Werbering will Stadtfest revolutionieren

Von: Yannick Longerich
Letzte Aktualisierung:
14166758.jpg
Jede Menge kreative Ideen: Zusammen mit Eventmanager Peter Jumpertz (2.v.l.) arbeitet Christian Thies (Vorsitzender des Werberings Kohlscheid; 2.v.r.) mit Hochdruck an einem innovativen Nachfolge-Event für das Stadtfest. Ingo Klöcker und Guido Mainz sind derweil neu in den Vorstand gewählt worden. Foto: Yannick Longerich

Herzogenrath. Der Vorsitzende des Werberings Kohlscheid, Christian Thies, konnte seinen Frust nur bedingt verbergen: „Eine Überregulierung der besonderen Art seitens der Gewerkschaften führt dazu, dass unser traditionelles Stadtfest verbunden mit den verkaufsoffenen Sonntagen abermals vor dem Scheideweg steht.“ Die verkaufsoffenen Sonntage werden 2017 in Kohlscheid nicht stattfinden.

Das Thema dominierte die Mitgliederversammlung des Werberings in besonderem Maße. Nach dem „erfolgreichsten Stadtfest aller Zeiten“ in 2016 – welches schon damals als Rettung des gesamten Veranstaltungsmodells proklamiert wurde – wird es in Kohlscheid in diesem Jahr keine weitere Auflage in dieser Form geben. Im Gegenzug werden die Verantwortlichen des Werberings zusammen mit Eventmanager Peter Jumpertz („Öcher Comedy Night“) mit Hochdruck an einer neuen Großveranstaltung arbeiten.

Gerichtlich beschlossen

Die gerichtlich beschlossenen Forderungen der Gewerkschaften sehen vor, dass für eine begründete Ladenöffnung sonntags der Besucherandrang zum dazugehörigen Anlass (Stadtfest, Maifest et cetera) erheblich größer sein muss als der reine Kundenandrang. Dies hat zur Folge, dass eine Sonntagsöffnung flächenmäßig klar gekennzeichnet sein muss und sich am Ort der Veranstaltung orientiert.

Für ein Kohlscheider Stadtfest beispielsweise am Markt heißt dies, dass nur der unmittelbare Umkreis eine Freigabe seitens der Gewerkschaften erhalten würde. Mitglieder des Werberings sowohl auf der Roermonderstraße, als auch in der West- und Südstraße würden unberücksichtigt bleiben, da die Kapazitäten für ein derart „flächendeckendes“ Stadtfest schlichtweg nicht gegeben sind. Über die Hälfte des Einzelhandels würde geschlossen bleiben.

Thies lobte in diesem Zusammenhang die gute Kooperation mit Ordnungsamt und Stadtverwaltung, die „helfen, wo sie können“. Aus Kreisen der Einzelhändler ließ sich nahezu einstimmig vernehmen, dass die verkaufsoffenen Sonntage schon lange keinen Reingewinn mehr erwirtschaften und demnach nicht der von ver.di befürchteten „Ausbeutung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Einzelhandel zur Bereicherung des Unternehmens“ entsprächen. Unter dem Strich waren sich sowohl Mitglieder, als auch Vorstand einig, dass hier der Volksfestkultur geschadet würde. Der verkaufsoffene Sonntag sei kein Überlebenselixier des Einzelhandels.

Mit den Konsequenzen gingen die Verantwortlichen konstruktiv um. Mit großer Zustimmung seitens der Mitglieder wurde beschlossen, in Kooperation mit Eventmanager Peter Jumpertz an einem „Ersatz“ zu arbeiten. Beisitzer Sebastian Thies brachte es auf den Punkt: „Der Begriff Stadtfest ist zwar traditionell, aber leider etwas altbacken. Wir haben die einmalige Gelegenheit, aus der Not eine Tugend zu machen und das Stadtfest umzugestalten.“ Unter dem Arbeitstitel „Kohlscheid Life“ ist ein Event am Markt geplant, an welchem der Einzelhandel an sogenannten „Stammtischen“ zwar teilnimmt, aber keine Öffnungszeiten der Läden mehr anbietet. Der erste Plan sieht vor, einen „langen Samstag“ von 14 bis 24 Uhr auf dem Markt auf die Beine zu stellen.

Bewegung im Vorstand

Im Vorstand des Werberings hat sich derweil einiges getan. Urgestein Siggi Müllenmeister verlässt den Vorstandsbeirat nach 26 Jahren zusammen mit Ralf Niessen und übergibt an die Kollegen Ingo Klöcker und Guido Mainz, die jeweils einstimmig gewählt wurden. „Es fällt mir nach insgesamt 40 Jahren Vereinszugehörigkeit schwer, die Vorstandsarbeit ruhen zu lassen. Ich bleibe dem Verein aber natürlich erhalten und stehe immer mit einem offenen Ohr zur Seite“, so ein sichtlich bewegter Siggi Müllenmeister. Die zweite Geschäftsführerin Anja Schneider wurde anders als ihre Kollegen aus persönlichen Gründen zunächst nur für ein Jahr im Amt bestätigt. Nach diesem wird sie den Vorstand verlassen, um sich auf neue Dinge zu konzentrieren.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert