Willibert Pauels und Jürgen Beckers laufen zur Hochform auf

Von: ehg
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Viel Vergnügen im Pfarrheim von St. Sebastian: Als „Dr Bergische Jung” begeisterte Willibert Pauels (l.) und als „Jürgen B. Hausmann” Jürgen Beckers (r.), musikalisch begleitet von Harald Claßen. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Muskelkater vor Lachen war garantiert: So sehr hatten „Dr Bergische Jong” (Willibert Pauels) und der Hausmann Jürgen Beckers im Doppelpack beim Förderkreis Orgelbau die Lachmuskeln von rund 700 Besuchern strapaziert.

Beide Humoristen liefen auch außerhalb der fünften Jahreszeit an beiden Abenden im Pfarrheim an der Wilhelmstraße zu einer derartigen Hochform auf, dass es zwischen den durchschlagenden Pointen kaum eine Verschnaufpause gab. Es sei denn, der Mann Gottes aus dem Bergischen Land, der einzige geweihte Diakon unter den Büttenrednern, schlug seine bekannten besinnlich-philosophischen Töne an. Dann konnte man auch mal eine Stecknadel fallen hören. „Karneval ist die Vorahnung vom Himmel.” Und: „Ein Mensch, der lacht, wird leicht wie ein Engel!” - lautete seine Botschaft.

Beide Humoristen liefen auch außerhalb der fünften Jahreszeit an beiden Abenden im Pfarrheim an der Wilhelmstraße zu einer derartigen Hochform auf, dass es zwischen den durchschlagenden Pointen kaum eine Verschnaufpause gab. Es sei denn, der Mann Gottes aus dem Bergischen Land, der einzige geweihte Diakon unter den Büttenrednern, schlug seine bekannten besinnlich-philosophischen Töne an. Dann konnte man auch mal eine Stecknadel fallen hören. „Karneval ist die Vorahnung vom Himmel.” Und: „Ein Mensch, der lacht, wird leicht wie ein Engel!” - lautete seine Botschaft.

Ohne Büttenmarsch geht bei dem Karnevalsclown aus Wipperfürth nichts. „Ritsch, ratsch, de Botz kapott” - hält er Einzug. Es ist nicht zu übersehen, wie ihm die wunderbare rheinische Wesensart die ersten Tränen in die Augen treibt, vor Lachen. Er grenzt sie, mit Kalauern am laufenden Band unterlegt, von der westfälischen ab. „Eine Prunksitzung in Münster muss man erlebt haben”, lacht er sich halbtot und mit ihm sein Publikum. „Wenn ein Rheinländer über Tische und Stühle springt, ist das normal. Der Westfale wird in einem solchen Falle stationär behandelt.”

Mit einer Ausnahme schonte „Dr Bergische Jong” diesmal Düsseldorf, dafür punktete er mit seinen Ruhrpott-Witzen. Mit einem Zitat des Kölner Jürgen Becker charakterisiert er den Kölner: „Ob Christopher-Street-Day oder Fronleichnamsprozession - die Hauptsache der Zooch kütt.” Schließlich Pauels´ Erkenntnis: „Karneval ist der kollektive Rückfall in den Mutterleib, den ganzen Tag nur schunkeln und suffe!” Ein Schelm ist, wer Böses denkt, wenn er in dem Kirchenlied „Tocher Zion” gar eine Kölschmarke entdeckt.

Die Mariadorfer Mentalität

Karneval und Kirche liegen bei dem Karnevalsclown Pauels nun einmal nahe beieinander. Lachen ist für ihn mehr als „die biochemische Reaktion eines Zellklumpen”. Lachen macht Menschen, wie die Besucher in Würselen erfahren durften, froh. Die Überzeugung, dass am Ende des Lebens alles gut ausgehen werde, ist Willibert Pauels auf den Leib geschrieben. Mit Worten von Pater Brown, jener liebenswerten literarischen Gestalt, die Heinz Rühmann unvergesslich auf die Leinwand gebracht hat, entlässt er sein Publikum: „Karneval ist nichts anderes als eine Erscheinungsforum der Religion.”

Da, wo „Dr Bergische Jong” aufgehört hat, knüpft Jürgen B. Hausmann nahtlos an, diesmal ohne den Vierbeiner Hektor („Für ihn ist es zu spät.”). Zwar nicht in Kölscher Tonarbeit, sondern im Mariadorfer (Öcher) Slang. Auch bei ihm wird die Situationskomik groß geschrieben. Als er die Tischreihe auf der Bühne sieht, bringt er ein erstes Helau auf „Mainz bleibt Mainz” aus. Und schon hat er gewonnen. Leichtfüßig schlägt er den Bogen vom „Kirchlichen” zum „Weltlichen”, wenn er die eigene Kölner Schöpfungsgesichte erzählt.

„Nachdem Gott sieben Gläser Kölsch getrunken hatte, erschuf er die Düsseldorfer.” Die Zuhörer kugeln sich bereits vor Lachen, ehe Jürgen Beckers so richtig los gelegt hat. An Friedhofsgeschichten macht er voller Esprit die Mariadorfer Mentalität fest. Es sind Geschichten, die das alltägliche Leben schreibt, die der Humanist - er unterrichtet Latein und Griechisch am Heilig-Geist-Gymnasium - „sprachwissenschaftlich” hinterfragt.

Dass wir in unseren Breiten eine eigene Sprache haben, dafür tritt er facettenreich den Beweis an. Schließlich entpuppet sich er auch noch als Sänger, begleitet von seinem Partner Harald Claßen auf dem Keyboard. Selbst nach 60 Minuten haben die Besucher immer noch nicht genug von ihm. Und über den Muskelkater vor Lachen durfte sich danach niemand wundern.
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