Würselener Unternehmertag: Das Potenzial der Region nutzen

Von: Daniel Gerhards
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Setzen auf den Standort Merzbr
Setzen auf den Standort Merzbrück: (v.l.) Bürgermeister Arno Nelles, Walter Kampsmann (Westflug), Prof. Helmut Breuer (RWTH) sowie Uwe Zink (Geschäftsführer FAM). Foto: Daniel Gerhards

Würselen. 1932 landete auf dem Flugplatz Merzbrück das damals weltgrößte Flugzeug. Die „Junkers G38” war eine riesige Attraktion auf dem Rollfeld nahe Broichweiden. Heute sind die Flieger, die dort starten und landen, im Verhältnis zu den großen Flugzeugen der Linienfluggesellschaften ziemlich klein.

Trotzdem nutzen Geschäftsleute den Flughafen mit kleinen Passagiermaschinen. So ist der Flugplatz für die überregionale infrastrukturelle Anbindung der Region schon heute von Bedeutung.

Beim zweiten Unternehmertag der Würselener Stadtentwicklungsgesellschaft (SEW) im Hangar gleich neben der Merzbrücker Startbahn sprachen am Mittwoch Experten über die Bedeutung des Flugplatzes und weiterer Standortfaktoren für Unternehmen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Robert Esser vom Zeitungsverlag Aachen.

Auch dank des Geschäfts- und Verkehrsflughafens ist Würselen für Uwe Zink, Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft Aachen-Merzbrück (FAM), „der mobilste Standort der Region”. Und dabei könne der Luftverkehr noch größere Bedeutung gewinnen. Zink zeigte sich zuversichtlich, dass der Flugplatz ausgebaut wird: „Die Gespräche dazu verlaufen positiv.”

Im Zuge der Baumaßnahme würde die Start- und Landebahn von 520 Meter auf 947 Meter verlängert. Dadurch könnten Maschinen mit bis zu 5,8 Tonnen Gewicht Würselen anfliegen. Zudem soll die Landebahn um zehn Grad verschwenkt werden, was für die benachbarten Wohngebiete eine Geräuschentlastung zur Folge hätte. Die Maßnahme soll 4,6 Millionen Euro kosten. Zink rechnet mit einem 50-Prozent-Zuschuss des Landes.

Die gute Erreichbarkeit Würselens ist auch für Prof. Helmut Breuer (RWTH) ein wichtiges Plus für Würselen. Das alleine reiche allerdings nicht, um Unternehmen anzusiedeln. Gute Infrastruktur und gute Schulen seien in Deutschland normal. Es sei entscheidend, dass man die richtigen Argumente für die richtige Zielgruppe wähle. „Für ausländische Investoren sind das trotzdem wichtige Argumente”, sagte der Geograph. Zudem sehe er auch die gute medizinische Versorgung als großen Vorteil bei der Ansiedlung international agierender Firmen.

Kommunen einbinden

Würselens Bürgermeister Arno Nelles erkärte, dass man Würselen nicht isoliert betrachten dürfe. „Wir müssen weg vom Kirchturmdenken. Die Einbindung der einzelnen Kommunen in die Region wurde durch die Städteregion verbessert. Aber das muss noch besser werden.” Man müsse die Stärken aller neun Kommunen nutzen, wenn man für den Standort wirbt, erklärte Nelles. So sei es vorteilhaft, dass Flächen, die in der Stadt Aachen knapp sind, in den umliegenden Städten durchaus vorhanden sind.

Da pflichtete ihm Breuer bei. Die Euregio sei so groß wie Berlin und habe genausoviele Hochschulen und Studenten - „und zwar schon lange”. Gerade die gut ausgebildeten Absolventen der Technischen Hochschule seien ein enormes Potenzial für die gesamte Region. „Als ich meine Professur angenommen habe, fanden gerade mal acht bis zehn RWTH-Ingenieure einen Beruf in der Region. Heute bleiben jährlich 250 Ingenieur-Absolventen hier”, sagte Breuer. „Wenn das jahrelang so ist, dann entsteht eine Technologieregion.”

Einer, der mit seiner Arbeit zum starken Profil der Wirtschafts-Region beiträgt, ist Walter Kampsmann. Der Westflug-Geschäftsführer bildet Piloten aus, bietet Flugzeuge zum Chartern an. Zudem vertreibt er das Verkehrflugzeug „Extra 500”. Den 1,3 Millionen Euro teuren Sechssitzer konnten sich die Besucher des Unternehmertags auch gleich aus der Nähe ansehen.

Mit einem solchen Flieger können Reisende aus Merzbrück flexibel europäische Ziele anfliegen. In etwa eineinhalb Stunden erreicht man Berlin. Gute drei Stunden fliegt man nach Madrid. Und das alles ohne zeitraubendes Einchecken und lange Wartezeiten.
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