Weihnachten verbindet: Schüler engagieren sich für Flüchtlinge

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Ein buntes Programm auf die Beine gestellt: Die Schüler des Alsdorfer Berufskolleg legten sich bei den Aufführungen für die Flüchtlinge mächtig ins Zeug.
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Ein buntes Programm auf die Beine gestellt: Die Schüler des Alsdorfer Berufskolleg legten sich bei den Aufführungen für die Flüchtlinge mächtig ins Zeug.

Alsdorf. Mitgefühl und Solidarität empfanden die Schüler der Klasse IT 13 des Berufskollegs Alsdorf, als sie im Unterricht das Los der Flüchtlinge, vor allem aber auch die Situation der Kinder unter ihnen, diskutierten. Denn seit Wochen sind wechselnde Gruppen von Asylbewerbern aus Syrien und anderen Krisen- und Kriegsgebieten vorübergehend in der Turnhalle dort untergebracht.

Und so überlegten die Schüler, wie man den neuen Nachbarn auf Zeit anlässlich eine kleine Freude bereiten und Solidarität zeigen könnte. Sie wollten den Schritt vom Reden zum Handeln machen und entschieden sich, gemeinsam mit ihrem Lehrer Lutz Wegel eine Sammelaktion zu organisieren: „Aktion Alsdorf – Weihnachten verbindet“.

Die Schülerinnen und Schüler der Informations-Techniker-Fachklasse haben ihre Mitschüler dazu aufgerufen, gerade für die Jugendlichen und kleineren Kinder geeignete Willkommensgeschenke zu spenden und im Sekretariat abzugeben. Fast professionell hatte sie die Sammelaktion vorbereitet. In offenen Kartons sollten die Spenden abgegeben werden (um ungewollte Überraschungen zu vermeiden). Außerdem hatten sie kleine Aufkleber gedruckt, auf denen die Spender ankreuzen konnten, ob das Präsent für einen Jungen oder ein Mädchen gedacht sei und für welche Altersgruppe.

Erstaunlich viele liebevoll verpackte Gaben sind so zusammengekommen. Schließlich wurden sie nach einer kleinen Feierstunde verteilt. Die stand unter dem Motto „Salem aleikum!“ – „Friede sei mit Euch!“ In sechs Sprachen wurden die Teilnehmer begrüßt. Schüler des Berufskollegs aus der internationalen Förderklasse trugen die kleine Ansprache und den Willkommens-Gruß in marokkanischem und auch im syrischen Arabisch vor, in mazedonischer Sprache, auf Italienisch und Französisch sowie auf Englisch.

Für die Stadt Alsdorf koordiniert Irene Gillißen die ehrenamtliche Betreuung der Flüchtlinge. Sie konnte sich davon überzeugen, dass diese kleine Begrüßungsfeier die Gäste erfreut hat. Besonders die Kinder reagierten begeistert.

Wer auf risikoreichen und beschwerlichen Wegen, oft unter Einsatz des Lebens, gezwungen ist, seine Heimat zu verlassen und es bis in eine sichere (Massen-)Unterkunft geschafft hat, ist zwar nicht mehr direkt in Gefahr, muss aber meist in Angst um zurückgebliebene Angehörige leben.

Zu den traumatischen Erfahrungen der Flucht, der nicht einfachen Situation, den Schlafsaal mit Hunderten, meist unbekannten Leidensgenossen beiderlei Geschlechts teilen zu müssen, kommt die Sorge um die Zukunft. Besonders interessant und wohl auch hilfreich für die Flüchtlinge waren daher die zahlreichen Gespräche, die sich anlässlich dieser kleinen Feier ergaben.

Fast jeder der Gäste aus Syrien und anderen Herkunftsländern hatte während seiner Fluch schlimme Erfahrungen gemacht, häufig waren sie beraubt worden oder Trickbetrügern in die Hände gefallen, die sich nicht selten als Polizei- oder Zollbeamte ausgaben. Übel waren auch die Praktiken der Schleuser. Mit vorgehaltener Waffe war ein Flüchtling an der türkischen Küste gezwungen worden, ein offensichtlich nicht seetüchtiges Boot zu besteigen.

Hilfestellung bei dem Fest der Begegnung leistete ein Teil des Lehrer-Kollegiums. So moderierte Lutz Wegel die Feier. Dekoriert war die Bühne mit einem Tannenbaum, der auch die Choreografie der von Dennis Weiler betreuten Akrobatik-Gruppe inspiriert hatte.

Bernd Schlösser sorgte mit seiner Musikgruppe für einen ansprechenden akustischen Rahmen. Thomas Klakow hatte in der Küche mit den Schülern der IFK allerlei kulinarische Leckerbissen vorbereitet, Kuchen und Plätzchen, Waffeln und Getränke, an denen sich alle Gäste bei einem gemütlichen Plausch stärken konnten.

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