Würselen fehlt ein Gesamtkonzept für Sportstätten

Von: -ks-
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Nicht bespielbar: Der VfR Linden-Neusen verfügt – wie andere Vereine auch – über keinen Kunstrasenplatz. Foto: Karl Stüber

Würselen. In der Debatte um Sportstätten und insbesondere Fußballplätze im Stadtgebiet wird immer schmerzlicher deutlich, dass Verwaltung und Politik den Vereinen bislang ein Konzept schuldig geblieben sind. Dieses Konzept müsste die Belange der Vereine in den Hauptortslagen Mitte, Broichweiden und Bardenberg sowie der Initiativen umliegenden kleineren Siedlungen Rechnung tragen.

Auch der Schulsport will berücksichtigt sein. Kompromisse sind unausweislich. Aber es gibt noch nicht einmal „Leitplanken“, an denen sich Entscheidungen orientieren könnten. Zuletzt hatten VfR Würselen und Rhenania 05 die öffentliche Debatte geprägt. Hier geht es um den Ersatz für zwei Trainingsflächen an der Krottstraße, die dem Neubau der Gesamtschule weichen müssen. Die Verwaltung hatte hierfür eine Ersatzfläche am Aquana vorgeschlagen.

Wohin mit Kunstrasenplatz?

Dagegen beschloss vergangene Woche das Stadtparlament, zwar Geld für einen Kunstrasenplatz zur Verfügung zu stellen, allerdings wurde nicht entschieden, wo denn nun diese Ersatzfläche angelegt wird. VfR Würselen und Rhenania 05 hatten jeweils eigene Vorschläge unterbreitet, die intensiv und kontrovers diskutiert wurden. Beide Vereine mahnen an, dass es letztlich um die Zukunft der Vereine geht. Nun soll nach Willen der Politik ein Konsens mit allen Vereinen erzielt werden.

In dieser Debatte droht der dritte Verein, der ebenfalls – wenngleich nur in geringem Umfang – bislang die Trainingsmöglichkeiten an der Krottstraße nutzt, in Vergessenheit zu geraten: der VfR Linden-Neusen. Das mag daran liegen, dass es für die Belange dieses Vereins bereits eine ausgemachte Lösung gibt – auf den ersten Blick jedenfalls.

Der VfR Linden-Neusen hatte sich mit Verwaltung und Stadtrat auf ein rund 1,5 Millionen Euro kostendes Großprojekt geeinigt und auch mit großem Fleiß und entsprechend den Auflagen den entsprechenden Förderantrag formuliert, wie Marcus Schwartz, stellvertretender Jugendgeschäftsführer und „tief im Thema“, auf Anfrage unserer Zeitung in Erinnerung ruft. Man hofft auf Geld aus einem Förderprogramm des Bundes.

Kern des Konzepts ist es, die Sportanlage in Linden-Neusen zu modernisieren. Hierzu soll die Rasenfläche durch einen Kunstrasen ersetzt werden. Dies dient nicht nur dem Vereinssport, sondern kommt auch benachbarten Schulen und der Kindertagesstätte zugute, wird argumentiert. Die Flutlichtanlage soll auf den neuesten Stand gebracht werden. Das gilt auch für das Vereinsheim. Die Anlage soll nicht nur dem Zweck Sport dienen, sondern auch zu einer Jugend- und Kultureinrichtung werden. Für die Ortslage Linden-Neusen sicherlich ein wichtiges und wertvolles Projekt.

Plan B gibt es nicht

Der Stadtratsbeschluss hat aber einen Haken – einen Vorbehalt. Grundvoraussetzung für die Realisierung ist, dass notwendige Zuschüsse seitens des Bundes auch gewährt werden. Klarheit erwartet Würselens Technischer Beigeordneter im Mai. Da Würselen eine Nothaushaltskommune ist und den strengen Kriterien des Stärkungspakt unterliegt, wird der Eigenanteil nur gering ausfallen können. 90 Prozent Fördermittel müssen da schon fließen, um das Vorhaben realisieren zu können.

Die Konkurrenz um den Fördertopf ist sehr groß. Und es gibt Konkurrenz in der eigenen Stadt – genauer in Weiden. Im Mittelpunkt steht dort ein Hallenneubau an der Parkstraße mit dem Ziel, für die sehr erfolgreichen Handballvereine TV Weiden und DJK Westwacht ein angemessenes Zentrum zu schaffen. Was geschieht, wenn der VfR Linden-Neusen am Ende leer ausgeht, weil keine Zuschüsse fließen? Laut Marcus Schwartz gibt es keinen Plan B. Aber er sagt auch: „Wir freuen uns auf ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Sportstätten unter Einbeziehung von sachlichen Argumenten anstelle von Einzelinteressen.“

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