Würselener Schüler wandern für Wasser

Von: Stefan Schaum
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Da geht doch noch was rein: Sechs Liter Wasser in Flaschen muss auch Nicolas beim „Sponsored Walk” in seinem Rucksack schleppen. Foto: Stefan Schaum

Würselen/Kerkrade. Wasser war das Stichwort. Dass das am Mittwoch in Form von Regen auch reichlich vom Himmel fiel, war zwar nicht gewollt. Doch hat es die jungen Schüler nicht davon abgehalten, sich bei einem besonderen Sponsorenlauf ins Zeug zu legen.

Um Trinkwasserprojekte in Kenia auf den Weg zu bringen, haben sich Schüler der Kerkrader Openbare Basisschool „De Schatkist” und des städtischen Gymnasiums in Würselen gemeinsam auf den Weg durch das Wurmtal gemacht.

„Wandelen voor water” heißt ein Projekt, das in den Niederlanden bereits seit vielen Jahren Schülern Beine macht. Dort haben sich am Mittwoch landesweit gut 18.000 Kinder und Jugendliche aufgemacht. Und zwar schwer bepackt.

Mit jeweils sechs Kilo auf dem Rücken, dem Inhalt von sechs Wasserflaschen. Diese Extra-Last hatten auch die Schüler der Klassen 5b und 5c des Würselener Gymnasiums auf dem Rücken.

Symbolische Last

Klassenlehrerin Elke Kraus, aufgewachsen in den Niederlanden, hatte ihre Schüler für das Projekt begeistert. „Die sechs Kilo stehen für die Wassermenge, die ein kenianisches Kind im Schnitt vom Brunnen aus täglich nach Hause schleppen muss”, sagte Kraus.

Und zwar durchschnittlich sechs Kilometer weit. So lang war auch die Route der Würselener Schüler, die am Teuterhof entlang zur Burg Wilhelmstein führte.

Dort konnten sie verschnaufen - und sich ein wenig aufwärmen. „Mir ist heiß und kalt zugleich”, sagte Schülerin Charlotte. „An den Fingern und Füßen friere ich schon ganz schön, aber der Rest ist warm.” Und das Gewicht auf dem Rücken? „Ist kein Problem”, sagte Hannah, „an manchen Schultagen haben wir so viele Bücher dabei, dass die Schultasche noch schwerer ist.”

Die Nässe machte den Schülern ebenfalls kaum zu schaffen, obwohl selbst die dicken Regenjacken und die Wanderschuhe auf Dauer ein wenig Feuchtigkeit einsickern ließen. „Macht aber nix”, sagte Nicolas, „das stecken wir weg!”

Allzu flott mussten die Schüler nicht unterwegs sein, denn das niederländische Wörtchen „wandelen” kann man eher mit „wandern” übersetzen. Die Kasse ließ auch dieses gemütliche Tempo klingeln. Gut 3500 Euro Sponsorengelder brachten die Schüler im Vorfeld zusammen. Eine Summe, die von dem niederländischen VereinÊ„Aqua for all”, dem Ausrichter des Projektes, noch einmal verdoppelt wurde.

Viel gelernt

Das Thema hatte die Gymnasiasten im Vorfeld auch im Unterricht beschäftigt. Gelernt haben sie etwa, dass nur zwei Prozent des Wassers auf der Welt Trinkwasser sind und dass es vor allem in Afrika daran mangelt.

Ein kostbares Gut, mit dem man sparsam umgehen sollte. Lehrerin Elke Kraus: „Die sechs Liter Wasser, die die Kinder heute schleppen, reichen gerade mal, um 20 Sekunden lang zu duschen!” Diese Rechnung hat den Kleinen imponiert.

„Wasser darf man nicht verschwenden”, sagte Charlotte zur Halbzeit der gesponserten Wanderung, „damit alle etwas davon haben!”
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