Würselen - Wenn Kopfschmerzen zum Notfall werden

Wenn Kopfschmerzen zum Notfall werden

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
13501880.jpg
Für Patienten mit schlimmen Akutkopfschmerzen ist das Krankenhaus die entscheidende Adresse, um Schlimmeres abzuwenden. Foto: imago
13501879.jpg
Er ist Referent beim nächsten Forum Medizin: der Neurologe Dr. Patrick Schmidt. Foto: MZ

Würselen. Kopfschmerzen können im wahrsten Sinne des Wortes lähmend sein und den Betroffenen außer Gefecht setzen. Sie sind quälend und machen Angst, weil Schmerzen Alarmsignale sind oder sein können. Patienten können zu Akut- oder sogar Notfallpatienten werden, weil sie in ihrem Schmerz nicht mehr ein noch aus wissen. Da wird das Krankenhaus zur ersten Adresse.

Der Neurologe Dr. Patrick Schmidt und seine Kollegen am Medizinischen Zentrum Würselen (MZ), Standort Marienhöhe, greifen ein, wenn ein solcher Fall per Notaufnahme zu ihnen gelangt. Schmidt ist einer der Referenten des Forums Medizin zum Thema Kopfschmerzen, das unsere Zeitung in Kooperation mit dem MZ und mit Unterstützung der Stadt Würselen organisiert. Das Forum beginnt am Mittwoch, 30. November, um 19.30 Uhr im Alten Rathaus (siehe Info).

Die Deutsche Kopfschmerz- und Migränegesellschaft (DMKG) unterscheidet Kopfschmerzen in zwei Hauptkategorien. Primäre Kopfschmerzen, so Neurologe Schmidt, entstehen im Gehirn. Dazu gehören Spannungskopfschmerz und Migräne. Sekundäre Kopfschmerzen sind Begleitsymptom einer anderen Krankheit. Die kann vergleichsweise harmlos, aber auch lebensgefährlich sein. Dies herauszufinden und die richtige Behandlung vorzunehmen bzw. einzuleiten, ist Aufgabe bei einem Notfall.

Im ersten Schritt versucht der Mediziner im Gespräch mit dem Patienten (Anamnese) die Vorgeschichte zu klären und die Quelle des Schmerzes herauszufinden. „Manche Patienten leiden an einer bekannten Migräne, deren Beschwerden akut überhand genommen haben und denen über die normale Medikation hinaus geholfen werden muss“, sagt er. In einer ganzheitlichen Untersuchung fahndet der Arzt in einem zweiten Schritt nach weiteren Hinweisen beziehungsweise Begleitsymptomen, die Aufschluss über die Ursache geben können. Da geht es zum Beispiel um die Frage, ob Lähmungen oder Fieber aufgetreten sind oder etwa eine Nackensteifigkeit vorliegt.

Bildgebende Verfahren

Weitere neurologische Symptome können Sprach- und Sehstörungen sein. Die Analyse des Blutbildes kann weitere Indizien ergeben, etwa Entzündungswerte. Je nach Fall kommen bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz, beschreibt Schmidt das Vorgehen.

Wenn sich zum Beispiel herausstellt, dass für die schlimmen Kopfschmerzen eine Hirnblutung oder eine andere schwerwiegende Ursache wie ein Tumor verantwortlich sind, wird der Patient unmittelbar einer weiterführenden Therapie zugeführt. Sollten sich keine relevanten, gefährlichen Ursachen ergeben haben, kehrt der Patient nach der Akutbehandlung im Krankenhaus nach Hause zurück, gegebenenfalls mit einer Empfehlung, vorbeugend Medikamente zu nehmen und sich einer weiteren ärztlichen Behandlung bei einem niedergelassenen Arzt zu unterziehen.

Je nach Fall werden Patienten aber auch der Schmerzklinik am MZ vorgestellt, sagt Dr. Patrick Schmidt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert