„Weltnotwerk” hilft in der ganzen Welt

Von: ath
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Ohne die Unterstützung der Gruppen vor Ort in den Gemeinden geht es nicht, machte Norbert Steiner (r.), Geschäftsführer des Weltnotwerkes, deutlich. Unterstützer in der Region Aachen-Land sind die Gastgeber des Abends, Magda Schlösser (l.) und Paul Finken (2. v. r.) von der KAB Baesweiler, sowie Andris Gulbins und Thomas Forster (2. und 3. v. l.) vom AK Madagaskar. Foto: Andrea Thomas

Baesweiler. „Teilen und Beteiligen”, nach dieser Devise unterstützt das Weltnotwerk e.V. Solidaritätsaktion der Katholischen Arbeitnehmerbewegung Deutschlands seit 50 Jahren Partnerorganisationen in Asien, Afrika und Lateinamerika.

Mit der Unterstützung vieler kleiner und großer Aktionen hilft das Weltnotwerk den Menschen, ihre Existenz zu sichern, Demokratiebewusstsein zu fördern und Mitspracherecht zu erlangen, wenn es um die Belange „der kleinen Leute” geht. Die KAB-Gruppen in der Region unterstützen unter anderem durch den Verkauf von Hyazinthen- und Amarylliszwiebeln nach den Gottesdiensten oder Kollekten Projekte in Madagaskar und Kap Verde, den Partnerländern der KAB im Diözesanverband Aachen.

Madagaskar

Um all denen, die sich dabei mit Zeit oder klingender Münze engagieren, vorzustellen, was ihre Hilfe bewirkt, hatte die KAB-Gruppe St. Petrus Baesweiler gemeinsam mit der KAB Aachen-Land und dem Arbeitskreis Madagaskar zu einem Info-Abend ins Pfarrheim von St. Petrus eingeladen.

Zunächst stellte Norbert Steiner, Geschäftsführer des Weltnotwerkes, die Arbeit des Hilfswerkes allgemein vor, bevor im zweiten Teil Andris Gulbins, KAB-Sekretär und Mitglied des AK Madagaskar, etwas zu konkreten Projekten dort berichtete.

Das Weltnotwerk verstehe sich als christliche Organisation von und für Arbeiter, die für weltweite soziale Gerechtigkeit einsteht, sagte Norbert Steiner. Das lasse sich kurz unter den „drei Ps” zusammenfassen: „Wir sind Partner. Wir gestalten Projekte. Wir machen Politik.”

Aktive Gruppenarbeit

Basis sei dabei die aktive Arbeit der einzelnen Gruppen vor Ort, wie etwa der AK Madagaskar sie leistet. Zur Unterstützung der Partnerschaften bezuschusst das Weltnotwerk Begegnungen, was vor allem für die Partner aus Afrika, Asien und Lateinamerika wichtig ist, die sich die Reise nach Deutschland sonst meist nicht leisten könnten. „Gerade das macht den Austausch aber erst greifbar, wenn man das Land und die Menschen persönlich kennt”, betont Steiner. Zweite große Säule ist die Unterstützung durch Spenden und Zuschüsse bei Projekten, die die Partner vor Ort nicht alleine finanzieren können.

So übernimmt das Weltnotwerk beispielsweise Fahrtkosten, denn „Bewegungen leben vom Bewegen”, und setzt sich für eine Langfristigkeit der Projekte ein. Und schließlich Politik: Gemeinsam mit der KAB, der das Weltnotwerk als Mitgliedsverein angehört, werden Flyer erstellt, Seminare und Vorträge organisiert, Kampagnen entwickelt, um hier in Deutschland für die Probleme in den Partnerländern und die globalen Zusammenhänge zu sensibilisieren. So mache es bereits viel aus, bewusst und fair einzukaufen, um den Menschen dort die Möglichkeit zu geben, ihre Waren auf dem Weltmarkt zu Preisen verkaufen zu können, die ihren Lebensunterhalt sichern, hieß es.

Andris Gulbins nannte als ein Beispiel den Zuckermarkt. Zucker aus Madagaskar sei zu teuer, weil anderswo Subventionen gezahlt werden, um unter Weltmarktpreis zu produzieren. Politik sei aber auch ein Stichwort für die Arbeit der Bewegungen vor Ort. Diese machen Bildungsarbeit und stärken so unter anderem das Demokratiebewusstsein. Projekte zur Selbsthilfe sind in Madagaskar vor allem die „Reisbanken” und andere Spargruppen, die nach ähnlichem Prinzip funktionieren.

„Da gibt jeder eine bestimmte Menge seiner Reisernte ab, die in einem gemeinsamen Silo gelagert wird. Braucht nun jemand Geld, so kann er eine bestimmte Menge Reis zum Verkauf daraus ausgezahlt bekommen”, erläuterte Gulbins. So werde verhindert, dass jemand völlig überteuerte Kredite bei einem Kredithai aufnehmen müsse und in die ausweglose Spirale der Verschuldung gerate. Dazu kommen kleine Projekte, mit denen sich vor allem Frauen ein zweites Familieneinkommen aufbauen, finanziert durch Mikrokredite.

So trägt jede Hyazinthenzwiebel nicht nur zu einem Hauch von Frühling zu Weihnachten bei, sondern ist ganz konkrete Lebenshilfe.
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