Winzer von Rode: Frühe Ernte wegen Kaiserwetter

Von: tv
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Oberwinzer Sjra Coenen ist mit
Oberwinzer Sjra Coenen ist mit der Ernte in diesem Jahr zufrieden. Die Trauben sehen nicht nur hervorragend aus, sondern weisen auch einen hohen Oechslegrad auf. Foto: Thomas Vogel

Eurode. Geht es nach dem Regelfall, machen sich die 30 Leute zu früh an den Rebstöcken hinter Kloster Rolduc zu schaffen. Normalerweise werden die reifen Trauben um den 15. Oktober geerntet. Das Wetter hat aber den Reifeturbo aktiviert.

Woran die Winzer von Rode das erkannt haben? Sie haben geschaut, sie haben probiert, und vor allen Dingen haben sie gemessen. Mit dem Refraktometer kann der Anteil an gelösten Stoffen, vornehmlich Zucker, im Traubensaft bestimmt werden. In der Fachsprache wird der Wert „Oechslegrad” genannt. Ein Grad Oechsle steht dabei für mehr als zwei Gramm Zucker pro Liter.

Rund zweieinhalb Stunden sind Oberwinzer Sjra Coenen und seine Mitstreiter der St. Catharinagilde damit beschäftigt, die 17 Rebenreihen abzusammeln und die Bottiche auf einem Anhänger zu füllen. Die gehen im Anschluss direkt nach Mayschoß, zur ältesten Winzergenossenschaft Deutschlands. Dort werden die Trauben gepresst und der Saft kann in großen Fässern über Monate zum Wein reifen. Seinen Rückweg tritt er erst im Juni darauf wieder an, wo seine Ankunft traditionell mit dem Reifefest gefeiert wird. „Der Ertrag der Reben kann zwischen 1300 und 1500 Kilogramm betragen”, erklärt Theo Kutsch, Mitgründer der Winzer von Rode. Das gäbe immerhin bis zu 1600 Flaschen Wein.

Jedes Jahr schmeckt der Rebensaft ein bisschen anders. Zum einen ist das von Sonneneinstrahlung und klimatischen Bedingungen abhängig, zum anderen liegt es an der Nährstoffversorgung der Reben. „Und die wird jedes Jahr besser”, versichert Kutsch, „weil wir nicht düngen und die Wurzeln somit immer tiefer wachsen, um an die Nährstoffe zu kommen.” Sogar die Reben sind eine Besonderheit. Erst seit zwölf Jahren gibt es die Sorte „Regent”, bei der es sich um die Kreuzung zwischen einer französischen und einer badischen Traube handelt. Als einem der ersten Anbaugebiete überhaupt ist dem Hang hinter Kloster Rolduc die Ehre zuteil geworden, sie zu beheimaten.

Zu tun gibt es im Weingarten immer etwas. Außerhalb der Erntesaison treffen sich die Weinliebhaber jeden Montag. Dann wird der Rasen gemäht oder Unkraut beseitigt. Im April werden die Rebstöcke geschnitten, bevor im Juni die Blütezeit ansteht.

Mit der Ernte dieses Jahr sind die Winzer von Rode sehr zufrieden. Dem Vergnügen, nächstes Jahr beim Traubenreifefest einen hervorragenden Jahrgang 2011 zu verköstigen, steht also nichts im Wege.
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