Würselener Modekette Adessa: Zukunft ist unklar

Von: Stefan Klassen
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Keine Zukunft: Die Läden der Adessa-Kette werden abgewickelt, 900 Menschen verlieren deutschlandweit ihre Stelle. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Riesige Probleme, viele offene Fragen: Nachdem die Adessa Moden GmbH Ende vergangener Woche beim Amtsgericht Aachen einen Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt hatte, ist nun das Team um Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning in der Firmenzentrale an der Marshallstraße am Werk.

Freitagabend wurde damit begonnen, alle wichtigen Informationen zusammenzutragen. Ziel müsse sein, „möglichst viele Standorte und Arbeitsplätze zu erhalten”, so Mönning.

Die Einzelhandelskette Adessa hat europaweit rund 300 Filialen, in Deutschland 131. Betroffen von der Krise des Unternehmens sind nur die deutschen Niederlassungen, also auch die Verkaufsstandorte an der Bahnhofstraße in Alsdorf sowie an der Marshallstraße im Aachener Kreuz.

Durchschnittlich fünf Beschäftigte gibt es laut Holger Voskuhl, Sprecher des Insolvenzverwalters, in jeder Filiale. Am Hauptsitz in Würselen sind 120 Menschen beschäftigt.

Starke Umsatzeinbrüche

Der Firmen-Mutter Sahinler-Group gehört neben Adessa auch das Mode-Großhandelsunternehmen Santex. Dieses ist vom Insolvenzantrag nicht betroffen.

„Wir müssen uns erst genau über den Geschäftsbereich informieren, das ist nicht in 24 Stunden zu machen”, betont Voskuhl, der von „vielschichtigen Aufgaben” im Hause Sahinler-Group spricht.

Klar ist den Insolvenzexperten zurzeit Folgendes: „Das Unternehmen Adessa an sich ist gut aufgestellt”, betont Voskuhl. Starke Umsatzeinbrüche wegen der schlechten Wirtschaftslage seien für die finanzielle Schieflage der Modekette verantwortlich.

Nach der Bestandsaufnahme will Mönning „ein Sanierungs- und Restrukturierungskonzept” für das Modeunternehmen, das in Deutschland rund 900 Mitarbeiter hat, vorlegen.

Erst dann sei klar, was mit den Arbeitsplätzen in der Zentrale und den Filialen geschehe. Der Geschäftsbetrieb soll nach Angaben von Mönning vorläufig aufrecht erhalten werden. „Wir werden dazu kurzfristig die notwendigen Gespräche mit den Beteiligten aufnehmen.”

Die Mitarbeiter können laut Holger Voskuhl nun einen Antrag auf Insolvenzgeld bei der Agentur für Arbeit stellen.
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