Wohlverdienter Beifall für die Würselener Fahnenschwenker

Von: ehg
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Auf diesen Tag freut sich auch der Nachwuchs: Die Pritschenkinder warten gespannt auf ihren Auftritt. Foto: Wolfgang Sevenich
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Der Jungenspielbrunnen ziert die schmucken Tücher der Markt-Precketer Fahnenschwenker.
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Mit Fähnchen grüßten die Jungenspiel-Akteure am Straßenrand. Foto: Wolfgang Sevenich
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War vor vier Jahrzehnten Pritschenmeister in Bissen: Martin Schulz gehörte zu den Ehrengästen am Fahnenschwenker-Sonntag.

Würselen. Da war die Freude groß! Strahlte doch die Sonne beim Fahnenschwenken vor der Pfarrkirche St. Sebastian mit den Spellsleuten um die Wette… Die Freude teilte mit ihnen als Ehrengast der neu gewählte Bürgermeister der Partnerstadt Hildburghausen, Holger Obst. Er genoss das wunderbare Schauspiel zum ersten Mal.

Und stieß voller Begeisterung mit den Gastgebern im Markt-Precketer Zelt auf die Stadt der Jungenspiele an. Herzlich begrüßte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Würselener Jungenspiele (AWJ) neben dem Gast aus Thüringen, der die Jungenspiel-Krawatte trug, auch den Präsidenten des Europa-Parlaments, Martin Schulz, der vor vier Jahrzehnten in Bissen als Pritschenmeister das Spiel angeführt hatte.

Als Freund der Jungenspiele war auch Ex-Stadtdirektor und Ehrenpritschenmeister des Morsbacher-Siedler Königsspiels, Albert Cramer mit Ehefrau Marianne dabei, die vom Balkon aus winkte, sowie neben Pfarrer Karl-Josef Pütz, der den Kirmes-Gottesdienst zelebrierte, auch der neue Kaplan von St. Sebastian, Andreas Möhlig. „Ich freue mich, in Würselen wirken zu dürfen“, schloss dieser die Spellsleute sofort in sein Herz. Bürgermeister Arno Nelles hieß die große Zahl der Spellsleute vor St. Sebastian willkommen, während AWJ-Ehrenvorsitzender Wilhelm Kriescher – wie andere Hobbyfotografen auch – die immer neuen vorbeiziehenden Bilder auf Platte bannte.

Es kündigten sich in der Ferne schon die aus allen Himmelsrichtungen aufmarschierenden Spiele an, da blieb noch Zeit für eine erste Bilanz: „Der Freitag wird immer stärker“, resümierte AWJ-Vorsitzender Hans Maaßen. Geteilt fiel die Resonanz für den Samstag aus, wo sich nicht auf allen Zelten die Wünsche der Spellsleute erfüllten, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat. Vor allem vermeldete das Scherberger Königsspiel an zwei Abenden ein brechend volles Haus, je 800 Besucher. In Oppen/Haal und auch auf Markt-Preck „hob es sich“ besonders am Samstag.

Inzwischen marschierte vom Markt her das Bissener Spiel die Kaiserstraße hinunter und den Markt hinauf. Das Schweilbach-Teuter Königsspiel kündigten – unüberhörbar wie eh und je – „De Trommeleare va Herle“ an. Die Scherberger Spellsleute hatten ihre dekorativen Schirmchen aufgespannt. Das Morsbacher-Siedler Königsspiel folgte auf den Fuß, und Oppen-Haal ließ auch nicht mehr lange warten. Zu Füßen des „Doms“ wurde es immer enger. Nicht zu übersehen waren die vielen Pritschenkinder. Und erst recht nicht die vielen jungen Fahnenschwenker, die meist zum ersten Mal ihrem ersten Auftritt vor großem Publikum entgegenfieberten. Mit einem tiefen Diener bedankten sie sich für den wohlverdienten Beifall.

Mit „Wöschele wör net mie so schön, wenn et Spell ens net mie jöng!“, einem Lied von Heimatsänger Friedel Schwartz, stimmten die Wöschelter Prinzen auf das spektakuläre Spiel mit den bunten Tüchern ein.

Vorgestellt wurden die Spielspitzen und die Schützenkönige. Bei Markt-Preck waren es gleich zwei: Stuart Eason, der Brite in der Uniform der St.-Sebastianus-Schützengesellschaft 1624, und Manfred Bendig von den St.-Salmanus-Bogenschützen. Beim Scherberger Spiel rollte Jugendprinz Bento Kemp im Rollstuhl an. Er machte aus der Not eine Tugend, wenige Tag zuvor hatte er sich einen Fuß gebrochen. Voller Einsatz!

Zu Walzerklängen ließen die Scherberger Fahnenschwenker ihre Tücher synchron durch die lauen sommerlichen Lüfte wehen. Ralf Paffen und seine Mannen waren in ihrem Element. Mit akrobatischen Einlagen warteten die Morsbacher – viele neue Gesichter – zu südamerikanischen Rhythmen auf. Eine temperamentvolle Show! Da wollten die Schweilbacher nicht nachstehen. Auch bei ihnen wirbelten die Fahnen nur so durch die Lüfte. Keine Frage: Früh übt sich, wer im Fahnenschwenken ein Meister werden will. Zwischenzeitlich hatten sich immer mehr Schaulustige auf dem unteren Markt eingestellt. Vor allem beim Abmarsch waren für die Herren der Schöpfung am Straßenrand die jungen Maibräute in ihren schicken kurzen Kleidern eine Augenweide. Die Herzen schlugen nicht nur bei Eltern und Großeltern höher.

Der von Albert Cramer inszenierte und realisierte Jungenspiel-Brunnen auf dem unteren Morlaixplatz kam bei den Markt-Precketern zu Ehren, als sie ihre Tücher ausrollten und mit ihnen synchrones Fahnenschwenken zelebrierten. Wobei auch bei ihnen der Nachwuchs groß herauskam.

Da durften die Elchenrather Fahnenschwenker in der Regie von Willi Hendriks nicht fehlen. Südamerikanisch zogen sie eine flotte Show ab. Und brachten sich damit gekonnt in Erinnerung.

Mit Marschmusik unterlegte eine Blaskapelle die Vorstellung der Bissener. Zwei Fahnen gleichzeitig wechselten von einem zum anderen Fahnenschwenker – hohe Kunst! Dem Vorsitzenden des Kulturausschusses und vielfachen deutschen Meister, Hans-Josef Bülles, juckte es in den Händen. Trotz Schulter-Handicaps war er beim Schlussbild zur Stelle.

Einen rot-weiß-blauen Schlusspunkt setzten die Akteure aus Oppen-Haal. „Ein Hoch auf uns!“ – diesen Weltmeister-Hit von Andreas Bourani interpretierten sie in toller Performance. Und schnell kehrten die Spiele zurück in ihre Zelte, bejubelt von den zahlreichen Schaulustigen, bis zum großen Aufmarsch am späteren Nachmittag ...

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