Würselener Waldtag: Kindern die Natur näherbringen

Von: Daniel Gerhards
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Ein starkes Team: Rückepferd
Ein starkes Team: Rückepferd Fritz zog angetrieben von Ulrich Maus einen Baumstamm nach dem anderen aus dem Unterholz. Das beeindruckte nicht nur Försterin Susanne Gohde.

Würselen. Der Wald ist ein Ort der Ruhe. Man hört Vögel zwitschern oder sieht ab und an ein Eichhörnchen vorbeihuschen. So ist es auch im Würselener Wald - eigentlich. Am Samstag war dagegen eine Menge los im Forst.

Auf einem kleinen, 450 Meter langen Rundweg konnten sich Interessierte beim Würselener Waldtag vieles zum Wald ansehen und erklären lassen. Dadurch sollen die Wälder der Region stärker in das Bewusstsein der Menschen, insbesondere der Kinder gerückt werden.

Die Kinder mit Tieren und Pflanzen vertraut zu machen, ist Susanne Gohde, Revierleiterin des Würselener Waldes, außerordentlich wichtig. „Die Kinder liegen uns besonders am Herzen, sie sollen raus in den Wald kommen und hier was erleben”, sagte die Försterin. Ziel der Aktion sei es, den Kindern die Natur und den Wald näher zu bringen.

Nicht schlecht staunten Kinder und Erwachsene, als Rückepferd Fritz, angetrieben von Ulrich Maus, einen Baumstamm aus dem Unterholz zog. Und das war nicht nur eine Einlage, um die Besucher des Waldtages zu beeindrucken. „Fritz arbeitet ab und zu im Wald mit”, sagte Gohde. Bei feuchten Böden ist allerdings Vorsicht geboten. Auf morastigem Untergrund sank der kräftige Hengst bereits richtig tief ein. „Da mussten wir ihn rausziehen. Seitdem sind wir etwas vorsichtiger”, sagte Gohde.

Wenige Meter davon entfernt konnten die Kinder eigene Nistkästen aus Holz zimmern. Dabei legte auch der sechsjährige Till Freialdenhoven Hand an. Schlag auf Schlag beförderte er einen Nagel in das Holz. Gekommen war Till mit seiner Mutter Tanja und seiner sechsjährigen Schwester Tessa. „Das ist ziemlich spannend für die Kinder”, sagte Tanja Freialdenhoven, die auch sonst oft mit ihren Kindern im Wald spazieren geht. „Ich finde es wichtig, dass die Kinder etwas über den Wald lernen.”

Gerlinde Leclere möchte das, was sie über den Wald weiß, an ihre Enkel weitergeben. „Die sind sehr naturverbunden und gehen gerne in den Wald”, sagte sie. „Wir machen oft Wanderungen durch den Wald, dabei lernen die Kinder viel. Ich finde es schön, dass sie sich dafür interessieren.” Auch beim Pilzesuchen ist Enkelin Nadja Leclere schon sehr gewieft. Beim Waldtag stand die Zwölfjährige gemeinsam mit Nima Kavian von der Waldjugend „Horst Würselen” an der Saftpresse. Herbert Monnartz erklärte den Kindern, wie sie die roten Sternrenetten auspressen müssen, um schmackhaften Saft zu bekommen. Die Äpfel stammten alle von der Streuobstwiesen des Würselener Forsts.

Lernbienenstand

Wissenswertes konnten sich die Besucher am Lernbienenstand von erfahrenen Imkern erklären lassen. „Wir wollen heute über Wildbienen informieren. Und den Leuten zeigen, was sie zu Hause für die Insekten tun können”, erklärte Dr. Bruno Weyers, Vorsitzender des Würselener Bienenzuchtvereins. So könne man etwa einen Tontopf mit Stroh füllen und ihn verkehrt herum aufhängen. Wer Hummeln beim Überwintern helfen will, sollte den Tontopf gefüllt mit Polsterwolle in den Boden eingraben. So wird für die Insekten die Geborgenheit eines Mäusenests geschaffen - dort quartieren sie sich naturgemäß ein.

Am Waldmobil der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) gab es jede Menge Informationen zu den Tieren und Pflanzen des Waldes. „Wir wollen auf die aktuelle Situation des Waldes aufmerksam machen”, erklärte Robert Jansen, Vorsitzender des Kreisverbands Städteregion der SDW. „Wegen des Klimawandels müssen wir auch die Waldbewirtschaftung ändern. Wir brauchen auch wärmeliebende Baumarten.”

Insgesamt sei eine Artenvielfalt im Baumbestand erstrebenswert. Den Menschen den Wald mit all seinen Eigenheiten näher zu bringen, ist ein großer Bestandteil der Arbeit von Susanne Gohde. „Ich mache oft Führungen mit Kindergärten, Grundschule oder Politikern.” Dabei stellt die Försterin immer wieder fest, dass es mit dem Wissen um den Wald bei vielen Leuten nicht weit her ist. „Einige ältere Leute kennen sich noch aus. Die kenne alle Bäume und Pflanzen. Aber die Jungen wissen immer weniger. Heute dürfen ja kaum noch Kinder im Wald spielen.”
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