Weihnachtskistenaktion ist für viele schon zur Tradition geworden

Von: Elisa Zander
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Weihnachtsgruß: Unzählige Kisten warten am 16. Dezember wieder auf ihre Empfänger.

Nordkreis. „Das ist, als wäre schon eine Woche vorher Weihnachten”, beschreibt Willy Feldeisen von der Baesweiler Tafel den Tag, an dem bedürftige Menschen der Stadt die reichhaltig gefüllten Lebensmittelkisten mit nach Hause nehmen dürfen.

„Weihnachtskisten-Aktion” heißt die Idee, die vor sieben Jahren die Vorsitzende der Aachener Tafel, Jutta Schlockermann, initiierte, und die bis heute von unserer Zeitung und dem WDR unterstützt wird. Neben Familien fördern auch Schulklassen und Kindergartengruppen die Aktion.

Im vergangenen Jahr waren es 60 Prozent mehr gepackte Kisten als 2008, die von der Baesweiler Tafel verteilt werden konnten. Etwa 160 Familien freuen sich alleine hier auf den Moment, in dem sie sich für eine Überraschungskiste entscheiden dürfen.

Was eine schöne Geste zum Weihnachtsfest ist, hat einen ernsten Hintergrund. Die Zahl der bedürftigen jungen Menschen hat ebenso zugenommen wie die der Rentner. „Letztere trauen sich oft nicht einmal, unsere Hilfe anzunehmen”, erklärt Willy Feldeisen. „Es ist ihnen so unangenehm, dass sie lieber nichts zu essen haben.” Mittlerweile habe es sich jedoch eingebürgert, dass die Mitarbeiter der Baesweiler Tafel im Anschluss an die Verteilaktion zu denen gehen, die sich eben nicht in die Räumlichkeiten trauen, um ihnen eine Kiste zu überreichen. „Freude und Dankbarkeit sind dann riesig.”

Weihnachtszauber im Schürhof

Diese Dankbarkeit kennt auch Waltraud Lecher von der Herzogenrather Tafel. Sie freut sich mit den andern Team-Mitgliedern auf die Stunden, in denen der Weihnachtszauber Einzug in die Räume am Schürhof erhält. Denn mit der Abgabe der Kisten kann auch die Weihnachtszeit in den Haushalten der Tafel-Kunden einziehen. Trotz Gutmütigkeit und Wohlwollen sei die Notwendigkeit der Tafeln in Deutschland mittlerweile überall traurige Realität. 11000 Haushalte sind allein bei den teilnehmenden Tafeln in der Städteregion registriert. Waltraud Lecher und Willy Feldeisen würden sich wünschen, dass nicht mehr so viele Menschen auf die Hilfe angewiesen wären. Tatsächlich werden es jedoch immer mehr. Allein in Aachen kommen monatlich 50 Haushalte hinzu. Und selbst in kleinen Eifelorten stehen die betroffenen Menschen vor den Ausgabestellen der Tafeln Schlange.

Umso mehr freuen sich die Kunden über die Solidarität der Bürger. Viele planen die Kiste fest mit ein. „Schon im Sommer werden wir gefragt, ob es wieder die Weihnachtsaktion gibt”, sagt Willy Feldeisen. „Schlimm wäre es, wenn wir einmal nicht für jeden eine Kiste hätten.”

Wein oder Sekt

Der Welle der Hilfsbereitschaft, die Deutschland jährlich zum Weihnachtsfest durchflutet, wird diese Angst hoffentlich unbegründet lassen, so dass viele Menschen aus der Region durch die Unterstützung anderer ein Lächeln ins Gesicht gezaubert bekommen.

Mit dem Inhalt der Kisten soll im weitesten Sinne ein Weihnachtsessen zubereitet werden können. Dazu gehören Zucker und Mehl zum Plätzchenbacken ebenso, wie Konserven oder Klöße aus der Packung. Beachtet werden sollte, dass nur verpackte, haltbare Lebensmittel, die mindestens einen Tag ungekühlt bleiben können, geeignet sind. Gerne kann auch eine Flasche Wein oder Sekt hinzugelegt werden. Bei allen Lebensmitteln sollte unbedingt die Haltbarkeit überprüft werden.

Gutscheine von Metzgereien oder anderen Geschäften finden die Beschenkten immer häufiger in ihren Kisten. Wichtig ist, die Gutscheine gut befestigen, damit sie nicht verloren gehen.

Spielsachen oder Kleidung gehören nicht in die Weihnachtskiste. Manche Tafeln nehmen gesondert jedoch gerne Spielsachen entgegen, aus denen sich Kinder am Tag der Ausgabe etwas aussuchen können.

Die Öffnungszeiten von Tisch und Tafeln

Die Annahme der Kisten ist am Mittwoch, 15. Dezember, die Ausgabe erfolgt am Donnerstag, 16. Dezember. Solange der Vorrat reicht, werden die Kisten an alle Bürger, die eine Kundenkarte der jeweiligen Tafel haben, ausgegeben.

Die Öffnungszeiten:

Alsdorfer Tisch: St.-Castor-Haus, Im Brühl 1, Annahme 10-18 Uhr, Ausgabe 10-18 Uhr.

Baesweiler Tafel: Evangelisches Gemeindehaus, Emil-Mayrisch-Straße 48, Annahme 10-18 Uhr, Ausgabe 10-18 Uhr; Annahme zudem im Pfarramt Baesweiler, Kirchstraße, 15. Dezember, 10-16.30 Uhr.

Herzogenrather Tafel: Am Schürhof, Durchgang zwischen Kleikstraße 57 und 59, Annahme 10-18 Uhr, Ausgabe 10-18 Uhr.

Würselener Tafel: Jugendheim der Pfarre St. Sebastian, Wilhelmstraße 7, Annahme 10-18 Uhr, Ausgabe 10-18 Uhr.
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