Wie der Windradstreit hätte vermieden werden können

Von: vm
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Alsdorf/Baesweiler. Der Streit zwischen Baesweiler und Alsdorf in Sachen Windrad-Standorte hätte leicht vermieden werden können, meint Städteregionstagsmitglied Jürgen Neesen (SPD). Zumindest, wenn man die Anregungen einiger Mandatsträger aus dem Städteregionstag umgesetzt hätte.

Auf Neesens Einladung hin nämlich sei eine gemeinsame Windkraftnutzung der beiden angrenzenden Kommunen mit den Bürgermeistern diskutiert worden. „Die politische Zielsetzung dieser Runde bestand darin, dass die Städte Alsdorf und Baesweiler in einem gemeinsamen Projekt die Nutzung von Windenergie, unter Ausschluss des vielzitierten Kirchturmdenkens, angehen“, sagt Neesen. „Leider scheint der damalige Versuch in Vergessenheit geraten zu sein.“

Nun will Baesweiler fünf Windräder durch neue ersetzen, deren Standorte verändern und könnte damit die Stadt Alsdorf um den Bau einer weiteren Anlage auf Alsdorfer Seite bringen. Deshalb hatte die Stadt Alsdorf darum gebeten, den geplanten Standort speziell einer Baesweiler Anlage zu überdenken.

Städteregionsweit planen

Solche Konflikte zu vermeiden, hat sich auch die Gruppe „Render“ (Regionaler Dialog Energiewende, ein An-Institut der RWTH Aachen)auf die Fahnen geschrieben. „Der Fall in Baesweiler ist ein sehr schönes Beispiel dafür, wie derzeit Abstimmungsprozesse zwischen Kommunen verlaufen“, sagt Projektleiter Jens Schneider. Klassischerweise würde immer von der eigenen Bevölkerung weg, hin zu den Nachbarn gebaut. „Beide Positionen – die von Alsdorf und die von Baesweiler – sind verständlich und solange gegen keine gesetzlichen Vorgaben verstoßen wird, kann jede Kommune von ihrem Planungsrecht Gebrauch machen“, so Schneider.

Aber: „Die Frage ist, ob es nicht der richtige Weg wäre, überkommunal zu planen.“ Also: städteregionsweit eine Bestandsaufnahme zu machen, mit den Klimaschutzzielen abzugleichen und zu eruieren, wo welche Projekte sinnvoll sind. „Man kann durchaus diskutieren, ob zwanghaft überall Windkraftzonen ausgewiesen werden müssen oder ob es nicht Standorte gibt, an denen man sich lieber auf Photovoltaik konzentriert.“ Gerade in Alsdorf – aber beispielsweise auch in Herzogenrath – stünden kaum Flächen für Windräder zur Verfügung. „Wir sprechen da natürlich auch über wirtschaftliche Einnahmen“, ist sich Schneider im Klaren.

Ende November will die Baesweiler Politik entscheiden, wie in dem Konflikt weiter verfahren wird.

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