Wie Karikaturen für die Lokalredaktion entstehen

Von: Heinz Schwarze-Blanke
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Der Meister in seiner „Werkstatt”: Heinz Schwarze-Blanke setzt mit feinsinnigem Humor die Wünsche der Lokalredaktion um.

Nordkreis. „Moin, Mahlzeit und ein kräftiges Halleluja, welches Thema liegt an?” Mit diesem Gruß melde ich mich als Ihr Lokalkarikaturist Heinz Schwarze-Blanke jeden Donnerstag telefonisch in der Lokalredaktion Nordkreis in Alsdorf. Und in den heiligen Räumen der Redaktion geht es jetzt darum, uns das Highlight der Woche oder die aktuelle Meldung telefonisch zu vermitteln.

„Wer hat was für Schwarze-Blanke?”, geht erst mal der Ruf durch die gestressten Redaktionsräume. „Moment, ich verbinde.” „So, wir brauchen eine Karikatur zum Thema..., der und dieser Kopf ist mit einzuarbeiten..., als Hintergrund hätten wir gerne..., geht das so?”

Mit diesen Informationen und Vorgaben setze ich mich in meinem Atelier auf dem Bauernhof in Horstmar bei Münster an meinen Zeichentisch und lege los. Nur Informationen, aber noch keine Idee, lediglich ein leeres weißes Blatt Papier vor mir. So langsam beginnen sich die Rädchen im Kopf zu drehen, erste Gedanken zur Umsetzung kommen. Welche Aussage willst du mit der Karikatur treffen? Wie soll die Pointe am Schluss aussehen, welcher Text passt dazu? Es ist noch immer kein Strich auf dem Papier, aber im Kopf ist die Zeichnung fertig.

Jetzt geht es nur noch darum, diese Gedanken vom Kopf über die Hand mittels Bleistift auf das Blatt Papier zu bringen. Also erst mal grob die Konturen vorzeichnen, auf Proportionen und perspektivische Darstellung achten. Und den Kopf der Person, die da noch gezeichnet werden muss, schon mal anreißen. Bleistift weg, dünnen Tuschezeichner in die Hand nehmen und die Vorzeichnung nacharbeiten; erste Details in Figuren und Gegenstände einbauen und vor allem darauf achten, dass Bewegungsabläufe stimmig rüberkommen.

Nach dem Abradieren der Bleistiftstriche liegt nun eine Zeichnung vor mir, die das Gesamtwerk schon sehr gut erkennen lässt. Nun geht es an die Gestaltung. Hier kommt gegebenenfalls Farbe oder die Füllung der Flächen mittels speziell abgestimmter Stifte für die Grautönung zum Einsatz. Auch Schattierungen werden jetzt mit angelegt. Nach diesem Schritt hat man eine Karikatur, die alles wiedergibt. Als letzter Arbeitsschritt werden wieder Tuschestifte verschiedener Stärke zur Hand genommen und alle Striche der Zeichnung nochmals nachgezeichnet. Hierdurch verliert die Zeichnung ihre statische Art. Die entstandenen Tiefen und Highlights machen das Bild plastischer und lebendiger.

Signatur setzt den Schlusspunkt

Jetzt noch Signatur drunter, einscannen und per Mail zur Redaktion damit. So entstehen jede Woche rund 20 Karikaturen für die Lokalredaktionen verschiedener Tageszeitungen in ganz Deutschland. Doch das ist nur ein Teil der Arbeiten, die ich Woche für Woche zu Papier bringe. Cartoons und Comicstrips für Zeitschriften, Cartoonmotive und Airbrush-Illustrationen für Unternehmenslogos, Werbungen, Verbände und Vereine und Personenkarikaturen zu Veranstaltungen und Jubiläen runden das Spektrum ab.

Zu zeichnen gibt es immer was. Und so werden wir uns auch in der kommenden Woche wieder in der Lokalredaktion melden: „Moin, Mahlzeit und ein kräftiges Halleluja...”
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