Nordkreis - Würselen belohnt seit Jahren Energie-„Sparfüchse“

Würselen belohnt seit Jahren Energie-„Sparfüchse“

Von: -ks-
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Nordkreis. Das Beispiel der „Going-Green“-Gruppe am Alsdorfer Gymnasium zeigt, dass die Beschäftigung mit Nachhaltigkeitsprojekten nicht nur der Umwelt etwas bringt, sondern auch lehrreich und persönlichkeitsbildend bei den sich beteiligenden Schülern wirkt. Das gilt sicherlich generell für alle Schulen.

Da wäre es doch um so spannender, würden die Schulen bzw. Schulträger, in der Regel die Kommunen, zusätzlich Anreize für Umweltprojekte schaffen. Ein geeignetes Instrument dafür ist zum Beispiel das Projekt „Fifty/Fifty“ – Energiesparen an Schulen“. Das Prinzip: Durch Nutzungsänderung im Schulalltag wird Energie gespart. Als Dankeschön fürs Klimaschützen gibt es am Ende des Schuljahrs „Lohn“.

Die Hälfte der eingesparten Energiekosten werden vom Schulträger direkt an die Schule ausgezahlt. Schulen gestalten so die Energiewende aktiv mit – und auch der Schulträger spart unterm Strich Kosten. Der Alsdorfer Stadtrat hatte das bereits beschlossen – und zwar schon im Mai 1998, aber die Verwaltung hat dies bis heute noch nicht umgesetzt, wie der Grüne Horst-Dieter Heidenreich in Erinnerung bringt.

Zuletzt war dies beim Alsdorfer Stadtgespräch „Zündende Ideen – leuchtende Beispiele. Die Energiewende vor Ort“ angesprochen worden, das unsere Zeitung gemeinsam mit der Aktionsgemeinschaft Stadtmarketing und der Energeticon gGmbH organisiert hatte.

Grüne haken nach

Nun starten die Grünen mit einer Anfrage, die in der Hauptausschusssitzung am Donnerstag, 22. Januar, im großen Sitzungssaal des Rathauses gestellt wird (Beginn der Sitzung um 18 Uhr), den erneuten Versuch, die Kommune zum Handeln zu bringen. Heidenreich argumentiert, dass gerade vor dem Hintergrund der anstehenden Haushaltsberatungen und der angespannten finanziellen Lage der Kommune alle nur erdenklichen Einsparpotenziale auch genutzt werden sollten.

Die jahrelangen Erfahrungen der Stadt Würselen zugrunde legend, liegt der Alsdorfer Grüne mit seiner Einschätzung richtig. Würselens Pressesprecher Bernd Schaffrath sagte, dass das „Anerkennungsprogramm“ der Stadt Würselen für Sparbemühungen an Schulen gerade mit Blick auf das Haushaltssicherungskonzept und die Proteste seitens der Schulgemeinschaften nicht gestrichen worden ist, weil Kommune wie Schulen davon profitieren.

„Das läuft schon seit Jahren sehr gut“, betonte Schaffrath. Die durch Aktivitäten an der Schule eingesparte Summe wird demnach aufgeteilt. 40 Prozent fließen in den allgemeinen Haushalt. 60 Prozent kommen der Schule zugute, wobei 30 Prozent zweckgebunden vor Ort für weitere Energiesparmaßnahmen eingesetzt werden müssen (Anschaffen von Energiesparlampen oder Einrichten von „intelligenter Toilettenspülung“). Über die restlichen 30 Prozent kann die Bildungseinrichtung frei verfügen, beschrieb Schaffrath das Verfahren.

Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders wies darauf hin, dass besagter Alsdorfer Ratsbeschluss noch vor seiner Zeit gefasst worden ist. Sonders hat sich zum Ziel gesetzt, einen Klimaschutzmanager einzustellen, der sich auch mit Schulen auseinandersetzen soll. Hierzu müssen Bemessungsgrundlagen für einen Spareffekt ermittelt werden. Allerdings sind Zuwendungen in dieser Angelegenheit den freiwilligen Leistungen zuzuordnen, was bei der Haushaltslage schwer zu bewerkstelligen ist.

In Baesweiler gibt es kein Bonus-System für Schulen in Sachen Energiesparen oder für andere Formen von umweltschonenden Projekten (Müllvermeidung, Wassersparen), wie der Technische Beigeordnete Peter Strauch auf Anfrage sagte. Mit verschiedenen Schulen ist zwar darüber gesprochen worden, aber aus Sicht von Strauch hat es sich als schwierig erwiesen, nachvollziehbare „witterungsbereinigte“ Bemessungsgrundlagen für Einspareffekte zu finden.

Zudem, so der Technische Beigeordnete weiter, ist an den Baesweiler Schulen bereits viel bezüglich Energiesparen seitens der Stadt getan worden, und zwar nicht nur am energetisch durchsanierten Gymnasium. Da ist nach seiner Auffassung das Sparpotenzial fast ausgereizt.

Da sollen die Schüler nun nicht mit einem Anreizsystem auf die falsche Spur gesetzt werden. Der Wasserverbrauch ist an den Schulen bereits durch automatisiertes Abschalten nach Benutzung von Wasserzuläufen reduziert worden, zum Thema Müllvermeidung sind die Hausmeister Ansprechpartner, sagte Strauch.

Bis Redaktionsschluss lag die bei der Stadt Herzogenrath erbetene Stellungnahme nicht vor.

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