Würselen - Würselener Stadtrat debattiert über Konzept für Sportstätten

Würselener Stadtrat debattiert über Konzept für Sportstätten

Von: Karl Stüber
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Sporthalle Parkstraße in Broichweiden: Der Bauzaun steht schon geraume Zeit. Aber die Stadt Würselen hat es nicht geschafft, die Wand neu verfugen zu lassen, lautet der Vorwurf aus Reihen der Vereine. Zwischenzeitlich haben Wind und Wetter Ziegel abgesprengt. Foto: Karl Stüber
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Sporthalle am Markt in Broichweiden: Neben der „abgenutzten“ Einrichtung sollen Umkleidetrakt und Nachfolgeeinrichtung entstehen.

Würselen. Man kann eine Mark noch so oft umdrehen und doch nur einmal ausgeben. Was vor der europäischen Währungsharmonisierung zur Jahrtausendwende galt, ist mit Einführung des Euro nicht anders geworden – und in der Stärkungspaktkommune Würselen erst recht nicht.

Im Stadtrat wurde jetzt wortreich, ja teilweise hart gestritten und um Geld gefeilscht. Es ging um die Frage, wie im Haushalt bereitgestellte Mittel bei der Realisierung des Sportstättenkonzepts eingesetzt werden sollen – oder eben nicht, um andere Projekte nicht zu verzögern.

Genaues erst im Dezember

Am Ende der Auseinandersetzung verließen Vertreter Broichweidener Vereine enttäuscht die Besucherempore. Und im Ratssaal hatten sich SPD- und CDU-Fraktion, ehemals Partner in einer großen Koalition, ein weiteres Stück entfremdet. Von wachsendem Misstrauen war die Rede. Das, was nach rund zwei Stunden Debatte letztlich als Beschluss herauskam, bezeichnete Bürgermeister Arno Nelles (SPD) als „Steißgeburt“ – und die ist bekanntlich schmerzhaft.

Beschlossen wurde recht wenig, zumal ohnehin „nur“ über eine „Mitteilungsvorlage“ diskutiert wurde, in der die Stadtverwaltung den Stand der Dinge inklusive vorliegender Anträge von Fraktionen zusammengefasst hatte. Bürgermeister Nelles empfahl zudem, erst in der Dezembersitzung des Rates die Umsetzung des Sportstättenkonzepts zu beraten, weil erst dann mit Einbringung des Haushaltsentwurfs für 2018 die Gesamtschau aller anstehenden Großinvestitionen möglich sei.

Nur ein Teil eines SPD-Antrags wurde vorab beschlossen: Die Verwaltung soll die Planung einschließlich notwendiger Nebengebäude an der Kauseneichsgasse (das betrifft das geplante Sportzentrum am Aquana), im Drischfeld (VfR Würselen) und östlich von In der Dell (Linden-Neusen) vorbereiten. In nicht-öffentlicher Sitzung wurde ohnehin wenig später die Planung des abgespeckten Sportzentrums vergeben.

Zuvor hatte CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Jürgen Schmitz neben geplanten Anlagen in Würselen-Mitte die Belange der Vereine in Broichweiden in den Fokus gerückt. So sollte unter anderem Geld für die Grundlagenplanung des Ersatzes für die kleine Sporthalle am Markt eingesetzt werden.

Auf diese Weise suchte Schmitz genau dem Appell des Vorsitzenden von DJK Westwacht Weiden, Josef Kuck, gerecht zu werden, der in der Fragestunde zu Beginn des Ratssitzung um den sofortigen Beginn der Planungen in Broichweiden gebeten hatte. Die in die Jahre gekommenen Sportanlagen dort würden nicht nur von sehr mitgliederstarken Vereinen, sondern auch von vielen Kita-Kindern und Schülern genutzt.

Da müsse endlich gehandelt werden. „Bleiben Sie jetzt nicht auf halbem Wege stehen“, sagte Kuck. Würden jetzt nicht die Planungen anlaufen, bedeute dies eine Verzögerung um vier bis fünf Jahre. Bürgermeister Nelles entgegnete Kuck, man sei gezwungen, bereits genehmigte Projekte auf den Weg zu bringen.

Mit Kämmerer Ludwig Bremen rang Schmitz um die Frage, wie viel Geld im Haushalt zur Verfügung steht. Schmitz kam auf 8,2 Millionen Euro. Bremen im Prinzip auch, verwies aber darauf, dass dann der Neubau der Sporthalle am Gymnasium hintan gestellt werden müsse. Außerdem gab der Kämmerer zu bedenken, dass bei Änderung der Zielsetzungen und Projektreihenfolge die Kommunalaufsicht den bereits genehmigten Etat 2017 nochmals mit Blick auf das Haushaltssanierungskonzept prüfen müsse.

„Wenn das allerdings passt, dürfte die nichts dagegen haben“, räumte Bremen ein. Letztlich war für Schmitz keine Mehrheit erkennbar. Er sagte deshalb in Richtung SPD: „Ich bin mir nicht sicher, ob bestimmte Gruppen hier das Konzept der Weidener Vereine überhaupt voranbringen wollen.“ Sein Misstrauen habe sich noch mehr als bestätigt.

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