Alsdorf - Wieso Schüler zu Amokläufern werden

Wieso Schüler zu Amokläufern werden

Von: phb
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Alsdorf. Kai und Stefan sind das, was man sich unter echten Außenseitern vorstellt. Außenseiter, die Gefahr laufen, etwas Schreckliches zu tun. Von den Mitschülern gehänselt und ausgegrenzt, von ihren Lehrern missachtet und ignoriert.

Selbst bei den eigenen Eltern finden sie kein offenes Ohr oder auch nur ein wenig Hilfe und Zuneigung. Wer in einer solch hoffnungs- und aussichtslosen Lage ist, der tut manchmal schreckliche Dinge. Frustration, die für Stefan und Kai in Hass und Zerstörungswut übergeht.

Eine Entwicklung, deren Ende eine tödliche Rache ist: Ein Amoklauf an der Schule. Zum Glück ist das, was hier dargestellt wird, nicht real - zumindest nicht im Nordkreis. Es ist ein Theaterstück, das die Theatergruppe „K.U.L.T” (Kommt und lebt Theater) in zwei Aufführungen in der Marienschule auf die Bühne brachte.

16 Mitwirkende auf der Bühne, ehemalige Schüler sowie einige Lehrer, haben beim Schuldrama „Endstation” von Sabrina Gabler mitgewirkt. Eine Erzählung, die zwar rein fiktiv ist, die aber die Gründe für eine schreckliches Ereignis - das ganz und gar nicht fiktiv ist - aus einer anderen Perspektive zeigt: aus Sicht der Amokläufer.

Extreme Darstellung

Ob man die Täter in einem gewissen Sinn als Opfer bezeichnen möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Doch nach den Motiven und der Vorgeschichte zu fragen, ist keinesfalls verwerflich, sondern wichtig, um zu verstehen, wie es zu einer so schrecklichen Tat kommen kann: „Wir kennen die Beispiele aus der Realität, so zum Beispiel vor rund einem Jahr der Amoklauf in Winnenden. Es ist wichtig, sich mit dieser Problematik zu beschäftigen, damit so etwas nicht passieren kann”, erklärte Sigrid Rombach, Sprecherin der Theatergruppe. „Natürlich spielt die Erzählung mit vielen extremen und klischeehaften Darstellungen. Aber das ist gut so, denn sonst müsste man ja wirklich schreckliche Angst bekommen.”

In einer Abstimmung hatten sich die Mitwirkenden für dieses Stück entschlossen, erzählte Rombach weiter: „Wir dachten, so etwas ließe sich leicht nachstellen - schließlich ist der Schulalltag für niemanden von uns in weiter Ferne. Aber da haben wir falsch gelegen. Ein solches Thema als Erzählung auf die Bühne zu bringen, ist schwieriger als man glaubt.” Davon merkte das Publikum allerdings nichts.

Mit reichlich Applaus bedankten sich die vielen Zuschauer für die hervorragende Inszenierung - gerade weil das Stück auch zum Nachdenken anregt. So stand am Ende des Stücks ein wichtiger Satz, der für Schüler, Lehrer und Eltern gleichermaßen gilt: „Wie gut kennen sie ihr Kind?”
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