Würselen: 2008 mehr Verfahren wegen Körperverletzung

Von: ehg
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Würselen. 2008 sanken die Fallzahlen im Arbeitsbereich der Jugendgerichtshilfe der Stadt im Vergleich zum Vorjahr um lediglich drei Fälle. Wurden 2007 noch 174 Fälle bearbeitet, waren es im Jahr 2008 insgesamt 171.

Das geht aus einem Bericht hervor, den das Jugendamt in der letzten Sitzung der laufenden Wahlperiode im Jugendhilfeausschuss vorlegte.

2008 wurden im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs fünf Fälle bearbeitet, sechs weniger als 2007. Aus dem Opferfonds, der vom Verein zur Förderung der Jugendhilfe Würselen verwaltet wird, wurde 2008 ein Betrag von rund 5900 Euro an Schmerzensgeld und Schadens-Wiedergutmachungen gezahlt.

Die einzelnen Darlehen wurden in der Regel durch die Ableistung gemeinnütziger Tätigkeiten getilgt. Dabei wurde pro abgeleistete Stunde ein Tilgungsbetrag von fünf Euro angesetzt. Fünf Betreuungszuweisungen erfolgten.

Zielgruppe waren Jugendliche und Heranwachsende, bei denen aufgrund ihrer bisherigen Entwicklung eine intensive Betreuung notwendig geworden war. Sie stellt die intensivste nicht stationäre pädagogische Maßnahme im Rahmen der Jugendgerichtshilfe dar. Sie dauert mindestens ein halbes Jahr, maximal ein ganzes - drei bis fünf Stunden in der Woche.

Nicht berücksichtigt bei den allgemeinen Fallzahlen sind 82 Fälle, in denen das Verfahren durch die Staatsanwaltschaft folgenlos eingestellt worden ist. Insgesamt gingen 2008 bei der Jugendgerichtshilfe 231 zu bearbeitende Fälle ein, sieben mehr als im Vorjahr. Da in einigen Hauptverhandlungen mehrere Verfahren miteinander verbunden waren, weist die Statistik jedoch nur 171 aus.

Bei den Delikten wie „Schwarzfahren”, Diebstahl und Sachbeschädigung ist wiederum ein Rückgang der Fallzahlen zu erkennen, bei den Verfahren wegen eines Verkehrsvergehens aber in den letzten drei Jahren ein leichter Anstieg. Ebenfalls wieder angestiegen sind die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Modellhaft in Deutschland

Leider ist im Stadtgebiet auch die Anzahl der Verfahren wegen Körperverletzungen um acht Fälle gestiegen, im Deliktbereich Raub gibt es eine Zunahme um drei Fälle. Waren die jugendlichen Straftäter im Alter von 14 bis 17 Jahren in den vergangenen Jahren noch in der Überzahl, so hat sich das Verhältnis enorm gewandelt. Im Jahre 2008 überwogen die Straftäter im Alter von 18 bis 21 Jahren gegenüber den Jugendlichen deutlich.

War die Zahl der nichtdeutschen Täter in den vergangenen Jahren noch rückläufig, ist in 2008 ein Anstieg von zwölf Fällen festzustellen. Bei den weiblichen Tätern gab es erfreulicherweise einen deutlichen Rückgang.

Da bei den Delikten Körperverletzung und Raub eine Erhöhung der Fallzahlen zu erkennen war, wurde bereits im Jahre 2007 ein Konflikttraining unter dem Motto „Null Bock auf Gewalt” entwickelt. An der Entwicklung des Konzepts und der Realisierung waren insbesondere die Schulsozialarbeiterin der Albert-Schweitzer-Schule, der Schulsozialarbeiter der Hauptschule und die Jugendgerichtshilfe beteiligt.

Freudig zur Kenntnis nahm der Ausschuss, dass wie in den vergangenen Jahren auch in 2008 die Kooperation innerhalb der Arbeitsgemeinschaft der Jugendgerichtshilfe positiv zu bewerten ist. So heißt es im Bericht: „Die acht angebotenen ambulanten Maßnahmen sind modellhaft für die Arbeit der Jugendgerichtshilfe im gesamten Bundesgebiet und zeugen von einem qualitativ hohen Standard in der Region.” Für die einzelnen Kommunen und die Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe bedeute diese Vernetzung eine erhebliche Zeit- und Kostenersparnis. Ohne ein Zusammenwirken wäre das Anbieten von ambulanten Maßnahmen in den einzelnen Kommunen nur eingeschränkt möglich, heißt es weiter.Ê
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