Weihnacht sehen, schmecken und riechen

Von: Elisa Zander
Letzte Aktualisierung:
Engel und Eulen  - das sind di
Engel und Eulen - das sind die Lieblingsfiguren von Anne und Christiane Krell. Überall im detailreich geschmückten Haus finden sie ich wieder. Jedes Jahr nach Totensonntag beginnen Mutter und Tochter, im und ums Haus herum weihnachtlich zu Foto: Elisa Zander

Würselen. Glühwein, Zimt, Anis, Eierlikör, frische Tanne, Kakao - die Gerüche im Hause Krell vermischen sich zu einem weihnachtlichen Potpourri. Das im Kamin knisternde Feuer verströmt eine behagliche Wärme.

Die Kerzen am selbst gemachten Adventskranz auf dem Wohnzimmertisch und dem Gedeck in der Küche schaffen Gemütlichkeit. Der Tannenbaum steht bereits an der Fensterfront. Noch ist er nur mit einer Lichterkette dekoriert. Leise wird die Szenerie von melodisch amerikanischen Weihnachtsklassikern untermalt. Anne Krell strahlt über das ganze Gesicht. Das hier ist für sie Weihnachten.

Das üppig geschmückte Wohnzimmer, das von manchen Besuchern als „überladen” deklariert wird, ist für sie ein einziger Weihnachtsraum. „Ich würde mich nicht wohlfühlen, wenn es weniger wäre”, erklärt sie, und Tochter Christiane geht es ähnlich. Sie hat sich längst mit dem Dekorations-Virus anstecken lassen und freut sich schon Wochen vorher auf das Verschönern ihres Zuhauses.

Strümpfe über dem Kamin

„Ich weiß ja nicht, wie die anderen schmücken, aber ich finde das normal”, sagt Anne Krell mit einem schweifenden Blick durch ihr Wohnzimmer. 62 Weihnachtsmänner und Nikoläuse schmücken Regale, Kaminsims und Fensterbänke, das haben Mutter und Tochter kürzlich erst gezählt. Hinzu kommen einige Weihnachtsstrümpfe, die traditionell über dem Kamin hängen. Rentiere, Eulen, Lichterketten - das Haus der Familie Krell verwandelt sich zur Winterzeit in ein Weihnachtswunderland.

Vor Totensonntag werden die zehn Kartons mit Deko-Artikeln vom Dachboden geholt. Anne Krell beginnt dann damit, im Haus einige ausgewählte Dinge aufzustellen. „Doch so richtig los geht es erst nach Totensonntag. Dann kommt zuerst der Außenschmuck.” Damit meint sie die Tannengirlanden, die, verziert mit orangenen und braunen Baumkugeln, Lichterketten und kletternden Nikoläusen, an der Eingangsveranda befestigt werden. Anschließend geht es innen und im Garten auf der Terrasse weiter.

Eine Woche dauert es, bis alle liebevoll gesammelten Besonderheiten ihren Platz zugesprochen bekommen haben. Dazu gehört neben der großen Weihnachtspyramide unter anderem eine detailreiche Weihnachtskrippe.

Viel Arbeit macht sich Anne Krell seit einigen Jahren mit dem Schmücken des Küchenfensters, das zur Straße öffnet. Die Zahl 23 prangt neben Eulen und Engeln. Es ist das letzte Weihnachtsfenster, das im Rahmen des Stadt-Adventskalenders der Stadt Würselen, der in diesem Jahr zum 15. Mal stattfindet, bei Familien besucht wird. Um die 150 Menschen versammeln sich dann um den Hauseingang, singen Weihnachtslieder und trinken Kakao und Glühwein. Freiwillige Spenden sind für einen guten Zweck. „Das ist sehr urig und gemütlich”, erzählt Anne Krell aus den Vorjahren.

Angefangen hat der Weihnachtsfaible mit der Geburt der Tochter. „Zu unserem ersten Weihnachtsfest zu Dritt schenkte mein Mann mir einen Weihnachtsmann”, erinnert sich Anne Krell und verweist auf die etwa 50 Zentimeter große Puppe in rotem Plüschmantel. Dass dieses Geschenk einmal zu solch einem Boom führen würde, hätte Jürgen Krell vermutlich nicht gedacht. „Aber er findet es auch schön”, versichert die Deko-Spezialistin. Nur auf dem Dach steht bislang weder ein Rentier noch ein leuchtender Weihnachtsmann. Das ist der Wunschtraum von Anne Krell: Ein beleuchtetes Haus ganz so wie in Amerika.

Wichtig ist der Familie aber vor allem, dass Rituale eingehalten werden. Das gemeinsame Plätzchen backen gehört genauso dazu wie das fädeln von Popcorn-Ketten, das gerne mal sieben Stunden in Anspruch nimmt. Auf einen Zwirnfaden wird das Popcorn gezogen und schließlich als lange Kette in den Tannenbaum gehangen. „Das riecht so gut”, schwärmt Anne Krell und erinnert sich an das Jahr, in dem sie zusammen mit der Tochter die Ketten erstmals herstellte. „Wir haben die fertigen Teile immer auf den Boden gelegt”, erzählt Christiane Krell. „Nach einer Weile wunderten wir uns, dass die Ketten so rar bestückt waren. Da fiel uns auf, dass unser Hund Sammy die ganze Zeit über das Popcorn aß.”

Der fertig geschmückte Baum mit Popcorn-Ketten und viel Lametta ist Christiane Krells Lieblingsstück während der Weihnachtszeit. Für ihre Mutter Anne sind es die Eulen- und Engelsfiguren. Und Hund Sammy hat sein Highlight in der Krippe gefunden. Denn dort stibitzt er das von Anne Krell in der Backstube regelmäßig nachdekorierte Weihnachtsplätzchen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert