Würselener Bürgermeister-Kandidaten stehen Rede und Antwort

Von: Georg Pinzek
Letzte Aktualisierung:
diskusbu
Diskutierten vor der Wahl: (v.l.) Hans Carduck (FDP), Moderatorin Ellen Thielen-Vafaie, Arno Nelles (SPD), Karl-Jürgen Schmitz (CDU), Horst Kahlen (UWG) und Renate Knauf (Grüne). Foto: W. Sevenich

Würselen. „Warum trauen Sie sich zu, Bürgermeister zu werden? Warum glauben Sie, der beste für dieses Amt zu sein?” Ellen Thielen-Vafaie, Sprecherin der „Würselener Lokalen Agenda 21”, will das eingangs der Podiumsdiskussion im Alten Rathaus wissen.

Antworten darauf gaben - in der Reihenfolge ausgelost: Hans Carduck (FDP), Arno Nelles (SPD), Karl-Jürgen Schmitz (CDU), Horst Kahlen (UWG) und Renate Knauf (Bündnis 90/Die Grünen).

Für den liberalen Spitzenkandidaten Carduck steht außer Frage: „Würselen braucht Veränderung. Dafür kämpfe ich.” Er sei bekannt als Mann klarer Worte. Außerdem bescheinigt er sich „Teamfähigkeit und Durchsetzungskraft”, für ihn unerlässliche Voraussetzungen für das Amt.

Der Sozialdemokrat Nelles wirft seine „kommunalpolitische Erfahrung in die Waagschale”. In den 80er Jahren hat er Verwaltung gelernt und verweist auf eine über zwei Jahrzehnte lange Praxis in Sachen Personalführung. „Die Verwaltung möchte ich zu einem modernen Dienstleister machen, der sich an den Bedürfnissen der Kunden, also der Bürger orientiert”, betont er.

Auf seine langjährige kommunalpolitische Erfahrung verweist auch der Christdemokrat Schmitz. Er sieht sich motiviert, „weil ich die Stadt von ganzem Herzen liebe”. Seine Kompetenz als Jurist mit Schwerpunkt Verwaltungsrecht ist für ihn eine wichtige Schlüsselqualifikation. Seine soziale Kompetenz habe er sich in mehr als 25 Jahren Tätigkeit als Anwalt erworben: „Ich weiß, wo die Leute der Schuh drückt.”

Der unabhängige Kandidat Kahlen sieht ebenfalls seine Pluspunkte in Kenntnissen im Bereich der Verwaltung und in Mitarbeiterführung. Als Verwaltungsangestellter am Klinikum trage er Verantwortung für über 120 Beschäftigte. Von großem Vorteil sei seine Unabhängigkeit: „Ich habe keine politischen Seilschaften im Rathaus.” Als Bürgermeister würde er absolut alles im Rathaus auf den Prüfstand stellen.

Für die Grünen-Bürgermeisteramtskandidatin Renate Knauf steht außer Frage, dass jeder Bewerber unterschiedliche Qualifikationen für das Amt mit sich bringt. „Welche besser sind, muss jeder selbst entscheiden. Ich jedenfalls schätze meine Chancen realistisch ein. Sie sind sehr gering. Ich habe mich aber aufstellen lassen, um grüne Themen, die mir sehr wichtig sind, in die Wahlkampfdiskussion einzubringen.”

In weiteren Runden stellen sich die fünf Politiker den Fragen, die das Team der Lokalen Agenda und das Plenum zu den Themen Stadtentwicklung, Soziale Stadt sowie Bildung und Kultur formulieren. Einig ist man sich auf dem Podium, dass eigentlich genügend Sach- und Fachverstand für die Stadtplanung im Rathaus vorhanden ist.

Ob hingegen die Kapazitäten ausreichen, somit das Buchen externe Büros weiterhin nötig ist, daran scheiden sich jedoch die Geister. Klare Bekenntnisse zu mehr Bürgerbeteiligung gibt es ebenfalls unisono. Agenda-Sprecherin Ellen Thielen-Vafaie nimmt besonders das erfreut zur Kenntnis.

Und wer will da widersprechen? Schuldenabbau hat Priorität, Bildung kommt eine Schlüsselrolle zu oder Integration darf keine Einbahnstraße sein.

Übereinstimmung gibt es auch, was den Erhalt des Alten Rathauses mit seinem unstrittig wichtigen Angebot wie Kinderkunst- und -Musikschule, Stadtbücherei und Kulturprogramm anbelangt. Wie die Zukunft in finanzieller und personeller Hinsicht konkret aussieht, steht jedoch nach wie vor in den Sternen.

Sowohl der FDP- als auch UWG-Kandidat sprechen sich aber jetzt schon für die Betreuung des Kulturzentrums als Spielstätte unter dem Dach der Stadtentwicklungsgesellschaft - wie bereits bei Burg Wilhelmstein praktiziert - aus.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert