Würselen: Geld für neue Kunstrasenplätze nun freigegeben

Von: ehg
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Für die Aschenplätze an der Krottstraße muss Ersatz geschaffen werden: Dort soll die Gesamtschule gebaut werden. Der geplante Sportpark auf der anderen Seite des Willy-Brandt-Rings neben dem Aquana soll entsprechend ausgestattet werden. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Eine Kunstrasenfläche auf dem städtischen Grundstück neben dem Aquana anzulegen, das hatte der Rat am 8. Dezember 2015 beschlossen. Er sperrte jedoch die Bereitstellung der notwendigen finanziellen Mittel, indem er diese einem gesonderten Beschluss des Rates unterwarf.

Die Sperre wurde jetzt durch einen mit Mehrheit gefassten Empfehlungsbeschluss des Sportausschusses aufgehoben, nachdem Sportstättenplaner Dr. Markus Fischer seine Planung sowohl für die Ersatzfläche als auch für die weiteren Anlagen eines Sportzentrums (mit 400-Meter-Umlaufbahn) neben dem Aquana dem Ausschuss vorgestellt hatte. Er veranschaulichte darin, wie die Ersatzfläche für die bei der Errichtung des Gesamtschulgebäudes wegfallenden Aschenplätze in die Gesamtkonzeption eines Sportzentrums integriert werden kann.

Bodennivellierung ist teuer

Wie er ausführte, verursacht die Topographie mit ihren Höhenunterschieden erhöhte Kosten für die Bodennivellierung. Der Planer sprach davon, dass sie sich auf rund 500.000 Euro belaufen würden. Obwohl eine exakte Kostenrechnung für die verschiedenen Abschnitte noch erstellt werden müsse, prognostizierte Fischer die Kosten für den Kunstrasenplatz mit Umkleidehaus – möglicherweise Container – und Anlegen von 70 Parkplätzen auf rund eine Millionen Euro.

Gegenüber gestellt werden sollen die Kosten für einen Gesamtausbau mit denen, die bei der Erstellung des Sportzentrums in einzelnen Abschnitten entstehen werden. Bevor „spitz“ gerechnet werden könne, müsse das Bodengutachten vorliegen. Wie das künftige Zentrum an das Straßennetz angebunden werden könne, müsse mit Straßen NRW abgestimmt werden. In die Teilplanung für die Ersatzfläche müsse neben dem Verkehr auch die übrige Ent- und Versorgung für das gesamte Projekt eingerechnet werden. Darauf legte mit Blick auf die weitere Planungsschritte der Ausschuss – auch auf Empfehlung der Verwaltung – wert.

Die Opposition warnt

Dass bei der Fortschreibung der Planung weitere Gespräche zu deren Abstimmung mit den Vereinen geführt werden sollen, das betonte SPD-Sprecher Winfried Hahn. „Um auf sportlicher Ebene zukunftsfähig zu sein, müssen wir uns heute entsprechend aufstellen“, warb er für das Projekt. Den Wünschen des Stadtsportverbandes Rechnung tragen zu wollen, versicherte CDU-Fraktionschef Karl-Jürgen Schmitz. Er erinnerte daran, dass es neben den Interessen der rund 10 000 dem Stadtsportverband gemeldeten aktiven Sportler auch noch den Schulsport gebe. Dass es sich um einen weiteren Schritt in die richtige Richtung handele, war die einhellige Meinung der großen Koalition.

Das unterstrich auch der Vorsitzende des Stadtsportverbands, Günter Kuckelkorn. Unerlässlich sei es, dass nach rund 40 Jahren endlich eine Anlage mit 400-Meter-Umlaufbahn Realität werde. Unterdessen appellierte Schmitz, die sich heute bietende Chance für ein Sportzentrum zu nutzen, und sie nicht – wie so oft schon in der Vergangenheit – zu „zerreden“.

Dass viel Geld in ein Projekt investiert werde, dass an anderer Stelle fehle, war der Beweggrund der UWG-Sprecherin Claudia Küppers, das zu finanzierende Projekt in Frage zu stellen.

Die Sportplätze in der Stadt seien gut erreichbar. Sie sollten ertüchtigt werden, meinte die Sprecherin der Grünen, Anke Erdweg, und warnte davor, sich neben dem Aquana noch einen zweiten dicken Klotz ans Bein zu binden. Erdweg mahnte einen fehlenden Finanzierungsplan für die nächste Sitzung am Dienstag, 14. Juni, an.

Es mache mehr Sinn, die in Würselen-Mitte gelegenen vorhandenen Sportplätze „auf Vordermann“ zu bringen, ging FDP-Fraktionsvorsitzender Hans Carduck mit der „Groko“ angesichts der „bislang verfehlten Sportpolitik“ ins Gericht. Die Umlaufbahn könne, zumal viele Anlagen für die Leichtathletik bereits vorhanden sind, in Scherberg angelegt werden. Es werde neu geplant ohne sagen zu können, was mit den Plätzen in der Innenstadt passiere. Carduck hielt „sein“ Konzept langfristig für das bessere und „die für unsere Bürger wirtschaftlichere Lösung“.

„Die Politik darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen“, mahnte Schmitz nach einem emotionalen „Exkurs“ wieder zur Sachlichkeit zurück zu kehren. Durch den gefassten Mehrheitsbeschluss wurden dann doch noch die Türen zu einem ersten Kunstrasenplatz als Teil eines geplante Sportzentrums weit aufgestoßen.

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