Würselen - Würselener Goldschmied Albert Sous mit Biografie „Prinzip Finderlohn“

Würselener Goldschmied Albert Sous mit Biografie „Prinzip Finderlohn“

Von: jope
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Ein Herz und eine Seele: Der Würselener Künstler Albert Sous bei der Vorstellung seiner Autobiografie „Prinzip Finderlohn“ mit seiner Enkelin und Rezitatorin bei der Veranstaltung Ana. Foto: Joachim Peters

Würselen. Vier eigene Kinder hat er, die ebenfalls alle künstlerisch tätig sind: der vor 83 Jahren in Stolberg geborene und seit 55 Jahren in Würselen lebende Goldschmied und Metall-Bildhauer Albert Sous. Verschiedene seiner Kunstwerke wie der Morlaixbrunnen in Würselen und der Kugelbrunnen in Aachen könnte man auch seine Kinder nennen.

Nun ist ein weiteres „Kind“ hinzugekommenen. Das legt zudem eine weitere – nämlich schreiberische – Begabung von Albert Sous offen: seine jüngste Autobiografie „Prinzip Finderlohn“. Auf Einladung des Geschichtskreises St. Sebastian Würselen stellte Sous sein Werk nun im bis auf den letzten Platz gefüllten Pfarrheim St. Sebastian vor.

Seine Enkelin Ana Sous, eine junge Kunsthistorikerin, rezitierte einige markante Kapitel aus dem Werk ihres Großvaters. Es zeigt die vielseitigen Facetten einer Persönlichkeit vom preisgekrönten Profi über den passionierten Häuslebauer bis hin zum liebenden Ehemann und Familienvater.

Mit einer musikalischen Ouvertüre, die einen wunderbaren und eigenwilligen Streifzug von Weltmusik bis Johann Sebastian Bach enthielt, eröffnete der eben erst von einer Irak-Reise nach Würselen zurückgekehrte Heribert Leuchter am Akkordeon den Abend.

Bei seiner Begrüßung erinnerte sich Hausherr Pfarrer Rainer Gattys an seine erste persönliche Begegnung mit Albert Sous vor 35 Jahren. Sie war charakteristisch: Obwohl Sous zu jener Zeit beschlossen hatte, keine kirchlichen Aufträge wahrzunehmen, tat er Seelsorger Gattys einen unentgeltlichen Gefallen mit der Wiederherstellung eines beschädigten Kreuzes. Menschliches geht bei Albert Sous immer vor Prinzipienreiterei.

Und dann begann dank der Rezitation von Enkelin Ana ein spannender Streifzug durch das bewegte Leben von Albert Sous. Im ersten Kapitel besuchten der Autobiograf und sein Studienfreund Bonifatius Stirnberg die berühmte und auch von Konrad Adenauer kontaktierte Wahrsagerin Buchela, die in Grundlinien wohl recht mit den Vorhersagen für Souse_SSRq Leben hatte, und sie folgten den beiden jungen Männern in das bevorzugte Reiseland Italien.

Im Bauhausstil

Danach war man beim Hausbau im Bauhausstil des jungen Ehepaares Susi und Albert Sous in Würselen in der Nähe des damaligen Schwimmbades Am Wisselsbach dabei, der ebenso 1963 erfolgte wie die Geburt des ersten Kindes, der Tochter Vera.

Später baute dort auch der aus Regensburg stammende Maler Hans Wittl, den Sous Jahre zuvor als Werkkunststudenten in Aachen kennengelernt hatte. „Sein Haus erinnerte an eine Heringsdose, meines an eine Zigarettenkiste“, zitierte Ana Sous ihren Großvater. In der ländlichen Idylle am Rande Würselens gedieh manch menschliche Freundschaft der Familie Sous zu den Nachbarfamilien, auch die Kinder freundeten sich miteinander an.

Der nächste Zeitsprung in den Memoiren von Albert Sous erfolgte 1979, als er die besondere Aufgabe erhielt und übernahm, die Insignien für den neuen Aachener Weihbischof Goffart auszuführen. Der Heimatort Kalterherberg in der Eifel war bei dessen Weihe im Aachener Dom fast vollständig zugegen – ebenso wie schon ein Jahr später nach dem überraschenden und frühen Tod des Weihbischofs.

In die weite Welt

Anregungen für seine Arbeit erhalten sowie gleichzeitig Abschalten von selbiger: Beide Aufgaben erfüllten die Reisen, die Albert Sous immer wieder in die weite Welt führten. Besonderen Eindruck hinterließ dabei eine Tour mit Ehefrau Susi nach Burgund im Jahre 1993.

Cluny, Beaune und ein Pilgerweg entlang einer Weinstraße hinterließen laut Rezitation von Sous-Enkelin Ana einen unwiederbringlichen und nun doch für immer festgehaltenen Eindruck. Eineinhalb Jahre ist Albert Sous seinem Atelier weitgehend ferngeblieben, um seine Lebenserinnerungen aufzuschreiben, „alles handschriftlich“.

Bebildertes Werk

Frau Susi hat den Text dann am PC eingegeben, eine Nichte und eine Sekretärin leisteten die Lektoren-Arbeit. Das bebilderte Werk, das im örtlichen Buchhandel zu erwerben ist, kostet genau 30 Euro. Albert Sous abschließend und schmunzelnd: „Der Buchhandel bestand auf 29,90 Euro, aber ich beharrte auf einer glatten Summe. Kunstwerke werden nur für glatte Summen verkauft – und mein Buch ist ein Kunstwerk“.

Ergo ist es auch nicht nach Belieben zu vervielfältigen: Es gibt nur eine Auflage von 1205 Büchern. Handsignierte Restexemplare gibt es zudem am Samstag, 14. Juli, von 10 bis 15 Uhr bei einem Empfang mit einem Glas Wein im bekannt gastfreundlichen Haus Sous.

 

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