Herzogenrath - Weltkulturfenster für Flüchtlinge und Einheimische

Weltkulturfenster für Flüchtlinge und Einheimische

Von: mabie
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Sie laden in ihre Ateliers und Studios ein: (v.l.) Hans Brandt, Stefanie Weskott, Peter Nickels, Bettina Lauber, Margret Middelkoop, Ina Kramer und Barbara Mertens. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Flucht und deren Ursachen sind seit fast zwei Jahrzehnten ein Thema, mit dem sich alle Mieter im Soziokulturellen Zentrum Klösterchen in Herzogenrath ausgiebig befassen. Nicht nur der interkulturelle Garten hinter dem Haus oder die aktive Mitgliedschaft im Arbeitskreis „Wege gegen das Vergessen“ sind zwei Beispiele, wie die Menschen sich politisch in diesem Feld engagieren.

Eine neue Aktion steht am Samstag, 21. März, 14 Uhr, mit dem Projekt „Weltkulturfenster“ auf dem Programm. „Immer wieder haben wir mit den unterschiedlichsten Flüchtlingsgruppen Treffen im Haus veranstaltet und sind natürlich auch innerhalb der Herzogenrather Flüchtlingsszene mehr als aktiv“, sagt Wilfried Hammers vom Klösterchen.

Nun öffnet sich ein weiteres Fenster für die Menschen, die aus ihrer Heimat in die Fremde flüchten mussten, um zu überleben. Das geschieht natürlich auch im übertragenen Sinne, denn hinter all den Fenstern der Einrichtung spielen sich auch kulturell so viele unterschiedliche Dinge ab, dass sich ein echtes Kaleidoskop der Möglichkeiten eröffnet.

„So stand schnell fest, dass wir mit dem Weltkulturfenster einen konstruktiven Beitrag leisten können“, sagt Hammers. Die Idee kam während einer der monatlichen Hausversammlungen, die nicht nur als Mitwirkungsgremium, sondern auch als Ideenschmiede der Einrichtung gelten darf. Als unübersehbares Zeichen der Integration wollen die Organisatoren das Kulturfest am Samstag verstanden wissen.

„Alle sind eingeladen, nicht nur die Flüchtlinge, sondern gerne auch die übrige Bevölkerung“, sagt Bettina Lauber, die mit ihren Tanzangeboten einen von insgesamt acht Workshops anbietet, der die Menschen zusammenbringen soll.

Kulturlotsen

In enger Abstimmung mit den in der Stadt Herzogenrath tätigen Initiativen, kirchlichen Gemeinden und der Stadt sind rund 120 Flüchtlinge ins Kulturzentrum eingeladen worden. Gut eine halbe Stunde lang soll für das persönliche Gespräch, zum Kennenlernen, aber auch zum Vorstellen der acht Workshops Zeit sein, ehe es dann bis etwa halb fünf in den Workshops künstlerisch zur Sache geht.

„Allen Flüchtlingen, die sich kulturell betätigen möchten, stellen wir einen deutschen Kulturlotsen zur Seite“, sagt Wilfried Hammers, „so wird nicht nur die weitere Teilnahme an regelmäßigen Angeboten wirklich unterstützt, sondern auch die einmal geknüpften Beziehungen scheitern nicht an Kleinigkeiten oder Verständigungsschwierigkeiten.“

Von Textilarbeiten bis Trommeln

Die Angebote reichen von der offenen Chorprobe mit Hans Brandt, Bildhauern in Stein mit Stefanie Weskott, Textilarbeiten mit Ina Kramer, Infos von Attac Wurmtal mit Peter Nickels, Tanzen mit Bettina Lauber, Spiegelbau mit Ela Moonen, Leinwandmalerei mit Barbara Mertens, Trommeln mit Sung Hie Kalinka, einem Blick auf den interkulturellen Garten mit Melanie Wichmann und einer Spielegruppe für Eltern und Kinder mit Margret Middelkoop.

Da aber nicht nur Kultur Nahrung sein kann, gibt es auch für den Körper ein paar Leckereien mit Kuchen und Kaffee. „Wir wollen anstoßen, verknüpfen und unsere Türen gerne allen Interessierten öffnen“, schließt Bettina Lauber.

So soll eine wirkliche „Interkulturation“ stattfinden, die durch die Einbindung von Kulturlotsen alle anspricht. „Damit werden die kulturellen Kompetenzen, die Flüchtlinge selbst mitbringen, nicht nur entdeckt und gefördert, die Menschen werden auch aufgefordert, uns an ihrem kulturellen Reichtum teilhaben zu lassen“, unterstreicht Wilfried Hammers.

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