Nordkreis - Winterschnitt: Jährlicher Kampf gegen den Wildwuchs

Winterschnitt: Jährlicher Kampf gegen den Wildwuchs

Von: Holger Bubel
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Kraftakt: Nach dem Schneeräumen rund um die Uhr müssen die Bauhofmitarbeiter jetzt die Pflegearbeiten zügig ausführen. Foto: Holger Bubel

Nordkreis. Für die Mitarbeiter der Bau- und Betriebshöfe im Nordkreis ist ein Lichtstreif am Horizont erkennbar. Nach dem frühen Wintereinbruch historischen Ausmaßes und dem Kampf gegen die Schneemassen rund um die Uhr, steht noch bis kommenden Montag der Winterschnitt auf dem Dienstplan.

Dieser bedeutete noch einmal Großkampfzeit für die Männer mit Sägen und Häcksler, bevor aus Gründen des Brutschutzes für die heimische Vogelwelt zu Märzbeginn der Schwerpunkt der Arbeit wieder auf andere Bereiche der Hege und Pflege städtischer Einrichtungen und Plätze gelegt wird.

„Dass die starken Schneefälle dann ein Ende nahmen, war ein Glücksfall. Ansonsten wäre es schwierig geworden, den Winterschnitt im zeitlichen Rahmen auszuführen”, sagt Jörg Theißing, Technischer Leiter der Technischen Dienste in Alsdorf.

Dort erledigen die Mitarbeiter die Arbeiten nach dem Territorialprinzip, also aufgeteilt in fünf Stadtbereiche. Da haben es die Männer, die etwa für den Freizeitpark mit seinen vielen Hecken und Bäumen zuständig sind, natürlich deutlich schwerer, als die Kollegen im innerstädtischen Bereich. „Aber da gibt es Unterstützung aus den anderen Teams”, sagt Theißing. Weil es in Alsdorf keine Häckselanlage für den Baumschnitt gibt, wird dieser auf die Deponie gebracht.

Energie zum Heizen

Das sieht in Herzogenrath anders aus, wie Markus Schlösser, Fachbereichsleiter Bau und Betrieb, erläutert: „Der Großteil des anfallenden Holzes wird gehäckselt und kommt in den Hackschnitzelkessel. Mit der daraus gewonnenen Energie werden die Gebäude des Bauhofs beheizt. Für den kommenden Winter haben wir bereits genügend Holz angesammelt.”

In der Rodastadt ziehen gleich mehrere Kolonnen los in den Kampf gegen wuchernde und schnittbedürftige Hecken und Bäume. Eine besondere Herausforderung für die Männer waren in diesem Jahr die Bäume am August-Schmidt-Platz. „Nicht standsichere und kranke Bäume mussten im Rahmen der Umgestaltung gefällt werden. An ihrer Stelle werden aber zur Pflanzzeit neue gesetzt”, sagt Schlösser.

Auch diese Fällarbeiten wurden von den städtischen Mitarbeitern ausgeführt: „Unsere Leute sind für fast alles ausgebildet”, betont Schlösser.

Auch Baesweiler legt Wert darauf, so viele Arbeiten wie möglich vom eigenen Mitarbeiterstamm erledigen zu lassen. Drei Kolonnen - eine für den Rückschnitt der Straßenbäume, eine Verkehrssicherungstruppe, die Totholz aus den Spitzen der Bäume entfernt, und ein Team, das sich um Sträucher und Hecken an städtischen Plätzen und Friedhöfen kümmert - sind in Baesweiler unterwegs.

„Die Häckselprodukte streuen wir zur Eindämmung des Wildkrauts aus. Das Holz aus Baumfällaktionen wird auf dem Bauhof verkauft”, erläutert Peter Strauch, Technischer Beigeordneter. In Ausnhamefällen, wenn etwa Lage und Größe eines zu fällenden Baumes es erfordern, werden Spezialfirmen beauftragt.

In Würselen rücken die Kommunalen Dienstleistungsbetriebe (KDW) für die Pflegemaßnahmen an Hecken und Bäumen aus. Gartenmeister Heinz-Gerd Groten stellt klar: „Baum- und Grünbereichpflege findet das ganze Jahr über statt. Der Winterschnitt - reine Form- oder Strukturschnitte - betrifft etwa Linden, Platanen oder Ulmen. Auch die Rodung von Bäumen ist im Winter angesagt. Aber andere Bäume, etwa Birken oder Obstbäume, kann man jetzt nicht beschneiden”, sagt der praxiserfahrene KDW-Mitarbeiter.

Anfallendes Rest- oder Totholz wird auch in Würselen gehäckselt und dann zum Mulchen verwendet. „Kompostieren kostet Geld”, sagt Groten, „und das muss ja nicht sein.” Und auch wenn sich der Verkauf des Stammholzes gewerblich nicht lohnt, wird es zumindest an Würselener Bürger zum fairen Preis abgegeben.
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