Herzogenrath - „WMC on tour”: Bläserklänge und großartige Stimmen

„WMC on tour”: Bläserklänge und großartige Stimmen

Von: Christoph Hahn
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Sänger in bester Spiellaune: Bariton Jan-Willem van der Hagen (links) im Duett mit seinem Kollegen Morschi Franz. Foto: Christoph Hahn

Herzogenrath. Ein Dialekt verbindet die Menschen auf beiden Seiten der Grenze, in Kerkrade und Herzogenrath. Etwas davon wurde spürbar, als jetzt im Zuge des Wereld Muziek Concours (WMC) dessen Reihe „WMC on tour” auf der Euregionale-Bühne im Burggarten unterhalb von Burg Rode Station machte.

Konzertant aufgeführt und von zwingenden Bläserklängen untermalt, zog die vom Mundart-Schriftsteller Ger Bertholet von Altspanien nach Limburg verlegte Geschichte um den versponnenen Ritter Don Quichote und seinen Knappen Sancho Pansa ein großes Publikum in seinen Bann.

Dass die Kultur den Eurode-Gedanken ganz unerwartet und außerhalb der Konventionen belebte, liegt zum einen am attraktiven Ort der Aufführung, zum anderen an der Geschichte.

Denn Miguel Cervantes Don Quichote hat auf seinem Weg in den Burggarten eine zweifache Wandlung durchgemacht: von der Literatur- zur Musicalfigur und nun zum komischen Volkshelden des Mundarttheaters.

Das liebt das größtenteils aus Kerkrade und Umgebung angereiste Publikum. Denn der Dialekt spielt jenseits der Grenze als Alltagssprache eine größere Rolle als diesseits. Geschichten im vertrauten Sprachgewand werden deshalb mit einem hohen Grad an Selbstverständlichkeit gehört - gerade weil sich die Figuren auf ihrem Weg von der hohen Literatur über das Musical ins Volkstheater vom subtil Komischen ins dralle Burleske verändert haben.

Das gefällt, zumal, wenn es mit künstlerischem Können einher geht. Das gilt für den Dirigenten Nard Reijnders, bekannt auch als Mitglied der Band von Herman van Veen, ebenso wie für sein aus jungen (Blas-)Musikern zusammen gestelltes Orchester. Sie verstehen es, aus Mitch Leighs „Man Of La Mancha”-Soundtrack eine beschwingte Komödie in Tönen zu machen.

In mindestens ebenso starkem Maße gilt das für Kim Savelsbergh (Sopran) sowie ihre beiden Kollegen Morschi Franz (Tenor) und Jan-Willem van der Hagen (Bariton). Obwohl die Aufführung konzertant und somit bar jeder szenischer Bewegung ist, zeigt das Trio ein großes Maß an Spielfreude und sorgt dafür, dass der Funke zu den Zuhörern und -schauern überspringt.

Durch Charme und wohl dosierte Komik verstrickt außerdem Erzähler Max de Bruin zumindest jene, die des Limburgischen kundig sind, in die kurzweilige Geschichte namens „Dr Man van de Meule”.
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