Wenn Roboter Kühe melken

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:

Würselen. Längst sind die Zeiten vorbei, da der Bauer noch das Pferd vor den Pflug oder den Wagen spannte. Längst hat er sich spezialisiert auf Feld- oder Milchwirtschaft, wie auch Franz-Hubert Dohmen an der Neusener Straße 6 mit seinen 170 Milchkühen.

Am 1. April 2008 hatte der mutige und innovative Landwirt seinen Betrieb auf diese Kapazität aufgestockt, nach dem er den mittlerweile voll integrierten Nachbarbetrieb hatte anpachten können.

Im Jahr 1983 war er in die Fußstapfen seines Vaters Hans Dohmen getreten, der den Betrieb von seinem Vater Hubert übernommen hatte. Mit im Familienunternehmen tätig sind bereits die Söhne Hans-Willi und Richard, die es in der vierten Generation weiterführen wollen.

Bei ihm zu Gast war der Agrarausschuss des CDU-Kreisverbandes Kreis Aachen, um sich vor Ort mit dem Thema „Moderne Landwirtschaft in Verbindung mit traditionellen Werten” zu beschäftigen.

Vorsitzender Guido Benend freute es, dazu auch die CDU-Kandidatin für die Europawahl, Aachens Bürgermeister Sabine Verheyen, den CDU-Kandidaten für den Städteregionsrat, Kreisdirektor Helmut Etschenberg, und den Würselener Bürgermeister-Kandidaten Karl-Jürgen Schmitz, Vorsitzender seiner Fraktion im Rat der Stadt, begrüßen zu können. Aber auch Vize-Bürgermeister Harald Gerling und die CDA-Vorsitzende Heide Schäfers.

Bei einer Besichtigung des Betriebes konnten sie nur staunen, welche rasante Entwicklung die Viehwirtschaft genommen hat. Etschenberg brachte es auf den Punkt: „Wenn man noch das traditionelle Bild vor Augen hat, dann taucht man hier in eine vollkommen neue Welt ein.” Fürwahr! Wie der Computer in sie Einzug gehalten hat, demonstrierte Gastgeber Dohmen an verschiedenen Beispielen der Zusammensetzung des Futters, aber auch der Verwaltung der Milchproduktion eines jeden einzelnen Tieres.

Dohmen: „Das Robotermelken funktioniert aber nur, wenn die Ergebnisse vom Menschen ausgewertet werden.” Wodurch der menschliche Bezug zum Tier auf traditionelle Weise wieder hergestellt werde.

Im Betrieb Dohmen wird die Herde in zwei Gruppen in zwei Boxenlaufställen gehalten, nach Hoch- und Niederleistung sortiert. Je zwei Stunden werden morgens und abends für das Melken aufgewendet. In einem Arbeitseingang sind es 20 Stück an der computerbetreuten Melkanlage mit im Durchschnitt 28 bis 30 Litern Milch.

In den nächsten vier Wochen stehen 30 Kalbungen ins Haus. „Dann muss rund um die Uhr gearbeitet werden”, berichtet Franz-Hubert Dohmen auch von den „harten Frosttagen”, die dieser Winter bescherte.

Alle 48 Stunden rollt der Tankwagen der Molkerei an, um den 12.000 Liter fassenden Tank zu leeren. Wahrlich eine revolutionäre Entwicklung, die die Landwirtschaft nicht nur auf dem Feld der Milchwirtschaft durchlebt hat. Dabei hatten die Milchkannen in ländlichen Gegenden vor 50 Jahren noch zum Straßenbild gehört.

Was sich in Bezug auf Produktivitätssteigerung in diesem halben Jahrhundert getan hat, veranschaulichte der Vorsitzende des CDU-Agrarausschusses NRW, Bernhard Conzen, durch zwei Zahlen: „Vor 40/50 Jahren machte ein landwirtschaftlicher Betrieb zehn bis zwölf Menschen statt, heute sind es 115 an der Zahl.” Es habe sich eine Entwicklung weg von der Handarbeit hin zu einem hochtechnologischen Unternehmen vollzogen.

Brüssel in der Pflicht

Bewusst machte er: „Die hochwertigsten Lebensmittel der ganzen Welt werden in Deutschland produziert.” Doch gab er der Europa-Kandidatin für ihre künftige Arbeit mit auf den Weg, „Die Grenze des Machbaren ist erreicht!” Der Landwirt müsse selbst und ständig dafür sorgen, dass er im Wettbewerb bestehen könne, forderte er verlässliche Vorgaben aus Brüssel über Jahre hinweg. Dadurch dass die Kommission in Brüssel die Quote der Milchproduktion ad absurdum führen wolle, werde der Strukturwandel nur noch angeheizt.

Wie vorher schon beim Getreide geschehen, als dort die Quote freigegeben worden sei, um die Produktion herunterzufahren. Fraglich sei für ihn, ob der Verbraucher davon am Ende profitieren werde. „Es wird Kapital verbrannt”, nahm er in diesem Punkt Brüssel in die Pflicht.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert