Wirtschaftsdrama: Aixpertentheater inszenierte „Top Dogs“

Von: Nina Krüsmann
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BU: Astrid Kempen, Amanda Rodekamp, Vera Simon und Michael Strack Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Was tun, wenn man plötzlich entlassen ist? Der unerwartete Sturz von oben trifft die Managerin hart. Eine Selbsthilfegruppe soll helfen. Im Stuhlkreis und mit energischen Übungen gehen die Betroffenen gemeinsam ihrem Schicksal auf den Grund.

Bei seiner Aufführung im Soziokulturellen Zentrum Klösterchen ist „Top Dogs“ von Urs Widmer von großer Intensität. Im kleinen Saal agieren die vier Schauspieler Astrid Kempen, Amanda Rodekamp, Vera Simon und Michael Strack vom Aixpertentheater dicht am Publikum.

Innerlich kaputt

Mit großem Interesse verfolgen die Zuschauer die spannende Sozialsatire, gern auch als „Königsdrama über die Kündigungskultur“ charakterisiert.

Das Thema ist brisant, es geht um die sogenannte strukturelle Arbeitslosigkeit, das Dilemma der westlichen Industrie- und Wohlstandsgesellschaft. Doch anders als sonst wird das Thema ganz vom Kopf her aufgezäumt. Nicht um Underdogs geht es hier, sondern um die „Top Dogs“, die Spitzenmanager. Im Zuge global bedingter Umstrukturierungen werden sie entlassen.

Angekommen auf dem Boden der Tatsachen haben sie sich zwecks gemeinsamer Schockabfederung, Enttäuschungsverarbeitung und hoffentlich baldiger beruflicher Reintegration zusammengetan. „Gibt es ein Leben nach der Abfindung?“ Diese Frage stellen sich die ehemaligen Führungskräfte in einem Outplacement-Büro, einer Art Arbeitsagentur für Manager.

Der Zuschauer taucht dabei tief in die Abgründe der Psyche dieser Menschen ein. Sie gelten als erfolgsverwöhnt und Workaholics. Doch sie sind innerlich kaputt, haben zerrüttete Beziehungen und leiden aber am meisten darunter, in der Hierarchie nicht mehr ganz oben zu stehen, nicht mehr mitspielen zu dürfen. Unter der Regie von Raphael Fachner ist eine Inszenierung entstanden, die der Beklommenheit Platz bietet, es an den passenden Stellen aber auch nicht an Witz fehlen lässt.

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