Alsdorf - Werner Sprenker: Ein Bergmann und Ingenieur mit Leib und Seele ist tot

Werner Sprenker: Ein Bergmann und Ingenieur mit Leib und Seele ist tot

Von: vm
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Bergmann, Erfinder und Vereinsmensch durch und durch: Werner Sprenker ist tot. Foto: vm

Alsdorf. Werner Sprenker war Bergmann und Ingenieur mit Leib und Seele. Noch in den letzten Tagen erstellte er mit zwei anderen Senioren des hiesigen Arbeitskreises Bergbau eine Chronik über die Geschichte der ehemaligen Grube Anna II. Sie wird im kommenden Jahr erscheinen. Das wird er persönlich nicht mehr erleben, denn Sprenker ist am vergangenen Mittwoch im Alter von 91 Jahren überraschend gestorben.

„Die große Zeit der Steinkohle und das Erbe des Bergbaus an die junge, an die postmontane Generation zu vermitteln, war Kollege Sprenker ein dringendes Anliegen“, sagt Energeticon-Geschäftsführer Harald Richter. Zunächst im Bergbaumuseumsverein und später dann im Energeticon engagierte er sich für dieses Ziel.

„Werner Sprenker hat entscheidenden Anteil an der Gestaltung des Bergbauteils der Energeticon -Ausstellung“, so Richter weiter. Als ausgewiesener Vertreter der Kohlezeit habe der Ingenieur Sprenker dennoch große Offenheit für die Wende hin zu den erneuerbaren Energien gezeigt. „Sein höflich-freundliches Wesen, seine bescheiden-zurückhaltende Art, halfen oft in Konfliktsituationen Brücken zu bauen.“

Ähnlich sieht das Dr. Georg Kehren, Vorsitzender des Bergbaumuseumsvereins: „Er war ein wunderbarer Vereinskollege mit einem hohen Engagement und außergewöhnlichem Charisma.“ Sprenker, Ehrenmitglied, habe früh den Grundstock für den Verein und das Energeticon gelegt.

Auch im Geschichtsverein brachte Sprenker sich ein, mit viel Geduld habe er immer die Kassenprüfung vorgenommen und er sei auf allen Gebieten des Bergbaus und der Alsdorfer Historie sehr bewandert gewesen, sagt Geschichtsvereinsvorsitzender Rudolf Bast. „Er war einer der zuverlässigsten Menschen, die ich kannte, und sehr liebenswürdig.“

Werner Sprenker, beim EBV bis 1983 Leiter der Technischen Abteilung unter Tage, hatte sich auch als Erfinder einen Namen gemacht. Er hatte Ende der 50er Jahre den untertägigen Transport per Einschienenbahn erfunden. Deren Weiterentwicklung, die sogenannte Dieselkatze von 1971, ist im Energeticon zu sehen. Mit ihr wurde das Ausbaumaterial transportiert.

Sprenkers unheimlich gutes Gedächtnis, was die kleinsten Details aus seiner Berufszeit anbelangt, hatten Zuhörer ein aufs andere Mal in Erstaunen versetzt. So zuletzt auch, als er im Sommer mit Josef Hilgers dessen „Gezähe-Skulpturen“ aus Metallschrott aus der Grube auf dem Energeticon-Gelände in Augenschein nahm und schnell ins Fachsimpeln geriet.

Seit jeher verbunden war Sprenker der Kirche, im Speziellen seiner Ofdener Kirche St. Barbara. Dr. Franz Schneider vom Kirchenrat St. Barbara erinnert sich: „Über viele Jahre war er der Mann für alles.“ Von 1964 bis 1997 sei Sprenker Kirchenvorstandsmitglied gewesen und habe sich auch in vielen anderen Gremien eingebracht. Er habe immer den Überblick über Bauakten, Renovierungen und Reparaturen gehabt und sei stark an dem Erweiterungsbau des Pfarrheims beteiligt gewesen.

Dort befinden sich heute unter anderem das Jugendheim und ein Gemeinschaftsraum. „Es gibt nichts, woran sich Sprenker nicht beteiligt hat“, sagt Dr. Schneider. Jeden Montagabend habe Sprenker seine Frau Gretel von der Chorprobe abgeholt, „um mit uns noch ein Gläschen Wein oder Bier zu trinken“. So auch noch am vergangenen Montag. Die Gemeinde verliere mit Sprenker die größte Stütze.

Pastoralreferentin Bärbel Schumacher sagt, dass Sprenker von Anfang an betont habe, es sei nicht gut, wenn eine Gemeinde alleine bleibe. Den Zusammenschluss der Gemeinden habe er von Anfang an unterstützt.

Bürgermeister Alfred Sonders zeigte sich wie seine Vorredner von Sprenkers Tod betroffen: „Ich habe ihn stets als einen in allen Belangen positiv und stets im Sinne von Alsdorf Denkenden erlebt. Ich bin dankbar für die vielen Jahre, die er uns im Bergbaumuseumsverein, im Energeticon und in so vielen weiteren Bereichen unterstützt hat. Sein Tod ist für uns alle ein großer Verlust.“

„,Unser Senior‘, wie wir ihn liebevoll nannten, wird uns fehlen, als Mensch, als Fachmann und väterlicher Freund“, schließt Harald Richter die vielen Worte der Würdigung.

Die Beerdigung findet nächste Woche Donnerstag, 10. November, statt. Um 10 Uhr beginnt die Messe in St. Barbara, Ofden.

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