Würselen - Wittl-Bilder werden rund um den Globus verschickt

Wittl-Bilder werden rund um den Globus verschickt

Von: ehg
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Die Welt des Pferdesports lief
Die Welt des Pferdesports liefert ihm Motive ohne Ende: CHIO-Maler Hans Wittl. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Wer das Atelier von Hans Wittl in seinem Rundhaus an der Ravelsberger Straße 100 betritt, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus: Aquarelle, so weit das Auge reicht, nehmen ihn in Beschlag.

So wie ein Fotograf den Augenblick festhält, so hat er die „Impression des Augenblicks”, wie der heute 74-Jährig es nennt, in den verflossenen fünf Jahrzehnten mit duftigen Aquarellfarben zu Papier gebracht. Mit Mappen voller Bildern kehrte er auch von seinen exotischen Weltreisen - aus dem Jemen, Guatemala oder Mexiko - zurück.

Hans Wittl malt, „weil es mir Freude macht.” Und das auch noch nach 50 Jahren. So lange ist es nämlich her, dass er als Student der Werkkunstschule in Aachen, wo er Architektur studierte, erstmals das CHIO in Aachen besuchte und dort seine ersten Skizzen in Schwarz und Weiß fertigte.

Seit dieser Zeit malt Hans Wittl, der sich 1972 als selbstständiger Architekt vor den Toren Aachens, aber mit Blick auf die Kaiserstadt in Würselen niederließ, die Pferde, die Architektur, die Kutsche, die Natur. Mit flotten Pinselstrichen, von denen jeder sitzt. Vieles deutet er nur an, und dennoch entsteht immer ein Gesamtbild. Wittls Geheimnis: „Ich male ohne Vorlage an Ort und Stelle das Bild fertig.”

Auf das, was der Aachen-Laurensberger Rennverein in diesen Tagen, „zwar spät, aber nicht zu spät aus mir gemacht hat”, ist der in Regensburg geborene Würselener Bürger stolz. „Ist das nicht toll!” blättert er in dem über 80 Seiten umfassenden, aufwendig gestalteten Journal, das 2011 zum Weltfest des Pferdesports erschienen ist. „Pressesprecher Nils Knippertz hat mich entdeckt”, freut er sich wie ein (Schnee)-König. Dazu hat er auch allen Grund. Es wurde nicht nur ein Aquarell von ihm auf der Titelseite „verewigt”.

Auf einer Doppelseite wurde sein „Parcours” vom Warsteiner-Preis abgedruckt. Auf den Seiten 70 und 71 - ebenfalls doppelseitig - leben Impressionen vom Kutschenfahren und vom Springreiten in den verschiedensten Facetten auf Wittlsche Art auf. Einen würdigen Platz hat im Journal auch die Federzeichnung aus dem Jahre 1961 erhalten. Insgesamt wird dem CHIO-Maler (CHIO-Painter, wie der ALRV den Aquarellmaler aus Würselen „taufte”), auf sieben Seiten ein Denkmal gesetzt, weltweit.

Wird das Journal doch rund um den Globus an Pferdefreunde und Sponsoren verschickt. Das Erstaunliche: Hans Wittl entwickelte in den verflossenen fünf Jahrzehnten seine Affinität zum Pferdesport, ohne jemals im Sattel gesessen zu haben. „Dazu hatte ich keine Zeit. Ich musste doch malen”, scherzt er.

Gemalt hat Hans Wittl, der 2010 in seiner Wahlheimat Würselen dem Ehrenteller ausgezeichnet wurde, nicht nur auf dem Turnier oder auf Reisen, „was das Zeug hielt”. Auch in seiner näheren Heimat war er in der freien Natur oder auch bei festlichen Anlässen mit seiner Staffelei und seinem Farbkasten ständig unterwegs. Der Stadt Aachen machte er von 1990 bis 2001 zwölf, der Stadt Düren von 2006 bis 2008 fünf und dem Förderverein Orgelbau in Würselen zwei Kalender zur Finanzierung der neuen Orgel zum Geschenk.

In einem Altenheim in Königsdorf (Köln) hat er im Erdgeschoss 25 Bilder mit Syltmotiven an die Wand „gezaubert”, zwei Meter mal 75 Zentimeter groß. Weitere werden in den nächsten Monaten in den oberen Geschossen folgen. „Über Aufträge habe ich nicht zu klagen”, freut sich der zwar in die Jahre gekommene Künstler, dessen Bilder aber nichts von ihrer ursprünglichen Leichtigkeit verloren haben.

Stets in leuchtenden Farben

Und was macht Hans Wittl, wenn er gerade mal nicht an der Staffelei steht und den farbigen Pinsel schwingt? Dann bestellt er seinen Nutzgarten hinter dem Haus. „Meine Frau ist eine Hobbyköchin. Die legt großen Wert auf frische Nahrungsmittel und vor allem auf Gewürze aus dem Garten.” Da Hans Wittl nicht mehr auf große Reisen geht, findet er im Garten seinen Ausgleich.

Und bevor ihm die Farbe „kaputt geht”, malt er ein verästeltes Stück Holz, das er gerade in seinem Umfeld gefunden hat, an und macht daraus eine attraktive Tischdekoration. Stets in leuchtenden Farben, in denen sich die positive Lebenseinstellung des Künstlers widerspiegelt.
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