Würselens City soll gestärkt werden

Von: Karl Stüber
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Chancen zur Stärkung der Infrastruktur der Innenstadt von Würselen: Auf Basis eines Handlungskonzepts hofft die Kommune auf Fördermittel, um das Kulturzentrum Altes Rathaus zu ertüchtigen. Foto: Karl Stüber
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Chancen zum Ausbau der Infrastruktur der Innenstadt von Würselen: Auf Basis eines Handlungskonzepts hofft die Kommune auf Fördermittel, um den Schulstandort Gymnasium zu ertüchtigen. Foto: Karl Stüber
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Durch ein auf diese Weise attraktiveres Umfeld hofft man auch beim privaten Invest Singer-Höfe auf den Durchbruch. Foto: Karl Stüber

Würselen. „Nur“ erfolgreich Neubaugebiete zu vermarkten, kann nicht alles sein. Das meinen Würselener, die sich an unserer Kampagne „Was bewegt Sie in ...“ beteiligt haben. Der erste Schwung an ausgefüllten Fragebogen – natürlich auch aus Alsdorf, Baesweiler und Herzogenrath – ist zwischenzeitlich von der Lokalredaktion ausgewertet worden.

Herzlichen Dank für die Zuschriften – und bitte weiter so. Unsere Zeitung fasst die Anregungen zusammen und arbeitet sie nacheinander ab.

Zu den Ihnen wichtigen Themenfeldern gehört die Stadtentwicklung in allen vier Kommunen des Nordkreises. Nehmen wir das Beispiel Würselen. Hier wird wiederholt die nicht ausreichend entwickelte Infrastruktur angemahnt, so vor allem in der Innenstadt. Infolge des starken Zuwachses dank Neubaugebieten muss dringend die Infrastruktur ausgebaut werden.

Dazu gehören gemäß der eingegangenen Anregungen Freizeitangebote und damit verbunden genügend große Veranstaltungsstätten, Räume für Initiativen, Aufführungs- und Probemöglichkeiten, mehr Bildungsangebote – und immer wieder wird eine große „Mehrzweckhalle“ angemahnt.

Mehr Einkaufsmöglichkeiten im Kernbereich (vor allem Lebensmittel) sowie realistische Perspektiven und endlich auch mal was Konkretes zur Weiterentwicklung des brach liegenden Singergeländes werden thematisiert. Eingefordert wird dabei die verstärkte Bürgerbeteiligung – und zwar vor Entscheidungen des Stadtrates und der Stadtverwaltung.

Defizite aufarbeiten

Das scheinen auch Politik und Verwaltung in Würselen begriffen zu haben. Jetzt wurde das „Integrierte Handlungskonzept Innenstadt“ auf den Weg gebracht. Zugegeben – eine sperrige Formulierung, die die Bürgerschaft nicht zu Begeisterungsstürmen animieren dürfte. Aber dahinter steckt eine große Chance, an Fördermittel des Bundes bzw. des Landes zu kommen, ohne die die klamme Stadt Würselen genau die jetzt im Rahmen unserer Befragung „Was bewegt Sie“ aufgezeigten Defizite in der Infrastruktur nicht aufarbeiten kann.

Vor kurzem wurde das Bonner Fachbüro Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft beauftragt, dieses Handlungskonzept in Kooperation mit Rat, Verwaltung, aber auch gerade Bürgern aufzustellen und den entsprechenden Prozess zu steuern.

Ein ehrgeiziger Zeitplan ist damit verbunden, wie auf Anfrage unserer Zeitung Bürgermeister Arno Nelles, Technischer Beigeordneter Till von Hoegen und Manfred Schmitz-Gehrmann (Planungsamt) deutlich machten. Dabei wird ein wichtiger Aspekt sein, wie es in Sachen neuer Gesamtschule weitergeht.

Die Neugründung soll in den ersten Jahren wie ein zartes Pflänzchen in den Räumen der Hauptschule wachsen, aber spätestes 2019 muss ein kompletter Standort vorhanden sein. Entweder ein Neubau am Rande der Stadt oder die Ertüchtigung eines vorhandenen Schulstandorts, eventuell den der städtischen Realschule. Hierüber entscheidet der Stadtrat in der Sitzung am 23. Juni. Beginn 18 Uhr im Rathaus Morlaixplatz.

Und dann geht es mit der Konkretisierung des „Integrierten Handlungskonzept Innenstadt“ Schlag auf Schlag, will man doch den Förderantrag für damit verknüpfte Projekte noch in diesem Jahr stellen, um möglichst schon 2016 berücksichtigt zu werden. Dazu gilt es eine „Förderkulisse“ aufzubauen, die den Zuschussgeber überzeugt. Vorgespräche mit der Genehmigungsbehörde hat es da bereits gegeben, betont Beigeordneter von Hoegen.

Wenngleich die Schulbauförderung dabei Schwerpunkt sein wird, geht es darum, den Quartierscharakter zu belegen. Hierzu ist ein derzeit grob beschriebener und zu fördernder Innenstadtbereich noch genauer zu definieren. Womit wir genau bei den Anregungen im Rahmen unserer Umfrage „Was bewegt Sie?“ sind. Konsens besteht, das städtisches Gymnasium und die nahe Hauptschule zu ertüchtigen. Ohnehin wird da eine Mensa eingerichtet. Dieser mit Fördermitteln auszubauende Standort soll sich noch mehr als bisher auch für andere Nutzer, sprich Bürger, öffnen.

Also zu einer Begegnungs- und Veranstaltungsstätte des Quartiers Innenstadt werden. Auch die Ertüchtigung der städtischen Realschule geht in diese Richtung. Technischer Beigeordneter von Hoegen sagt: „Das Kulturzentrum Altes Rathaus platzt aus allen Nähten. Hier stellt sich die Frage, ob man nicht sinnvoll Einrichtungen verlegen kann, um Platz zu schaffen.“ So sei die Verlegung der Stadtbibliothek in den nahen Schulstandort an der Klosterstraße (Gymnasium/Hauptschule) eine Maßnahme.

Auf diese Weise könnten im Alten Rathaus die auch in unserer Befragung „Was bewegt Sie?“ von Bürgern angeführten Räume für Treffs und Vereinstätigkeit geschaffen werden. „Nicht nur der damit verbundene Umbau, sondern auch die Ertüchtigung des Gebäudes ist förderfähig“, verweist von Hoegen auf das „Integrierte Handlungskonzept Innenstadt“.

Noch vor der Sommerpause soll das Bonner Fachbüro eine Arbeitsrunde mit den Ratsfraktionen organisieren, dann eine mit den betroffenen Schulen. Die Bürgerbeteiligung folgt nach den großen Ferien. So sollen bei einer Bürgerversammlung interessierte Würselener in Arbeitsgruppen konkrete Anregungen erarbeiten. Nach Aufstellung des daraus abzuleitenden Handlungskonzepts wird dieses nochmals vorgestellt, beschlossen und dann mit dem Antrag an den Fördergeber weitergeleitet. Genau diese Bürgerbeteiligung wird unsere Zeitung konstruktiv und kritisch fördern und begleiten.

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