Würselener Bolzplatz weicht dem Lidl-Ausbau nicht

Von: Georg Pinzek
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Wird nicht bebaut: Der Bolzplatz am Troppenbruch wird nicht für die Erweiterung des benachbarten Lidl „geopfert“. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Der Bolzplatz am Troppenbruch wird nicht für die Erweiterung des Lidl-Marktes „Am alten Kaninsberg“ in den Würselener Stadtgarten verlegt. Das hat der Ausschuss für Stadtentwicklung beschlossen. Anwohner hatten zuvor bei den Fraktionen gegen die Expansionspläne der Discountkette auf Kosten der Spielfläche interveniert.

Dass der Ausbau des Nahversorgers damit nicht vom Tisch sei, das bekräftigte Andreas Blum, zuständig für das Projekt beim Lidl-Immobilenmanagement in Köln auf Anfrage dieser Zeitung. Der Anbau im rückwärtigen Bereich des Marktes sei lediglich eine Variante gewesen. Blum: „Unsere Erweiterungsabsichten an diesem Standort bestehen weiterhin. Wir werden die Konzepte gemeinsam mit der Stadt Würselen modifizieren. Wir arbeiten kooperativ zusammen.“ Blum zeigte sich zuversichtlich, dass auch die weitere Planung im guten Einvernehmen mit der Stadt vorangetrieben werde.

Bei der ursprünglichen Planung hatte Lidl angeboten, den Bau eines Bolzplatzes mit Gummiboden im Stadtgarten neben der Skateranlage in der Größe von 12 x 24 Meter zu fianzieren. Gerade mit Blick auf den Pflegeaufwand der städtischen Grünanlagen kein uninteressanter Aspekt in Zeiten leerer Kassen. „Kurze Beine, kurze Wege“ warfen da besonders die Familien im Umfeld des Bolzplatzes am Troppenbruch als Argument in die Wagschale.

„Aufgrund der sich ändernden Anforderungen an die Präsentation der Verkaufsware sowie zur Bestandssicherung des Marktes sei eine Vergrößerung der Verkaufsfläche erforderlich“, hatte die Discountkette auf eine entsprechende Änderung des Bebauungsplans gehofft.

Die aktuelle Verkaufsfläche des Marktes beträgt 800 Quadratmeter, 1200 Quadratmeter stehen auf dem Wunschzettel. Insbesondere sollen wohl künftig Backwaren eine größere Fläche in Anspruch nehmen. Eine sogenannte Backnische – Vorbereitungstisch, Backautomat, Tiefkühlzelle – welche den heutigen Backautomaten ersetzen soll, soll vom Verkaufsraum abgetrennt werden und ist dann nur vom Personal zugänglich. Backwaren werden von der Backnische aus in das Kundenregal geräumt.

Einem vorliegenden Gutachten der BBE-Handelsberatung zufolge sind „negative oder schädliche Auswirkungen auf zentrale Versorgungsbereiche sowie wohnnahe Versorgung in Würselen und in den umliegenden Gemeinden nicht zu erwarten“. Das Vorhaben steht laut Gutachten mit den Zielen und Grundsätzen des Landesentwicklungsplanes im Einklang.

So stellte der Regionalplan den Standort als allgemeinen Siedlungsbereich dar. Nichtsdestotrotz ist bei einer Erweiterung des großflächigen Einzelhandels auf eine Verkaufsfläche von 1200 Quadratmetern eine Abstimmung mit der Städteregion und den benachbarten Städten erforderlich. Darauf hatten sich die Kommunen 2008 mit dem städteregionalen Einzelhandelskonzept „Strikt“ verständigt.

Die Auswirkungen auf den Straßenverkehr rund um den Lidl-Standort „Am alten Kaninsberg“ haben Verkehrsexperten gutachterlich unter die Lupe genommen. Die ISV Ingenieurgruppe Stadt und Verkehr kommt zu den Ergebnis, dass die Leistungsfähigkeit der Kreuzung Oppener Straße/Am alten Kaninsberg/Mauerfeldchen bei einer zu erwartenden Verkehrszunahme mit einer Anpassung der Signalzeitenpläne der Ampelanlage abgewickelt werden kann.

Wie lange es nun dauern wird, bis der Ausschuss für Stadtentwicklung einer Umplanung grünes Licht geben kann, steht noch nicht fest.

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