Würselen - Würselen fehlt Geld für Kunstrasenplätze

Würselen fehlt Geld für Kunstrasenplätze

Von: ehg
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Als Sportstätte unverzichtbar
Als Sportstätte unverzichtbar: Die Turnhalle Krottstraße wird unter anderem vom Würselener Turnverein - so auch bei der jährlichen Präsentation der Abteilungen - genutzt. Das Gebäude muss jetzt für 1,8 Millionen Euro saniert werden. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Es wäre zu schön gewesen, um wahr zu sein, zumal Anfang des Jahres die finanziellen Mittel dafür zur Verfügung standen! Doch dann machte erst die unerwartet erforderlich gewordene Grundsanierung der Mehrzweckhalle An Wilhelmstein und jetzt auch noch die unumgängliche Sanierung der Sporthalle an der Krottstraße, die mit 1,8 Millionen Euro beziffert wird, einen dicken Strich durch die Rechnung.

Die Rasensport treibenden Vereine werden weiter auf ihre Kunstrasenplätze warten müssen. Sie vertrösten zu müssen, das war die „bittere Pille”, die der Ausschuss für Soziales, Sport und Kultur in seiner Sitzung schlucken musste. Und dabei hatten der Arbeitskreis „Außensportflächen” und die Kooperation (CDU/FDP/Grüne) gemeinsam mit der Verwaltung eine Menge Arbeit in die Entwicklung von Konzeptionen gesteckt.

Obwohl von allen Fraktionen versichert wurde, weiter gemeinsam mit den Vereinen bei der Realisierung von Kunstrasenflächen und eines Leichtathletikzentrums am Ball bleiben zu wollen, unterstrich SPD-Fraktionsvorsitzender Stefan Mix: „Bevor wir in neue Anlagen investieren, muss erst die Infrastruktur ertüchtigt werden.” Man müsse erst Klarheit darüber besitzen, welcher Sanierungsstau noch bestehe. Was in der Vergangenheit passiert sei, dürfe so nicht mehr passieren, rannte er bei den anderen Fraktionen offene Türen ein. Er sprach sich eindeutig für die Weiterentwicklung des vom Arbeitskreis entwickelten Konzeptes mit den Konzentrationsflächen in allen drei Stadtteilen aus. Da auf Kunstrasenplätzen kein Schulsport stattfände, dürften sie nicht aus der Schulpauschale finanziert werden.

Die Kooperation hielt aus Kostengründen an dem von ihr entwickelten Konzept fest, nach dem die Sportplätze Birkenstraße, Linden-Neusen und Krottstraße zu Kunstrasenplätzen umgestaltet werden sollen. Dadurch könnten gegenüber von Neuanlagen 2,2 Millionen Euro, wie die Verwaltung hochgerechnet habe, eingespart werden, betonte CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Jürgen Schmitz. An der zügigen Sanierung der Sporthalle Krottstraße gehe kein Weg vorbei. Mittel im nächsten Haushalt für die Behebung von möglichen weiteren Sanierungsstaus zu Verfügung zu stellen, dafür plädierte er.

Die Umsetzung des Sportentwicklungsplanes müsse weiter verfolgt werden, „eine nicht leichte Nummer!” Vorrang habe, was auch der Vorsitzende des Stadtsportverbandes, Günter Kuckelkorn, und der Arbeitskreis „Außensportstätten” beteuerten, eine Leichtathletikanlage mit 400-Meter-Bahn, die seit 40 Jahren schon versprochen worden sei. Schmitz ersuchte die Verwaltung, bis zur nächsten Sitzung am 29. November 2011 ein Konzept für den Platz in Scherberg zu erarbeiten. Es sollte so gestaltet sein, dass auch die Vereine beteiligt werden könnten. Mit den Fußballvereinen müsse nach wirtschaftlichen Lösungen bei den Kunstrasenplätzen gesucht werden. Dass der Bestand des Rhenania-Sportplatzes für die nächsten zehn Jahre gesichert ist, daran ließ Schmitz keine Zweifel aufkommen.

Dass auch die Sportplätze nicht verrotten dürfen, das schrieb FDP-Sprecher Hans Carduck dem Ausschuss ins Stammbuch. Mit Sanierungsstaus künftig „sensibler” als bisher umzugehen, mahnte UWG-Sprecher Clemens Soijka an.

Frühestens in vier Wochen werde die Mehrzweckhalle An Wilhelmstein in Bardenberg wieder ihrer Bestimmung übergeben werden können, informierte Technischer Beigeordneter Till von Hoegen den Ausschuss. Dabei habe er gehofft, die Grundsanierung bis zum Ende der Herbstferien abschließen zu können. Bis zum Jahresende müsse sie wegen der Gewährung der Zuschüsse aber auf jeden Fall fertig sein. Der Auftrag zur Sanierung des Daches an der Sporthalle Krottstraße wird, so von Hoegen, in dieser Woche vergeben. In den nächsten vier bis sechs Wochen soll sie ausgeführt werden. Dann werde die Halle trocken gemacht. Erst dann werde man sagen können, was an Sanierung auf das Stadtsäckel noch zukommen werde. Dass die öffentlichen Gebäude in die Jahre gekommen sind, dem müsse Rechnung getragen werden, regte der Technische Beigeordnete eine regelmäßige Untersuchung an, was vom Ausschuss begrüßt wurde.

Thematisiert wurde in der Sitzung des Aussschusses für Soziales, Sport und Kultur auch das Sport- und Dorfgemeinschaftshaus in unmittelbarer Nähe der Leichtathletikzentrums, das die Scherberger Vereine errichten wollen. Das bürgerschaftliche Engagement zu unterstützen, dazu rief Karl-Jürgen Schmitz (CDU) den Ausschuss auf. „Durch dieses Projekt kann in der Scherberger Bevölkerung ein neues Wir-Gefühl geschaffen werden.”

Werden die Vereine doch heimatlos, wenn am 31. Dezember 2011 die Lichter in der Gaststätte „Alt Scherberg” ausgehen. Auch Bürgermeister Arno Nelles liege, wie er in einem Schreiben an die Scherberger Vereine bekundet habe, das Projekt am Herzen. Der von den Vereinen gestellte Initiativantrag wird in der nächsten Ausschusssitzung im Rathaus auf die Tagesordnung kommen.
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