Würselener Politiker stehen vor großem Arbeitspensum

Von: Georg Pinzek
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Würselen. Politik und Verwaltung im Würselener Rathaus stehen in 2015 vor enormen Herausforderungen. Die Finanzen in Ordnung zu bringen, dazu ist Würselen als Stärkungspakt-Kommune sogar gesetzlich verpflichtet. Wie aber sind bitter nötige Investitionen in Schulen und Stadtentwicklung zu realisieren?

Die Ruinen der ehemaligen Nadelfabrik Singer im Zentrum der Stadt sind wahrlich kein Aushängeschild, die angepeilte Vermarktung der Gewerbeflächen dauert länger als gedacht. Der zweite Anlauf zur Errichtung einer Gesamtschule gestaltet sich offenkundig ebenfalls problematischer als vermutet.

Das vorgezogene Anmeldeverfahren wurde um eine Woche verlängert (siehe Box), denn 100 Schüler sind für die Genehmigung erforderlich. Über die Osttangente samt ihrer Kreisverkehre rollen schon geraume Zeit die Kraftfahrzeuge, Broichweiden wartet weiter auf ein Konzept für den Umbau. In Linden-Neusen regt sich Widerstand gegen die Verkehrsbelastung.

Und was wird aus der maroden Ayslbewerber-Unterkunft an der Jülicher Straße? Kann sich die Stadt die Sanierung der aus Sicherheitsgründen gesperrten Immobilie „Am Kaiser“ überhaupt leisten? Die denkmalgeschützte Immobilie ist Heimat des Jugendtreffs „Nautilus“ und rühriger Bardenberger Vereine. Die Liste der „Baustellen“, die die Verantwortlichen im Blick haben müssen, ließe sich noch lange fortsetzen. Ein arbeitsreiches Jahr steht ins (Rat-)Haus. Welche Schwerpunkte wollen die fünf Fraktionen im Stadtrat in 2015 in der Kommunalpolitik setzen?

Jede Menge vorgenommen

SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Küppers erklärt dazu: „Würselen kann sowohl mit seiner sehr hohen Lebensqualität als auch mit dem starken Wirtschaftsstandort punkten. Wir haben glücklicherweise auch für die Zukunft noch enorme Potenziale. 2015 wird es darauf ankommen, die Weichen zu stellen für die Entwicklung dieser Potenziale in den nächsten fünf bis zehn Jahren.“

Für Karl-Jürgen Schmitz, CDU-Fraktionsvorsitzender, ist und bleibt auch in diesem Jahr „Schwerpunkt Nummer eins die Haushaltskonsolidierung. Weitere Schwerpunkte sind die Umsetzung der beschlossenen Ganztags- und Gesamtschule. Im Fokus stehen wird auch die Unterbringung der zahlreichen Flüchtlinge und Asylbewerber. Außerdem wollen wir trotz weiter angestrengter Haushaltslage auch im Bereich der Seniorenpolitik sowie beim Sport Akzente setzen.“

UWG-Fraktionsvorsitzender Theo Scherberich betont: „Wir fordern und fördern eine bessere Informationspolitik und die frühzeitige Einbindung der Bürger in Entscheidungsprozesse. Wir werden uns weiterhin für einen sensiblen und restriktiven Umgang mit der Umwandlung von Freiflächen in Bauland einsetzen, dabei gilt Innenstadtentwicklung vor Inanspruchnahme von Grün- und Ackerflächen. Einen besonderen Stellenwert hat die Ertüchtigung von weiterführenden Schulen für den Ganztagsbetrieb. Das städtische Gymnasium ist für uns unverzichtbar.“

Für FDP-Fraktionsvorsitzenden Hans Carduck steht fest: „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass es sich lohnt, wieder mit liberaler Politik um Vertrauen der Bürger zu bitten. Wir werden die große Koalition aus CDU und SPD so bekämpfen, dass der Bürger erkennt, liberale Kommunalpolitik setzt auf eigene Verantwortung und nicht auf eine Verteilungspolitik wie zum Beispiel bei der Regelung der Kindergartengebühren beim zweiten Kind. Denn die geht zu Lasten aller. Dabei wird völlig vergessen, dass dieses Geld erst erwirtschaftet werden muss, bevor es ausgegeben werden kann.“

Dr. Renate Knauf, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen: „Eine zentrale Aufgabe wird es sein, den kommunalen Umweltschutz weiter zu stärken, denn für uns fängt dieser auch im Kleinen an. Hierzu gehört auch der Ausbau eines zukunftsfähigen und sicheren Radwegenetzes, die energetische Gebäudesanierung, das Freihalten von Bebauung auf den letzten verbleibenden Grünflächen in Würselen und der Schutz und Erhalt der bei uns vorkommenden Arten. Hierzu muss der Flächenverbrauch deutlich verringert werden. Wir setzen uns nach wie vor für den Erhalt des Status Quo auf dem Flugplatz Merzbrück und damit gegen den Ausbau und die Verschwenkung der Landebahn ein. Zudem möchten wir die Förderung und den Erhalt des Kulturbetriebes im Alten Rathaus. Aber auch die Stärkung der Bürgernähe stellt für uns einen politischen Schwerpunkt dar. Hierzu möchten wir die Bürger deutlich stärker in kommunalpolitische Entscheidungen einbinden.“ Themencheck Seite 19

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