Würselen - Wundervolle Harfenklänge im Pfarrhaus St. Sebastian

Wundervolle Harfenklänge im Pfarrhaus St. Sebastian

Von: ehg
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Konzert im Pfarrhaus : Johanna Langner (Harfe) spielte Werke von Händel, Dussek, Bach und Thomas. Rezitation: Günter Kölling (hi rechts). Foto: W. Sevenich

Würselen. Beim ersten Konzert im neuen Jahr gastierte die zwar noch junge, aber doch schon äußerst talentierte und darüber auch noch charmante Aachener Harfenistin Johanna Langner im Pfarrhaus von St. Sebastian.

Beim ihrem Streifzug durch die harfenistische Musikliteratur entfaltete sie virtuos ihre Spielfreude und zog dabei die zahlreichen Besucher mit schöner Musik auf hohem Niveau zum Genießen in ihren Bann.

Da wunderte es sie nicht, dass der Klang der Harfe durch die Zeiten als Magie göttlicher, dämonischer, natürlicher und übernatürlicher Mächte gedeutet wurde und wird, wie es Günter Kölling, Vorsitzender des Kulturforums Würselen, beschrieb.

Er versuchte dem Geheimnis in dieser ansprechenden Veranstaltung durch historische Geschichten und lyrische Gedichte aus verschiedenen Epochen auf die Schliche zu kommen.

Dabei drehte er das Rad der Zeit bis 1000 vor Christus zurück, als König David - damals hieß das Instrument noch Kinnor - 73 von 150 Psalmen auf der Harfe intonierte.

Vorab hatte aber die Solistin schon eine erste Kostprobe ihrer Virtuosität abgeliefert. Die Besucher hatten mit Johann Ladislaus Dussek, einem böhmischen Komponisten des 18. Jahrhunderts, der eigene Stücke für die Harfe komponierte, Bekanntschaft gemacht.

Reiche melodische Klangfülle entlockte Johanna Langner, die seit zehn Jahren Harfe spielt, ihrem Instrument sowohl bei „Dix Préludes” von Johann Sebastian Bach als auch beim „Tango triste” von Ortiz als Kontrast zur Komposition des Barockmeisters.

Unterdessen rezitierte Kölling den japanischen Schriftsteller und Philosophen Kakuzo Akokura. Er erzählt nämlich, wie ein mächtiger Zauberer in Fernost aus einem Baum eine Wunderharfe machte. Lange Zeit hindurch sei das Instrument vom Kaiser von China wie ein Schatz gehütet worden.

Die kleinen Schritte

Mit „Les petits pas” von Bernard Andrés meldete sich Johanna Langner musikalisch eindrucksvoll in der Gegenwart zurück. Als kontrastreiches Gegenstück dazu eine „Toccata” des ebenfalls zeitgenössischen Komponisten David Snell.

Bei Günter Kölling war zuvor der deutsche Dichter Ludwig Uhland zu Wort gekommen.

Zeitgenössisch ging es weiter im facettenreichen Programm der Harfistin. Sie bot „The minstrels adieu to his native land” des walisischen Komponisten Johann Thomas brillant dar.

Einen Sprung zurück in die Barockzeit machte sie mit dem „Konzert in B-dur, 1. Satz” von Georg Friedrich Händel. Die Zuhörer konnten sich auch bei dieser Darbietungen nur wundern, welche Klangfülle das königliche Instrument besitzt.

Johanna Langner reizte beherzt die Möglichkeiten aus. Erst recht kamen sie nicht aus dem Stauen heraus, als die Harfinistin mit „Harpycide at midnight” der amerikanischen Komponistin Pearl Chertok einen Abstecher in die Jazzszene unternahm.

Gefühlvolle und vor allem rhythmische Elemente lebten bei der Wiedergabe dieses Stückes auf. Bei den Zuhörern wurden Erinnerungen an den Soloharfenisten Jonny Teuben des Orchesters Kurt Edelhagen geweckt.

Am Ende konnten sie nur noch dem Rezitator Günter Kölling beipflichten: „Die Harfe ist ein himmlisches Instrument, vor allem wenn es so himmlisch gespielt wird wie von Johanna Langner. Für ihre weitere Karriere, aber auch für das Abitur in diesem Jahr drückten sie ihr alle feste die Daumen.
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