen, entsprechend zukunftsfähigen Schule auszubauen.“ So soll das Gymnasium eine umfassende Dämmung erhalten und den hohen Ansprüchen der Inklusion noch besser entsprechen. Es komme nun darauf an, dass dieses erweiterte Konzept von den Fachausschüssen und dem Stadtrat beschlossen wird. So wird sich am Dienstag ab 17.30 Uhr der Bildungsausschuss im großen Sitzungssaal des Rathauses mit dem Thema IHK befassen.

Im ersten Quartal 2017 soll für das Gymnasium wie auch für das Alte Rathaus, das als Kulturzentrum in die Jahre gekommen ist, ein detailliertes Nutzungskonzept erstellt werden, das dem Zuschussgeber nachgereicht wird, wie von Hoegen sagte. Dabei werde Thema sein, inwieweit die Stadtbücherei vom Alten Rathaus in die auslaufende Hauptschule, in der derzeit die Gesamtschule heranwächst, verlegt werden kann. Für die Gesamtschule soll ein Neubau an der Krottstraße errichtet werden.

Schmitz-Gehrmann nannte gegenüber unserer Zeitung die im Antrag veränderten Summen. Dort wird das Gymnasium nicht mehr mit 12,8, sondern 23,5 Millionen Euro zu Buche stehen. Die für das Alte Rathaus ursprünglich angesetzten sechs Millionen Euro steigen um rund 130.000 Euro.

Die weiteren Maßnahmen im Rahmen des IHK fallen ungleich „preiswerter“ aus. Für Tiefbaumaßnahmen in der Innenstadt sind 4,4 Millionen Euro angesetzt. Davon entfallen auf den Umbau der Bahnhofstraße zwischen Kaiser- und Kreuzstraße 1,5 Millionen Euro, auf die Aufwertung des Kalkhaldenparks 1,4 Millionen Euro und auf die Verbesserung des Stadtgartens 450.000 Euro. Das Wegenetz soll mit einem Aufwand in Höhe von 410.000 Euro optimiert werden. Die Umgestaltung des Lindenplatzes wird mit 260.000 Euro veranschlagt, und 220.000 Euro sollen für die Gestaltung des Vorplatzes der Kirche St. Sebastian eingesetzt werden. Vorbereitende Aktivitäten, die Erstellung von Konzepten, die Projektsteuerung sowie die Förderung von privaten Modernisierungs- und Fassadenmaßnahmen summieren sich auf 1,2 Millionen Euro. Zur Steuerung und zur Beratung interessierter Bürger soll ein Quartiersbüro eingerichtet werden.

Die Umsetzung des Katalogs an Projekten – vorausgesetzt, die Bezuschussung wird genehmigt – wird fünf Jahre in Anspruch nehmen und 2021 auslaufen, so der Zeitplan.

Stefan Mix (SPD) setzte sich dafür ein, in den Maßnahmenkatalog das Beleuchtungskonzept eines Energieversorgers zumindest in Teilen aufzunehmen. Axel Steffes (CDU) erinnerte daran, dass seine Fraktion beim Umbau des Platzes vor der Pfarrkirche St. Sebastian nach wie vor möglichst viele Parkplätze erhalten sehen will. Theo Scherberich (UWG) merkte besorgt an, dass bei (ungewisser) Förderung die in der Addition doch hohen Eigenanteile der Stadt für den Haushalt fatal sein könnten. Gar nicht erwärmen könne er sich unter anderem für die Ertüchtigung des Lindenplatzes. Da fehle die belebende Gastronomie.

Laut Dr. Renate Knauf (Grüne) soll sich die Stadt beim IHK im Kern besser auf das Gymnasium und das Alte Rathaus konzentrieren. Hans Carduck (FDP) übte Kritik in Sachen Vorplatzgestaltung an St. Sebastian.

Schmitz-Gehrmann kündigte an, dass zunächst einmal ein neues Parkkonzept für die Innenstadt entwickelt werden soll. Dann werde man gegebenenfalls noch einmal überdenken, wie die Fläche an der Kirche hergerichtet werden soll. Zudem wolle sich die Stadt bei der Umsetzung des IHK nach der weiteren Entwicklung richten. So habe es keinen Sinn, die Bahnhofstraße umzubauen, solange noch nicht klar ist, wie es auf dem Singergelände weitergeht. Deshalb soll dies erst im Jahre 2021 entschieden werden.

Das Thema Singergelände musste von der Tagesordnung des Fachausschusses abgesetzt werden. Eigentlich sollten auf Bitten des Eigentümers des Areals, der Firma Groz-Beckert, zwei interessierte Investoren ihre Konzepte für den dort geltenden bzw. zu ändernden Bebauungsplan 191 vorstellen. Laut Ausschussvorsitzendem Karl-Jürgen Schmitz (CDU) sei einer der beiden Anbieter mit seinem Entwurf noch nicht so weit gewesen. Nun soll die Vorstellung bei der nächsten Sitzung im Februar nachgeholt werden.

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