Würselen - Würselen startet groß angelegte Online-Befragung

Würselen startet groß angelegte Online-Befragung

Von: Karl Stüber
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Trägt zur Belebung des Morlaixplatzes bei: Der Würselener Wochenmarkt findet mit etwa einem Dutzend Ständen mittwochs statt. Die Stadt will nun mit dem Integrierten Handlungskonzept Innenstadt und der Hilfe der Bürgerschaft den Stadterneuerungsprozess vorantreiben. Foto: Karl Stüber

Würselen. Wenn nicht gerade der Wochenmarkt stattfindet oder bei schönem Wetter die Außengastronomie im Bereich Morlaixplatz gut besetzt ist, herrscht im Kern der City oft „tote Hose“. Die Kaiserstraße, die als Haupteinkaufsstraße gilt, weist über 20 leerstehende Ladenlokale auf. Der Verbrauchermarkt gegenüber dem Rathaus hat schon vor einiger Zeit dicht gemacht.

Die Stadt hofft seit langem auf eine den gesamten Kernbereich aufwertende Erschließung des Singergeländes. Die Verkehrsführung in der Innenstadt ist ein Fortsetzungsroman – der Ärger darum groß. Viele Häuser, die nach dem Zweiten Weltkrieg hochgezogen sind modernisierungsbedürftig, die Fassaden sind aufzuwerten. Deshalb hat die Stadt Würselen das Integrierte Handlungskonzept (IHK) initiiert, will die städtebauliche Entwicklung im Kernbereich voranbringen und hofft dabei auf Zuschüsse vom Land NRW (IHK-Untersuchungs- und Geltungsgebiet siehe Schaubild).

Innenstadt im Blickpunkt

Die Stadt fasst Sinn und Zweck so zusammen: „Zum einen sollen öffentliche und private Maßnahmen aufgezeigt und die Gebäudeeigentümer bei der Modernisierung und Instandsetzung ihrer Immobilie unterstützt werden. Zum anderen werden städtebauliche und funktionale Aspekte, wie unter anderem Verkehr, Grün- und Freiraum, Aufenthaltsqualitäten, Barrierefreiheit, soziale und kulturelle Angebote und dergleichen untersucht. Auf dieser Grundlage sollen übergreifende und zukunftsfähige Lösungsansätze zur Steigerung der Wohn- und Lebensqualität in der Innenstadt abgeleitet werden.“

In dieser Sache hat die DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft aus Bonn im Auftrag der Kommune in einer Bürgerversammlung Anregungen gesammelt. Aber nur ein verschwindend geringer Teil der Bevölkerung hat an dieser Abendveranstaltung teilgenommen, um eigene Vorstellungen und Kritik einzubringen.

Aktion läuft bis Ende des Jahres

Die Stadt hat deshalb – wie bei der Versammlung angekündigt – nun eine großangelegte Online-Befragung gestartet, um weitere Anregungen für den Stadterneuerungsprozess zu sammeln. Der mehrteilige „Fragebogen“ ist noch mindestens bis Ende des Jahres unter www.innenstadtaktiv.de zu finden und in ein paar Schritten innerhalb von rund zehn Minuten bequem zu Hause oder in einer Pause am Arbeitsplatz am Rechner ausfüllbar, wie Manfred Schmitz-Gehrmann, in der Verwaltung zuständig unter anderem für Stadtplanung, sagte.

Dabei werden die Teilnehmer in verschiedene Kategorien aufgeteilt. Da geht es um Bewohner/Mieter im Untersuchungsgebiet, Eigentümer, die dort wohnen oder außerhalb, sowie Gewerbetreibende dort. Aber auch die Meinung von „Externen“ ist der Stadt Würselen und dem beauftragten Fachbüro wichtig. Dies Kategorie trägt den originellen Titel „Keins von alle dem“. Mit der Unterzeile „Ich interessiere mich aber für die Entwicklung von Würselen“ sollen Besucher der Stadt und von Veranstaltungen dort, Käufer, Berufspendler oder auch ehemalige Bürger angesprochen werden, wie Schmitz-Gehrmann sagt.

Wer weiterklickt, entdeckt einen Zug um Zug länger werdenden grünen Balken, der in Prozenten angibt, wie viel der Ausfüllende bereits geschafft hat – als Ermutigung, das Ganze auch zu Ende zu führen. Nach einer Erklärung zum Umgang und der Sicherung der zu machenden Angaben gilt es, Namen und Adresse einzutragen. „Es wäre interessant, wo die Leute wohnen bzw. woher sie kommen“, sagt Schmitz-Gehrmann. Natürlich kann man auch ohne weitere Angaben zur Person den Fragebogen ausfüllen.

Mit den Noten eins bis sechs gilt es, Gestaltung und Ausstattung des öffentlichen Raums (Plätze, Grünflächen, Stadtmobiliar, Gehwege, Fahrbahnen, Beleuchtung, Parkplätze) sowie die damit verbundene Aufenthaltsqualität zu bewerten. Nach Handlungsbedarf wird gefragt. Wie gut sind öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Rathaus zu erreichen? Wie wird die Nahversorgung (Einkauf, Arztpraxen etc.) eingeschätzt. Wie steht es um Freizeit- und Kulturangebot sowie um das Parkplatzangebot?

Wichtig für die Planer ist, welche Verkehrsmittel wie intensiv genutzt werden (Pkw, Fahrrad, Öffentlicher Personennahverkehr, Fahrdienste, zu Fuß). Der Bedarf an Bussen, Elektro-Fahrrädern, Carsharing und Fahrgemeinschaften wird ermittelt.

Schwerpunkte ermitteln

Genaueres möchte das Fachbüro DSK über die Einschätzung des Warenangebotes in der City erfahren – und was noch fehlt. Wie oft im Untersuchungsgebiet eingekauft wird und wie die Atmosphäre zum Bummeln eingeschätzt wird, interessiert gleichfalls. Was hier Lebende, aber auch Externe mit Würselen verbinden bzw. assoziieren könnte Aufschluss über das Image der Stadt und weiteren Handlungsbedarf geben. Dazu gehört auch die Fragen, welche Besonderheit die Kommune ausmacht, ob es einen Lieblingsort gibt und was besonders an Würselen geschätzt wird.

Die Einschätzung, wie sich die Würselener Innenstadt in den vergangenen zehn Jahren verändert hat, soll weitere Indizien für die Richtung des weiteren Veränderungsprozess liefern. Deshalb wird auch explizit gefragt, welche Schwerpunkte und welcher Leitgedanke die künftig Stadtentwicklung in den Fokus nehmen soll.

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