Winter fegt dem Handel die Regale leer

Von: Christoph Classen
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Der Winter sorgt nicht nur für spiegelglatte Straßen, sondern auch für vermehrten Zulauf bei den Modehändlern: Kunde Jean-Sebastien Martel hat noch etwas Warmes bei Ursula Scheer gefunden. Ein Glücksfall, sagt die Inhaberin eine Geschäftes für Herrenmode: „Wer noch etwas haben will, der muss sich sputen.” Foto: C. Classen

Nordkreis. Während sich vor dem Gang nach draußen die Profilfrage stets aufs Neue stellt, sind in den Geschäften die Sandalen auf dem Vormarsch. Vorzugsweise mit vielen Riemchen, farblich meist in Créme- und Beigetönen.

So sehen sie aus, die Schuhtrends für das kommende Frühjahr. Zu kaufen gibt es sie bereits, da kann es draußen schneien und frieren, so viel es will.

Bei Schuhen sei eben die Vorlaufzeit für die Frühjahrskollektionen noch etwas länger, als es in der Modebranche ohnehin der Fall sei, begründet Elke Jungbluth, Inhaberin von Schuh Wolf in Baesweiler: „Das Leder muss ja gegerbt werden.” Und deswegen finden sich in ihren Regalen neben den Riemchensandalen, auch Pumps mit hohen Absätzen und Ballarinas aus Leder und Leinen.

Gefragt ist angesichts winterlichen Witterung derzeit eher anderes. „Gefüttert, warm, wasserdicht”, fasst Jungbluth die Attribute zusammen, die das gesuchte Schuhwerk meist erfüllen soll. Davon hat sie auch noch etwas im Angebot - besonders viel ist es allerdings nicht. „Man bekommt noch das ein oder andere Paar”, sagt Jungbluth. Nachlieferungen gebe es aber keine mehr. Schließlich ist bei den Herstellern - siehe oben - längst der Frühling eingekehrt. Der Winter hat die Regale der Händler im Nordkreis nahezu vollständig leergefegt. Die Kälte kam früh und sie wird wahrscheinlich auch noch etwas bleiben. „Für uns war das natürlich super”, sagt Petra Wirtz, Inhaberin der Boutique Domino in der Würselener Kaiserstraße.

Auch in ihren Regalen macht sich bereits die Frühjahrskollektion breit. Was es noch an Wintersachen gibt, passt auf einen kleinen, schmalen Tisch. Schals und Mützen hat sie zwar noch im Angebot. „Aber bei der braunen Winterjacke, Größe 38, wird es schon schwierig”, sagt Wirtz und meint damit: Wer spezielle Ansprüche an seine Winterkleidung stellt, für den dürfte die Shoppingtour tatsächlich zu einer Herausforderung mit ungewissem Ausgang werden.

Wer noch etwas haben will, der muss sich sputen, bestätigt Ursula Scheer, Geschäftsführerin von Herrenmode Niveau in Alsdorf. Und weil bislang viel Winterware über ihren Tresen gegangen ist, kann sie ganz gut einschätzen, was im Trend liegt. „Viele Fragen nach diesen Fliegermützen. Die sind in diesem Jahr der Renner”, sagt Scheer. Absolut angesagt sind daneben beispielsweise Wolljacken- und mäntel sowie sportliche Sakkos mit aufgenähten Flicken am Ärmel. „Das Derbe ist wieder da”, fasst Scheer die Entwicklung zusammen, die farblich vor allem in Blau-Tönen wie Petrol und Akzenten in Lila daherkommt.

Fast noch wichtiger als die Optik, scheint derzeit allerdings die Funktionalität. Chic ist, was warmhält, sozusagen. „Bei uns gehen die dicken Pullover besonders gut”, sagt Monika Schaefer vom gleichnamigen Modehaus in Herzogenrath. Und drunter darf es dann Wolle und Seide sein, zumindest bei den Damen. „Das hält schön warm und kratzt nicht”, sagt Thomas Pabich, Inhaber von Wäsche Jacobi in Baesweiler.

Die Nachfrage sei so groß, dass die Lieferanten kaum nachkämen - deshalb bezieht Pabich derzeit von drei, statt wie normalerweise von einem. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch lange Unterhosen, Wollsachen und warme Strümpfe. „Solche Sachen gehen zwar immer ganz gut in dieser Zeit, aber im Moment merkt wohl auch der Letzte, dass er Lücken im Kleiderschrank hat”, sagt Pabich.

Und nicht zuletzt stehen bei seinen Kunden warme Bettwäsche und Frottee-Schlafanzüge hoch im Kurs - damit die Zeit bevor sich wieder einmal die Profilfrage stellt, möglichst angenehm ist.
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