Wunderbares Schattenspiel im Alten Rathaus Würselen

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Überzeugten mit wunderbarem szenischen Spiel: Friedrich Raad (l.) und Wanja Kilber präsentierten „Der goldene Vogel“. Foto: Conny Stenzel-Zenner

Würselen. Einzigartig, modern und sehr ehrlich: Die zauberhaften Schattenfiguren vom Theater der Dämmerung faszinierten die Besucher im Alter von 6 bis 11 Jahren im Alten Rathaus, als „Der goldene Vogel“ aufgeführt wurde. Da trat Theaterdirektor und Schattenspieler Friedrich Raad zu Beginn des Märchens der Gebrüder Grimm vor die Kinder der Sebastianusschule und begrüßte sie höflich, respektvoll und sehr einzigartig.

„Hochverehrte Prinzessinnen. Hochverehrte Prinzen“, was neben spontanem Gelächter mit sehr viel Aufmerksamkeit während des Schattenspiels belohnt wurde. In der folgenden Dreiviertelstunde machten die Grundschulkinder immer wieder große Augen.

Da war vor Zeiten ein König, der hatte einen schönen Lustgarten hinter seinem Schloss: Darin stand ein Baum, der goldene Äpfel trug. Als die Äpfel reiften, wurden sie gezählt, aber gleich am nächsten Morgen fehlte einer. Da befahl der König, dass der älteste seiner drei Söhne unter dem Baum Wache halten solle. Der schlief aber ein, und am nächsten Morgen fehlte wieder ein Apfel.

Dem zweiten Sohn erging es nicht besser. Nun kam die Reihe an den dritten Sohn. Der jüngste Königssohn blieb wach. Um Mitternacht sah er im Mondschein einen Vogel daherfliegen, dessen Gefieder ganz von Gold glänzte. Der Vogel kann fliehen. Der König aber bittet seine Söhne, ihn zu finden. Auf ihrem Weg müssen die Brüder viele Prüfungen bestehen. Einzig der Jüngste, der immer wieder einem Fuchs begegnet, ist erfolgreich.

„Diese Geschichte erzählt vom Zauber des Lebens, erzählt von Krisen und Nöten der Menschen und von verblüffenden Lösungen dafür“, meint Friedrich Raad, der vor allem den Fuchs als die innere Stimme im Menschen sieht, der die richtigen Ratschläge in Entscheidungssituationen gibt, auf den der Mensch aber selten hört.

Schon seit 15 Jahren spielt das Düsseldorfer „Theater der Dämmerung“ das Stück, das die Grundschulkinder in den Bann zog, obwohl Raad die falschen Bühnenbilder mitgebracht hatte. „Es sind die Schattenbilder der Wilden Schwäne“, beichtete Raad zu Beginn der Aufführung.

Das war den Grundschülern egal, denn die wunderbaren Schattenfiguren und die facettenreiche Stimme des Theaterdirektors waren Märchen genug. So urteilte Marie (7): „Es war sehr spannend.“ Und Maximilian (8) fand das Märchen „einfach richtig gut“. Er mochte die moderne Sprache, die Raad gewählt hatte, und ihm war es wie den anderen Grundschülern egal, dass das falsche Bühnenbild den Rahmen gab.

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