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Würselen pumpt weiter Geld ins Aquana

Von: Georg Pinzek
Letzte Aktualisierung:
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Das Aquana erfreut sich besonders bei jungen Badegästen großer Beliebtheit: Die Finanzpolitik hat gar keinen Spaß an dem Bad. Foto: W. Sevenich

Würselen. Wenn die Würselener Finanzpolitiker in rhythmischen Abständen das Aquana thematisieren (müssen), ist selten die Rede vom „Spaßbad“. Viel zu ernst ist die Angelegenheit, viel zu hoch sind die Ausgaben für die städtische Tochtergesellschaft – seit Anbeginn. Der Stadtrat stimmte jetzt – wohl oder übel – der Genehmigung von überplanmäßigen Aufwendungen zur Abdeckung von Verlusten der Freizeitbad Würselen GmbH & Co.KG zu.

Dabei handelt es sich um 406.000 Euro, wovon 330.000 sofort fällig sind, der Rest fließt erst einmal in Rücklagen.Laut Beteiligungsbericht 2012 der Stadt betrug der Betriebskostenzuschuss in 2011 für das Aquana 410.311,96 Euro.

Die Verlustabdeckung wird mit 763.838,27 Euro beziffert, so dass unter dem Strich über 1,17 Millionen Euro in den Betrieb des Bades gepumpt wurden. 237.827 Besucher zählte das Aquana 2011 sowie 41.574 Saunagänger.

UWG: Teilschließung prüfen

Als „insgesamt unerfreulich“ wertete SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Küppers den weiterhin großen Zuschussbedarf.

CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Jürgen Schmitz stellte fest: „Das Aquana belastet nach wie vor nachhaltig unseren Haushalt.“ Doch auch für die Union war die Zustimmung zum Zuschuss quasi alternativlos.

Schmitz: „Wir haben immer gesagt, so lange uns die Schließung mehr kostet als der Betrieb, halten wir am Aquana fest.“ Er forderte aber eine mittelfristige Finanzplanung, da 2017/18 die Finanzierung auslaufe mit Auswirkungen auf die Bilanzen.

UWG-Fraktionsvorsitzender Theo Scherberich erneuerte den Prüfauftrag, die finanziellen Auswirkungen einer Teilschließung oder Umnutzung (Spaßbadbereich) zu prüfen: „Wir wollen das Schul- und Vereinsschwimmen aber definitiv erhalten.“

Die UWG, die im Rat dem Nachschlag die Zustimmung verweigerte, sprach sich dafür aus, die Reklame für das Aquana einzustellen (Scherberich: „Das Spaßbad ist in der Region hinreichend bekannt.“) sowie die Fahrzeuge mit den Werbeaufschriften zu verkaufen. Die Suche nach Einsparpotenzialen dürfe keine Denkverbote kennen.

FDP-Fraktionsvorsitzender Hans Carduck bedauerte die seit Jahren zu beklagenden Verluste: „Die Liberalen sind der Meinung, dass das so nicht weitergehen kann.“ Das Aquana-Team sei sehr bemüht, den Zuschussbedarf so gering wie möglich zu halten. Doch das reiche eben nicht aus.

Carduck: „Ein externer Gutachter soll sich mit dem Aquana befassen, der soll uns Alternativen aufzeigen, wo wir sparen können.“

Grünen-Fraktionsvorsitzende Dr. Renate Knauf begrüßte den Vorschlag, unabhängige Experten einzuschalten.

Dass in der Vergangenheit immer wieder Einsparmöglichkeiten und Einnahmeverbesserungen erfolgreich gefunden und umgesetzt worden seien, machte Kämmerer Ludwig Bremen deutlich.

Er verwies beispielsweise auf die Bewirtschaftung des Parkplatzes und die jüngste, kräftige Erhöhung der Eintrittspreise: „Dabei sind uns die 100.000 Euro an Plus nicht auf die Habenseite geschlagen, weil zugleich erhebliche Kostensteigerungen auf dem Energiesektor zu verzeichnen waren.“

Die Verwaltung soll dem Rat in Kürze weitere Zahlen und Fakten zum Aquana vorlegen.

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