„Willi, der Fröhliche” ist neuer Klompenkönig

Von: ms
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Der neue Klompenkönig Willi P
Der neue Klompenkönig Willi Pfennings jubelt: Die Tradition in Warden findet ihre würdige Fortsetzung. Foto: Marietta Schmitz

Alsdorf. Das glanzvolle Wardener Schützen- und Volksfest (wir berichteten) fand mit dem weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Klompenball seinen krönenden Abschluss. Das Fest wird in der Chronik der Wardener Bruderschaft, nicht zuletzt wegen des ersten Kaiserpaares Alfred und Sylvie Hollenbrock einen besonderen Platz einnehmen.

Am späten Nachmittag bildeten neun Gruppen in Klompen - teils mit auf das Motto „Auf Klompen durch Amerika” angefertigten Kostümen - einen prächtigen Umzug, der von vielen Besuchern an den Straßenrändern bejubelt wurde. Im Mittelpunkt stand der noch amtierende Klompenkönig Stephan Mosbach in einem großen Klomp, der seine Triumphfahrt genoss.

Brudermeister Robert Pelzer betonte später, dass die Mitwirkung des Kindergartens und der Kinder der Grundschule nur noch durch das Engagement der Eltern oder durch Schützenbetreuerinnen möglich sei.

„Ohne Teilnahme der begeisterten Kinder wäre das Fest nur halb so schön. Dies müssen wir dringend erhalten.” Pelzer bedauerte, dass man für den großen Festzug mangels Bereitschaft keine weitere Kapelle verpflichten konnte.

Das große Festzelt platzte mit über 700 Sitzplätzen fast aus allen Nähten. Auch draußen hielten sich noch viele Besucher auf. Pater Friedrich Siegers und Generalfeldmarschall Jakob Johnen riefen die große Klompenkönigsschar ins Festzelt hinein, wo sie einen prächtigen Empfang erlebten.

Dann ging es fast fünf Stunden am laufenden Band mit Programmbeiträgen rund, bevor der neue Klompenkönig ausgerufen wurde. Zu Beginn wurde der amtierende Klompenkönig Stephan Mosbach nochmals vorgestellt. Stephan Mosbach war langjähriger aktiver Fußballer des VfL Eintracht Warden und Mitglied der Aufstiegsmannschaft in die Kreisliga A.

Da Klompenkönig Günther Kappes damals auch sein Trainer war, rief er für Mosbach überraschend einen Großteil der Spieler der Aufstiegsmannschaft auf die Bühne. Der Klompenkönig freute sich über das Wiedersehen mit den alten Sportskameraden. Schöner konnte der Einstieg in den Klompenball nicht sein.

Heimatdichter Toni André trug ein eindrucksvolles Gedicht vor, worin er aller verstorbenen Klompenkönige gedachte. Danach erhielten die Kindergruppen für ihre schönen Beiträgen den ersten Beifall. Zwischendurch wurden zwei Kinderaltersgruppen prämiert, wobei alle teilnehmenden Kinder ein Geschenk erhielten. Bei der Klompenprämierung der Erwachsenen erhielten die Erstplatzierten Geldgeschenke der Spar- und Darlehnskasse Hoengen.

Robert Pelzer und Günther Kappes, Geschäftsführer der Klompenkönige, zeichneten Heike Küchen mit der Holzehrenkette der Klompenkönige aus. Pelzer hob die wichtigen Aufgaben hervor, die Heike Küchen als Aktive der Bruderschaft für das Fest und die St.-Jakobus-All-Stars bei ihrem Auftritt beim Majestätenball erfüllt.

Dann ging es besonders stimmungsvoll und spannend zu, als die Wardener Klompenkönige eine Stunde lang mit ihrem Programm, ganz auf das Motto „Auf Klompen durch Amerika” ausgerichtet, loslegten. Nach dem Erscheinen von Charlie Chaplin (Franz-Josef Schüller) und dem Eingangslied von Uli Rösseler „Ich war noch niemals in New York” stellte er Robert Pelzer als Abraham Lincoln, ehemaliger Präsident der USA, vor, der in dieser Eigenschaft durch das Programm führte und von Michael Engel unterstützt wurde. Engel hatte auch das Motto vorgeschlagen und den gesamten Programmablauf für die Klompenkönige vorbereitet und einstudiert.

Alle Auftritte der Klompenkönige, - von Einzelinterpreten wie Frank Sinatra oder Johnny Cash, bis hin zu Bill Haley and the Comets oder The Village People - kamen beim Publikum glänzend an. Besonders der nicht einfache Auftritt in einem Boxring mit „American Wrestling” mit Weltstarbesetzung wie Arnold Schwarzenegger als Terminator gegen Sylvester Stallone als John Rambo, Günther Kappes als Ringrichter und Franz-Josef Zilgens als lautstarker Ansager, gelang den Klompenkönigen glänzend.

Ihren Auftritt beendeten die Klompenkönige als Gospelchor mit „Oh Happy Day”, einstudiert von Chordirektor ADC Heinz Dickmeis, stimmlich erstaunlich gut, was zu Zugabenwünschen führte. Auch die Klompengarde - seit über 30 Jahren dabei, damals von Dr. Hugo Feldmann gegründet und heute von Mario Kappes betreut - war wieder ein Augen- und Ohrenschmaus.

Unter der Reiseleitung von Dieter Lothmann und dem Touristen Franz Lobs besuchte man viele Länder in den USA, von Brasilien über Argentinien bis hin zu Mexico, und präsentierte mit entsprechenden Interpreten aus den Ländern in tollen Kostümen und vielen Ohrwürmern ein über einstündiges Programm.

Erinnerungsplakette

Dann erreichte die Spannung ihren Höhepunkt. Die Klompenkönige nahmen mit Worten des Dankes Abschied vom Klompenkönig Stephan Mosbach und zeichneten ihn mit einer Erinnerungsplakette aus. Robert Pelzer verwies darauf, dass der jeweilige Klompenkönig neben seiner Einstellung zu den Ortsvereinen und besonders zur St.-Jakobus-Schützenbruderschaft mit dem Wardener Schützen- und Volksfest eng verbunden sein sollte.

Als Pelzer Willi Pfennings als neuen Klompenkönig bekannt gab, waren Beifall und Gratulationscour lang und herzlich. Brudermeister Pelzer hielt die Laudatio auf Pfennings. Karl-Heinz Flett überreichte mit dem scheidenden Klompenkönig Stephan Mosbach die Insignien mit Urkunde. Pelzer gab dem neuen Klompenkönig den Beinamen „Willi, der Fröhliche”.

Bevor die Veranstaltung weit nach Mitternacht ausklang, dankte Geschäftsführer Karl-Heinz Flett Brudermeister Robert Pelzer für sein großes Engagement, um dieses Fest - schon sein 44. in Folge - erneut mit vielen anderen zu einem großen Erlebnis für die Bruderschaft und den vielen Besuchern werden zu lassen.

Jungschützenmeister Andreas Rösseler sorgte einen Tag später mit seinem Team dafür, dass beim gut besuchten Kinderfest auch alle, die äußerst fröhlich zu Werke gingen, bei den Spielen viele Preise erhielten.

Beim abendlichen Ausklang im Dorfgemeinschaftshaus sprach zunächst Pater Fritz Siegers einige Gebete für die verstorbenen Mitglieder, bevor Brudermeister Pelzer allen für ihren Beitrag zum Gelingen des Festes dankte.

Viele Kinder und Jugendliche nahmen am Schießwettkampf um den St.-Jakobus-Pokal 2012 teil. Hierbei wurde Ricardo Sibbel glücklicher Sieger, als er mit dem 121. Schuss den Vogel von der Stange holte.
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