Weltkulturfenster im Klösterchen findet regen Anklang

Von: mabie
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Mitreißend: Sung Hie Kalinka zeigte beim Weltkulturfenster im Soziokulturellen Zentrum schon den jüngsten Besuchern, wie Kunst und Musik als internationale Sprachen bestens funktionieren. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Für Nevruz Brusai war es schon eine echte Herausforderung, sich mit den anderen Menschen im Soziokulturellen Klösterchen zu unterhalten. Denn der 24-Jährige aus Albanien ist noch ganz neu hier, zeigte sich sehr offen, wenn es um die Kontaktaufnahme nicht nur mit anderen Flüchtlingen geht.

Und er ließ sich von Malerin Barbara Mertens gerne zeigen, wo es langgeht, zumindest mit dem Pinsel auf Leinwand, die von der mit ihrem Atelier im Klösterchen ansässigen Künstlerin zur Verfügung gestellt wurden. „Ich bin natürlich gerne dabei, wenn wir das Weltkulturfenster öffnen“, sagte sie freudestrahlend zur jüngsten interkulturellen Aktion. Die sollte ein Anstoß sein, die Kontakte zwischen den Menschen anzustoßen, die bereits in Herzogenrath und Umgebung leben, und denen, die über ihre Flucht hierhergekommen sind. Malen war nur ein Aspekt, aber einer, der Nevruz, auch wenn er sich nur schlecht über die Sprache verständigen konnte, dennoch sichtlich Spaß machte.

Schnell spannte er mit einem kleinen Hammer und noch kleineren Holzkeilen die Leinwand auf den Rahmen, damit sein breiter Pinselstrich die bunten Farben, die er in einem gelungenen Farbverlauf auf das Trägermaterial aufbrachte, auch wirklich hielten. Tanzen war noch ein Angebot, das die vielen Besucher an diesem verregneten Samstagnachmittag gerne im Klösterchen auf Trab hielt. Ob dabei das, was Tänzerin Bettina Lauber und Musikpädagoge Hans Brandt da bei der kurzen Workshopvorstellung aufs Parkett legten, dabei herauskam, war nebensächlich. „Wichtig ist, dass es Euch Spaß macht“, hatte Wilfried Hammers vom Klösterchen vorab gesagt.

Tiefe Eindrücke

Damit das auch bei möglichst jedem im multikulturellen Publikum ankam, hatte er sich noch ein paar Übersetzer gesucht, die spontan zumindest auf Englisch, Französisch, Türkisch und Albanisch das Programm vorstellten. Und das war einiges: Bildhauen in Stein mit Stefanie Weskott, Textilarbeiten mit Ina Kramer, Infos von Attac Wurmtal mit Peter Nickels und Spiegelbau mit Ela Moonen. Der ebenfalls geplante Blick in den interkulturellen Garten mit Melanie Wichmann wurde hingegen auf einen kommenden Termin verschoben. Beliebt waren auch die Spielegruppe für Eltern und Kinder mit Margret Middelkoop und das für Kinder wie Erwachsene angebotene Trommeln mit Sung Hie Kalinka. Bei ihr schloss sich ein wenig der Kreis und die Idee zu diesem besonderen Nachmittag, an dem auch Kulturlotsen gesucht wurden, die nicht nur einmalig, sondern immer mal wieder den Austausch der Kulturen fördern sollen. Denn Sung Hie kommt aus Korea, ist aber seit mehr als vier Jahrzehnten in Herzogenrath zu Hause. Bei ihren eindrucksvollen, in Mark und Bein wirksamen Trommelübungen präsentierte sie die feine Schlagfellkunst aus ihrer Heimat. Und dabei nutzt sie ganz nebenbei die Musik als Teil der wirklich internationalen Sprache der Kunst und der Kreativität, die schon bei den ganz jungen Besuchern an diesem gelungenen Tag tiefen Eindruck hinterließen.

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