Würselen - Würselener Jungenspiele sind bei Bürgern weiterhin beliebt

Würselener Jungenspiele sind bei Bürgern weiterhin beliebt

Von: ehg
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Stimmungsvoll: Nach dem Jungenspielempfang ging es vor dem Rathaus weiter. Dort wurde das Mailied unter dem Maibaum auf dem Morlaixplatz gesungen. Foto: Wolfgang Sevenich
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Die Unstimmigkeiten in Würselen offen angesprochen: der AWJ-Vorstand mit dem Vorsitzenden Hans Maaßen (4.v.l.). Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Was hatten sich die Maiköniginnen, Maimägde und Ehrendamen, aber auch die Maikönige, Maiknechte und Pritschenmeister zum Empfang im Rathaus in Schale geworfen! „Es ist wiederum ein herrliches Bild“, machte der Hausherr, Bürgermeister Arno Nelles, ihnen ein dickes Kompliment. Alle Plätze sowohl im Saal als auch auf der Empore waren „ausgebucht“.

Nelles sah darin ein Zeichen für die große Resonanz, die das Jungenspiel-Brauchtum in der Bevölkerung findet. Bei allen, die ihren Beitrag – auch hinter den Kulissen – zu dessen Erhaltung leisten, bedankte sich der Bürgermeister herzlich.

Neben seinem „Vize“ Hans-Josef Bülles, dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Christoph Küppers und dem Mitglied des Städteregionstags, Josefine Lohmann, sowie dem Beigeordneten Roger Nießen hieß er eine vierköpfige Abordnung der Polizei, und als Repräsentanten der Sparkasse Aachen und der VR Bank Würselen, Gebietsdirektor Lothar Müller und Prokurist Josef Clemens, aber auch eine stattliche Abordnung der thüringischen Partnerstadt Hildburghausen neben den „Spellsleuten“ willkommen.

Dem am Pfingstmontag im Stadtgarten ermittelten König Dr. Horst-Josef Peltzer gratulierte Nelles zu dessen Volltreffer. Offen sprach der Bürgermeister die Unstimmigkeiten zwischen AWJ und Stadt an, die es wegen einer gleichzeitig stattfindenden Veranstaltung (Street-Food-Festival) auf dem Morlaixplatz gegeben hatte. Er sah darin eine indirekte Werbung für die Jungenspiele und eine weitere Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit zu zeigen. Es könne ein neuer Impuls gesetzt werden.

Für Nelles gab es keinen Zweifel, dass die Jungenspiele „leben“. Darauf AWJ-Vorsitzender Hans Maaßen: „Wertschätzung ist ein schönes Wort. Wir hören es gerne, aber sie muss auch gelebt werden.“ Als Sprecher aller Jungenspiele müsse er feststellen, „dass die Wertschätzung gegenüber unserem Brauchtum nicht mehr so hoch angesiedelt ist, wie wir es uns wünschen“. Zur Sache sagte Maaßen: „Bei der Planung der Wochenenden nach Pfingsten sollten keine Konkurrenzveranstaltungen geplant werden. Sie sind nicht zuträglich für unser Brauchtum.“

In den einzelnen Quartieren seien tolle Veranstaltungen geplant, auf die sich die Spellsleute freuten. Abschließend bedankte sich Maaßen beim Bürgermeister für die Einladung zum traditionellen Empfang. Was die Beurteilung der Wertschätzung anbetreffe, könne man – so Nelles – geteilter Meinung sein. Für ihn jedenfalls sei sie hoch.

Der Pressesprecher der Stadt, Bernd Schaffrath, nahm „mit großer Freude“ die Vorstellung der Spielspitzen vor. Der Bürgermeister „dekorierte“ sie, assistiert vom AWJ-Vorsitzenden mit der wiederum aufgelegten Jungenspiel-Medaille. Sie ist „800 Jahre Euchen“ gewidmet.

Auf der Vorderseite ist ein altes Siegel „verewigt“, auf der Rückseite wiederum ein Fahnenschwenker. Für die holde Weiblichkeit gab es ein dreifaches Küsschen in Ehren oben drauf, sowohl vom Nelles als auch von Maaßen. Die Spiele applaudierten sich bei der freundlichen Vorstellung gegenseitig. Es war ein Zeichen mehr für die freundschaftliche Verbundenheit, die zwischen ihnen im Laufe der Jahre gewachsen ist. Vorab verabschiedet wurde Renate Keulers, die über Jahre den Empfang gestaltet hat. Auch sie erhielt als Erinnerung daran eine Medaille.

Musikalisch begleitet von Ralf und Gerd Böker sowie Leo Mines stimmten die „Spellsleute“ das „Öm de Ustere jönnt sich de Faste uus“ gemeinsam an. Beim obligatorischen Erinnerungsfoto mit dem Bürgermeister auf der Freitreppe neben dem Rathaus verweigerten sich die Spitzen aller Spiele. Die Fotografen gingen in ihrem Bemühen, sie gemeinsam optimal auf die Platte bannen zu können, leer aus, ein dicker Wermutstropfen am Rande des Empfangs.

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