Würselen: Grünes Licht für vorausschauende Sozialpolitik

Von: ehg
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Würselen. Grünes Licht gab der Jugendhilfeausschuss für eine vorausschauende Jugend- und Sozialpolitik - im Interesse der Hilfesuchenden und aus finanziellen Gründen. Die Ausgaben in der Erziehungshilfe sind von 2006 bis 2009 um 35 Prozent angestiegen. Bei den Fallzahlen ist der Anstieg noch dramatischer: 52 Prozent.

Der kommissarische Fachbereichsleiter Herbert Zierden: „Mit Blick auf den zunehmenden Unterstützungsbedarf von Familien und vor dem Hintergrund der prekären Haushaltslage ist ein Umdenken unerlässlich.” Wie? Dazu unterbreitete das Jugendamt konkrete Vorschläge. Einmal geht es um „Verhaltensprävention”: Gefährdeten Personen, Familien beziehungsweise Gruppen müssen vorsorgende Angebote gemacht werden. Hierdurch sollen erzieherische Defizite bei Kindern und Jugendlichen und die daraus resultierenden Hilfestellungen vermieden oder reduziert werden.

Falldichte reduzieren

Andererseits soll sie durch eine „Verhältnisprävention” ergänzt werden. Dabei komme „den auf einen konkreten Sozialraum zugeschnittenen niedrig schwelligen Unterstützungssystemen eine besondere Bedeutung zu”. Es gehe darum, Hilfe vor einer Eskalation familiärer Krisen anzubieten. Zur Reduzierung der Falldichte und zur Vermeidung der weiter steigenden Ausgaben strebt die Stadt Würselen verschiedene Strategien an: Die Hilfen für Eltern und Kinder sollen gebündelt werden. Aufgestockt werden soll das Personal, um eine zeitnahe Fallsteuerung gewährleisten zu können. Stationär untergebrachte Kinder und Jugendlichen sollen qualifiziert zurückgeführt werden in den elterlichen Haushalt. Weiter ausgebaut werden soll der Pflegekinderdienst.

Das Jugendamt erinnerte den Ausschuss daran, dass Würselen bereits über eine breite Palette unterschiedlicher Angebote, die für Kinder, Jugendliche und Familien zugänglich sind, verfügt. Neben den Angeboten des Jugendamtes offerieren die Freien Träger, Vereine und Verbände eine breite Palette an Leistungen, die auf jeden Fall aufrecht erhalten werden sollen.

Daher seien diese Leistungen unbedingt als Präventions-Angebote zu werten. Darüber hinaus gelte es, die Maßnahmen der frühen Förderung von Kindern, Jugendlichen und Familien auszubauen und weiter zu entwickeln. Im Jugendamt wurde deshalb eine Projektgruppe „Prävention” gebildet. Die Schwerpunkte der präventiven Arbeit sollen sowohl in der Eltern-Kompetenz-Förderung als auch in der Kinder- und Jugend-Kompetenz-Förderung liegen.

In einem ersten Schritt wurde an der Realschule Würselen das Elterntraining „Gesetze des SchulErfolgs” initiiert. Gleichzeitig wurden an der GGS Bardenberg und an der Wurmtalschule das Elterntraining „EASI” auf die Schiene gesetzt. In der weiteren Planung befindet sich der Elternkurs „FUN”, der insbesondere auch für „bildungsferne Familien” angeboten wird.

Eine abschließende Bewertung der Angebote ist ins Auge gefasst, um das Elterntraining gegebenenfalls weiter ausbauen und anschließend an allen Schulen anbieten zu können. Für Präventionsleistungen sind im Haushalt Mittel in Höhe von 90000 Euro eingestellt.
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