„Xynthia” hält die Wehr auf Trab

Von: Stefan Klassen
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„Xynthia” war stärker: Auch dieser Baum an der Alfred-Brehm-Straße in Alsdorf-Ofden hielt dem Orkantief nicht stand. Foto: Claudia Bossmeyer

Nordkreis. Das Telefon wollte nicht verstummen, für Verschnaufpausen blieb keine Zeit: Orkantief „Xynthia” hat nicht nur Bernd Hollands, dem Leiter der Herzogenrather Feuerwehr, einen arbeitsreichen Tag beschert. Sämtliche Einsatzzentralen der Feuerwehren im Nordkreis verbuchen einen Alarm nach dem anderen.

„Xynthia” leistet ganze Arbeit, legt Bäume um, fegt Dachziegel herunter, drück Baustellenabsperrungen über die Straßen, wirft Zäune um. Verletzt wurde bis zum Abend glücklicherweise niemand.

„Weil die Gefahr zu groß war”, ließ Hollands, der in Herzogenrath alle verfügbaren Einheiten im Einsatz hat, am Nachmittag unter anderem zwei Friedhöfe sperren: An der Oststraße in Kohlscheid sowie auf dem Waldfriedhof in Herzogenrath-Mitte wurde deshalb Fußgängern das Betreten untersagt. Zudem waren Rodas Wehrleute mit Mitarbeitern des Energieversorgers Enwor unterwegs. Es galt, von „Xynthia” ramponierte Stromleitungen zu sichern.

Auch in Alsdorf war die Wehr mit zahlreichen Kräften unterwegs. Laut Sprecher Dirk Heinen mussten die Wehrleute bis zum Abend 130-mal ausrücken. Im ganzen Stadtgebiet hatte das Orkantief Bäume entwurzelt, Kamine heruntergerissen und sogar für eine Sperrung der Bundesstraße 57 gesorgt: In Höhe der Schaufenberger Straße drohte ein kleines Windrat auf die Fahrbahn zu stürzen. Die Feuerwehr sorgte dort ebenso für Sicherheit wie am Übacher Weg, der um 14.15 Uhr für kurze Zeit ebenfalls gesperrt werden musste, weil mehrere Dachziegel von einem Haus gefallen waren.

Mit 67 Feuerwehrleuten traten im Stadtgebiet Baesweiler die Löschzüge Setterich, Oidtweiler, Beggendorf und Baesweiler an, um die von „Xynthia” angerichteten Schäden zu beseitigen. Wehr-Chef Hans-Josef Hermanns koordinierte 35 Einsätze, bei denen hauptsächlich umgestürzte Bäume, abgerissene Äste und lose Dachziegel Probleme bereiteten. Besonders viel Arbeit machte ein auf ein Haus gestürzter Baum am Übacher Weg, weitere Einsatzschwerpunkte war unter anderem die Straße Roskaul, wie Hermanns bilanzierte.

Alle Löschzüge waren am Sonntag wegen des stundenlangen Sturms in Würselen unterwegs. Laut Ralf Jüsgens, Leiter der Feuerwehr, gab es 65 Einsätze und mitunter gefährliche Situationen für die engagierten Kollegen. So wurden besonders in Schweilbach und Scherberg jede Menge Dachziegel von Häusern geweht. Die Feuerwehrleute versuchten, mit Hilfe der Drehleiter weitere lose Ziegel zu entfernen oder Ziegel einzuhängen, was wegen des unnachgiebigen Orkantiefs „Xynthia” mehr als nur einmal ein äußerst schwieriges Unterfangen war. In der Weißdornstraße wurde das Dach eines Sechsfamilienhauses gar komplett abgedeckt. Die Bewohner, so Jüsgens, konnten aber die Nacht in ihren Wohnungen verbringen.
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