Weitere Alternativen für Bahnbrücke ausloten

Von: Beatrix Oprée
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Gleise ebenerdig queren? Die Verwaltung soll die Möglichkeit eines Übergangs prüfen. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Die angekündigte Sperrung samt Rückbau der maroden Brücke über die Bahnstrecke Aachen-Mönchengladbach am Pilgramsweg beschäftigt die Bürger. „Ich habe viele Anrufe bekommen“, sagt Grünen-Fraktionschef Dr. Bernd Fasel.

„Denn das angrenzende Naturschutzgebiet Wurmtal ist dann von Straß aus nur noch über weite Umwege zu erreichen. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkung ist das nicht zu bewältigen.“ So haben sich die vier Oppositionsparteien im Stadtrat – Grüne, Linke, FDP und Piraten – zusammengetan und einen Antrag für den Bau- und Verkehrsausschuss auf den Weg gebracht, mit der Begründung, dass besagte Brücke nicht nur für Erholungssuchende zu Fuß und zu Rad bedeutsam sei, sondern auch eine wichtige fußläufige Verbindung in die Herzogenrather City darstelle und überdies als Schulweg zum Gymnasium genutzt werde.

Sie schlagen vor, die Stadtverwaltung mit der Prüfung kostengünstiger Alternativen zum Erhalt einer Fußgängerquerung zu beauftragen. Und legen zwei konkrete Vorschläge vor: zum einen ein Referenzprojekt eines Aachener Ingenieurbüros für den Neubau von zwei Fußgängerbrücken in der Südeifel, die mit 42.000 respektive 52.000 Euro zu Buche schlugen. Dazu könne am Pilgramsweg gegebenenfalls der Auflieger der bestehenden Brücke genutzt werden. Zum anderen sei nur wenige Meter neben der Brücke eine niveaugleiche Querung der Gleise möglich. So solle die Realisierungsmöglichkeit für einen signalisierten Bahnübergang für Fußgänger ebenfalls ins Auge gefasst werden. Dabei könnten die Bahnübergänge an derselben Strecke im Bereich Rimburg als Vorbild dienen.

Da die Brücke in ihrem jetzigen Zustand ein Sicherheitsrisiko auch für den Bahnverkehr darstellt, was von haftungsrechtlicher Relevanz sei, hatte der Bau- und Verkehrsausschuss beschlossen, die nötigen Abbrucharbeiten „nach Vorliegen der haushalterischen Voraussetzungen“ (Genehmigung durch die Kommunalaufsicht/Bezirksregierung) unverzüglich auszuschreiben. Dass der Brücke eine „wichtige Rolle im Rahmen des regionalen und überregionalen Rad- und Freizeitroutennetzes“ zukomme, hat auch der Fachbereich Bau und Betrieb in seiner Beratungsvorlage dargelegt. Wirtschaftlich, so legt der Prüfbericht auch dar, könne sie jedoch nicht mehr instand gesetzt werden. Eine vollständige Sanierung schlage mit 390.000 Euro zu Buche.

Empfohlen werde ein Ersatz der Brückenkonstruktion durch einen Stahlüberbau zur Nutzung als Fuß- und Radweg, was jedoch der Sanierung der Stützwände und Widerlager bedürfe und rund 500.000 Euro kosten würde. Der nun in Rede stehende Rückbau/Teilabriss zur Gefahrenabwehr wird 170.000 Euro teuer, ein vollständiger Abriss sogar 255.000 Euro. Da die Brücke zur Zeit zur Trassenplanung des Premium-Radwegs Aachen-Heerlen gehört, bestehen theoretisch bis zu 80-prozentige Fördermöglichkeiten. Das Projekt, so weist die Verwaltung hin, sei bisher aber erst Gegenstand einer Machbarkeitsstudie, eine Förderung nicht verbindlich absehbar. Der Handlungsbedarf zur Gefahrenabwehr sei jedoch „aufgrund des Prüfberichts zu unterstellen“.

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